Interview

FCSG-Trainer Peter Zeidler nach dem turbulenten 3:3 gegen die Young Boys und vor dem Spiel in Sitten: «Es gab ein paar Witze im Training»

Der FC St.Gallen ist seit einem Monat Leader. Nach dem verrückten 3:3 gegen die Young Boys befindet sich das Team in der Vorbereitung auf die Partie vom Samstag in Sitten. Trainer Peter Zeidler über Penaltywiederholungen, Goalie Lawrence Ati Zigi und die Energie von den Zuschauerrängen.

Patricia Loher
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Eine emotionale Achterbahnfahrt: St.Gallens Trainer Peter Zeidler im Heimspiel gegen die Young Boys.

Eine emotionale Achterbahnfahrt: St.Gallens Trainer Peter Zeidler im Heimspiel gegen die Young Boys.

Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

Wie haben Sie den Schock vom Sonntag verdaut?

Peter Zeidler: Die Partie ist abgehakt. Wirklich. Es gibt keinen Gedanken, dass wir das Spiel wegen des Schiedsrichters oder des Videoreferees nicht gewonnen haben. Man kann sowohl den Penalty- als auch den Wiederholungsentscheid vertreten. Am wichtigsten war, dass wir gesehen haben: Wenn wir gut sind, können wir alle Mannschaften besiegen. Die Young Boys haben in der Schlussphase ja schon das eine oder andere Problem mit unserem Spiel gehabt. Nach der Partie sagte ein YB-Betreuer: «Die meinen es wirklich ernst.»

Haben Sie jemals so ein emotionales Spiel erlebt?

Eine Penaltywiederholung in der 99. Minute erlebt niemand zweimal. Das Spiel war unglaublich emotional, die Unterstützung grossartig. Die Zuschauer haben den Ball richtiggehend zum 2:2 und 3:2 ins Tor geschrien. Meine Mannschaft ist empfänglich für eine so grosse Energie von den Rängen. Solche Emotionen wollen wir immer wieder erleben: natürlich ohne eine Elfmeterwiederholung.

Richteten Sie spezielle Worte an die Mannschaft?

Ich hatte nicht den Eindruck, dass sich die Mannschaft noch beschäftigte mit den Vorkommnissen. Natürlich, es gab ein paar Witze im Training wie: «Goalie, bleib schön auf der Linie». Aber das YB-Spiel hält uns nicht von einer guten Vorbereitung auf die Partie in Sitten ab.

Erteilten Sie und Goalietrainer Stefano Razzetti dem Torhüter Zigi nochmals Instruktionen?

Er merkt selber, was er zu tun hat. Zigi ist intelligent genug. Die Schiedsrichter haben gezeigt, dass sie die Linie durchziehen wollen. Wenn man in Frankreich bei Rot über die Strasse geht, interessiert das kaum jemanden. Doch passiert das in der Schweiz, macht einen die Polizei darauf aufmerksam. Beim nächsten Mal ist man gewarnt.

Wie geht es Yannis Letard?

Es ist fraglich, ob er am Samstag spielen kann. Ihn hat es beim Zusammenstoss am vergangenen Sonntag richtig erwischt. Nicht nur am Kopf, sondern auch muskulär.