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FCSG: Toko will in Ruhe spielen

Beim türkischen Club Eskisehirspor hat sich der Bürgermeister der Stadt für den Verbleib von Nzuzi Toko Bundebele eingesetzt. Vergebens. Nun spielt der 25-Jährige für den FC St.Gallen.
Patricia Loher
Einer seiner früheren Trainer sagte einst, Toko sei frech, zäh und habe Ellbogen. (Bild: Urs Bucher)

Einer seiner früheren Trainer sagte einst, Toko sei frech, zäh und habe Ellbogen. (Bild: Urs Bucher)

FUSSBALL. St.Gallens erstes Training der Vorbereitung auf die neue Saison dauert zweieinhalb Stunden. Das Wetter ist garstig. Es zieht fürchterlich, manchmal regnet es auch. Die Begrüssung für St.Gallens neue Spieler könnte durchaus freundlicher sein. Nach der ersten Einheit blutet auch noch Tokos Lippe, was sinnbildlich sein dürfte für die Spielweise, mit der sich der 25-Jährige vor allem bei den Grasshoppers einen Namen gemacht hat.

Der 1,71 m grosse Toko gilt als zweikampfstarker, wendiger Fussballer, der einstecken kann. "Ich gebe immer Vollgas, das ist mein Naturell", so Toko. Als er 17jährig war und bei den Grasshoppers in der Super League debütiert hatte, sagte sein damaliger Trainer Hanspeter Latour, Toko sei frech, zäh und habe Ellbogen.

"Kleine Desperados"

Möglich, dass St.Gallen in ihm den vergangene Saison so schmerzlich vermissten Leader gefunden hat. Der Spieler selber sagt: "Ich will nicht gross reden, sondern nur mit den Leistungen auf dem Platz überzeugen." Die NZZ schrieb einst: "Toko und Abrashi sind zwei kleine Desperados, die auf niemanden Rücksicht nehmen, am wenigsten auf sich selber." Zusammen mit dem Thurgauer Amir Abrashi, der zurzeit für Albanien an der EM in Frankreich spielt, gehörte Toko jenen Grasshoppers an, die nach schwierigen Zeiten 2013 Cupsieger wurden. Toko, in Kinshasa geboren und ab dem fünften Lebensjahr mit fünf Brüdern in Zürich aufgewachsen, durchlief bei den Grasshoppers die Nachwuchsabteilungen. Für die Super-League-Mannschaft absolvierte er 143 Spiele und erzielte sieben Tore. Für das Schweizer U21-Nationalteam kam er 13mal zum Einsatz, für die Demokratische Republik Kongo dreimal.

Nzuzi Toko Bundebele, wie er mit ganzem Namen heisst, ist beim FC St.Gallen einer von vier Neuzugängen. 15 Monate hat er nach seinem Abstecher nach Brighton in die zweithöchste englische Liga in der Türkei verbracht, ehe er Ende März wegen ausstehender Lohnzahlungen den Vertrag auflöste. Bei Eskisehirspor war er der Lieblingsspieler des Bürgermeisters von Eskisehir. Das politische Oberhaupt der Stadt schaltete sich ein, als es darum ging, Toko zu halten. Doch der schweizerisch-kongolesische Doppelbürger mochte nicht mehr, der Entscheid war gefallen. "Mit meiner sportlichen Situation war ich zufrieden. Doch ich habe sechs Monate gespielt, ohne Lohn zu erhalten", so der zentrale Mittelfeldspieler. Eigentlich wäre Toko gerne geblieben. Er war Stammspieler und kam als rechter Verteidiger zum Einsatz. "Doch es wurde mir bewusst, dass ich keine sichere Zukunft haben würde."

Toko glaubt an das Potenzial

Natürlich kamen die Unruhen dazu. Die Terroranschläge in der Türkei machten Toko zu schaffen. Eskisehir befindet sich zwei Autostunden von Istanbul entfernt auf halbem Weg nach Ankara. "Ich wollte zu einem Club, wo alles geregelt ist, und wo in einem ruhigen Umfeld gearbeitet werden kann." Also nahm der kongolesische Nationalspieler das Angebot des FC St.Gallen an und unterschrieb einen Kontrakt für zwei Jahre.

Toko, der sich seit Ende März beim FC Wohlen fit gehalten hat, weiss um St.Gallens Schwierigkeiten der vergangenen Saison. Er hat sich die Spiele der Mannschaft angesehen. Sein Ziel sei es, dem FC St.Gallen zu helfen, wieder gute Leistungen abzurufen. "Denn Potenzial ist in dieser Mannschaft vorhanden."

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