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FCSG-Stürmer Cedric Itten fühlt sich wieder gut auf dem Platz: «Der Torriecher geht nicht weg»

Nach der schweren Knieverletzung kehrte St.Gallens Fussballprofi Cedric Itten im letzten Spiel der vergangenen Saison gegen Zürich auf den Rasen zurück. Noch ist der 22-jährige Stürmer nicht ganz der Alte – der FC St.Gallen braucht ihn. Itten ist der Hoffnungsträger des Clubs.
Christian Brägger, Bad Ragaz
Cedric Itten hat bisher in 27 Spielen für den FC St.Gallen 16 Tore erzielt. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

Cedric Itten hat bisher in 27 Spielen für den FC St.Gallen 16 Tore erzielt. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

Die Hitze und das Nachmittagstraining vom Montag setzten ihm zu. Cedric Itten wurde bleich, bleicher als es sein heller Hauttyp ohnehin schon ist, er konnte nicht mehr, schien zu kollabieren. Und sein Coach Peter Zeidler dachte:

«Jetzt muss ich wieder ein paar Tage auf Cedi verzichten.»

Aber im Körper des Stürmers steckt mehr Energie, als Zeidler geglaubt hat; bereits am Dienstag lief «Cedi» wieder normaltourig. Um «Cedi» herum soll im FC St.Gallen eine schlagkräftige Mannschaft aufgebaut werden, nach dem Rücktritt von Tranquillo Barnetta soll er ihr Energie und ein Gesicht geben, er soll Nähe zum Anhang schaffen, und wie früher soll er viele Tore erzielen.

Das alles könnte etwas gar viel verlangt sein, Cedric Itten ist erst 22 Jahre jung und hatte in der vergangenen Saison viel zu verarbeiten. Im Gespräch mit dem Gutlaunemensch wirkt es vordergründig dann so: Als ob es diesen 23. September 2018 und das üble Foul von Luganos Fabio Daprelà nie gegeben hätte und damit keinen Kreuzbandriss und auch kein gerissenes Innenband.

Der Moment des Fouls: Luganos Fabio Daprelà (links) mäht Cedric Itten nieder. (Bild: Keystone)

Der Moment des Fouls: Luganos Fabio Daprelà (links) mäht Cedric Itten nieder. (Bild: Keystone)

Itten steht modellhaft für andere junge Spieler des FC St.Gallen, die ihre Karriere in der Ostschweiz neu lancieren oder ankurbeln sollen mit der Hoffnung, dereinst mit Gewinn verkauft zu werden. In Ittens Fall – er hat einen Marktwert von 1,25 Millionen Euro und noch einen Zweijahresvertrag – muss zuerst aber die Balance gefunden werden.

Der Trainer warnt vor zu grossen Erwartungen

In fast jedem Interview sagt Zeidler, wie sehr Itten gefehlt habe in der vergangenen Saison, wie sehr er sich auf ihn freue, weil St.Gallen den Spieler brauche. In fast jedem Interview sagt Zeidler aber auch, dass er Itten jetzt nicht zu sehr forcieren und unter Druck setzen dürfe, ihn auch schützen müsse vor einer zu grossen Erwartungshaltung.

Und jetzt sagt Zeidler: «Ittens Art auf und neben dem Fussballplatz, die Ausstrahlung, der Einsatzwille – er ist Gold wert für uns. Aber wir dürfen nicht erwarten, dass er jetzt alle Gegner in Grund und Boden schiesst.» Itten sagt, Druck mache er sich keinen, das würde nur hemmen. Er sagt auch:

«Aber das Vertrauen des Trainers hilft mir, das habe ich früher in Basel nicht immer gespürt.»

Im Laktatstufentest war Itten teamintern bereits wieder vorne mit dabei, doch was bedeutet dies nun? Der Spieler werde zu Beginn der neuen Saison einsatzbereit sein, sagt Zeidler. «Aber ich weiss nicht, in welcher Verfassung, ob für 90 Minuten oder vorerst als Joker.»

Niemand weiss, wie Itten tatsächlich zurückkehrt

Simon Storm ist bei den Ostschweizern Leiter der Physio- und Athletikabteilung, er sagt:

«Es fehlt noch die fussballspezifische Ausdauer und Schnelligkeit. Dafür sind die nächsten Wochen und Testspiele da: Um ihn heranzuführen, ihm Minuten zu geben.»

Doch es bleiben Zweifel. Niemand kann erahnen, was die schwere Verletzung und das böse Foul mit Itten gemacht und in ihm angerichtet haben. Wie er tatsächlich zurückkehren wird. Ob er noch denselben Torriecher hat. Itten sagt:

«Dieser geht nicht weg, ich fühle mich wieder gut auf dem Platz, das spüre ich.»

Der gebürtige Basler hat ein Fussballjahr verloren, er nimmt jedoch einiges mit aus der Leidenszeit. Die Bilder der Aktion, die lange präsent waren und es manchmal heute noch sind, habe er erstaunlich gut wegschieben können.

Mental sei er stärker, reifer geworden. Die Tiefs, als das Knie reagierte im Aufbautraining oder er bloss Zaungast an den Spielen war, habe er dank Familie und Freundin gut überwunden. Und er hat das Aha-Erlebnis gebraucht, dass sein Knie hält: Im Training, nachdem Innenverteidiger Leonel Mosevich ausgeglitten und voll in ihn hineingefallen war, habe sich dieser wichtige Knoten nach einem ersten Schrecken gelöst.

Für Itten ist die Sache mit Daprelà abgeschlossen

Seit der Verletzung bereitet sich Itten anders vor, er ist gewissenhafter geworden und optimiert vorzu, kühlt nach jeder Belastung das rechte Knie.

«Ich habe schätzen gelernt, was ich habe.»

Und wahrscheinlich ist ihm noch stärker bewusst geworden, was er will – dereinst für das A-Nationalteam auflaufen. Es heisst, er sei schon einmal fürs erweiterte Kader angedacht gewesen.

Dann kam dieses Foul. Daprelà begegnet ist Itten danach nie wirklich. Es gab zwar ein Entschuldigungs-SMS. Und im drittletzten Saisonspiel sass Itten erstmals wieder auf der Bank, ausgerechnet in Lugano. Das war für ihn persönlich ein kleiner Meilenstein, und ein Zwischenziel. Die Hand haben sie sich, Daprelà und er, nicht gereicht. «Es ist abgeschlossen», sagt Itten.

Zeidler: «Quintillà ist eigentlich unverkäuflich»

Seit Montag und bis Samstag weilen die St. Galler im Trainingslager in Bad Ragaz, wo sie im Grand Resort logieren. Die Kadenz ist hoch, gestern am Dienstagmorgen zollten schon einmal die Beine von Betim Fazliji und Slimen Kchouk vor Ende der zweistündigen Übungseinheit Tribut. Mit von der Partie sind auch die Verletzten und Rekonvaleszenten; Alain Wiss und Adonis Ajeti haben Spezialtraining, Musah Nuhu tut nur schon die Nähe zum Team gut, der angeschlagene Milan Vilotic soll am Mittwoch wieder mittun können.
Einer jener 25 Spieler, die am Dienstag das volle Programm absolvierten, ist Testspieler Yannis Letard. Der französische Innenverteidiger stiess schon vor einer Woche zu den Ostschweizern, er wäre ablösefrei und spielte zuletzt beim VfR Aalen in der 3. Bundesliga. Peter Zeidler kennt den Spieler aus seiner Zeit in Frankreich, er sei gut ausgebildet, sagt der Coach. Letard hinterlässt einen gefälligen ersten Eindruck – der Transfer scheint wahrscheinlich.
Auch der Brasilianer Fabiano ist weiterhin dabei. Ganz fit scheint der 24-Jährige nicht, vor allem aber sind bei ihm noch immer die Details zu klären. Dabei geht es wohl hauptsächlich darum, ob der Nicht-EU-Bürger vom Migrationsamt der Schweiz die Arbeitsbewilligung erhält nach seiner Zeit in der höchsten bulgarischen Liga. Dies sollte eine reine Formalität sein – der Verpflichtung des Achters/Sechsers dürfte danach nichts im Wege stehen.
Entgegen anders lautender Meldungen hat sich der Kontrakt Silvan Heftis nicht wegen der Einsätze in der vergangenen Saison bis 2021 verlängert; vielmehr hatte beim Captain längst eine ältere Vertragsklausel für eine frühere Saison gegriffen. Überdies sagt Zeidler über den auf dem Markt begehrten Jordi Quintillà: «Er ist eigentlich unverkäuflich oder die Schmerzgrenze zumindest äusserst, äusserst hoch.» (cbr)

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