FCSG: Stürme und Viren im FCSG-Trainingslager

Der FC St. Gallen bereitet sich während zehn Tagen auf Malta auf die Rückrunde vor, die am 5. Februar beginnt. Der Trainer lobt die Mannschaft. Nur ein Grippevirus hat einige Pläne durchkreuzt.

Patricia Loher/Mellieha
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«Die Bedingungen sind vergleichbar mit jenen in der Südtürkei»: Joe Zinnbauer. (Bild: PL)

«Die Bedingungen sind vergleichbar mit jenen in der Südtürkei»: Joe Zinnbauer. (Bild: PL)

Patricia Loher/Mellieha

Seit Sonntag ist auch St. Gallens Präsident Dölf Früh im Trainingslager auf Malta. Der Landeanflug auf die Mittelmeerinsel war wie schon am Mittwoch, als die erste Mannschaft anreiste, äusserst holperig. Stürmische Winde machten den Passagieren nach gut zwei ruhigen Stunden zu schaffen. Auch einen Tag später, als Früh erstmals auf Malta dem Training beiwohnte, pfiffen giftige Böen um die Häuser. An Flanken- oder Standardübungen war jedenfalls nicht zu denken und so hielten die St. Galler den Ball vor allem flach. Ein Problem war das laut Trainer Joe Zinnbauer nicht, die Einheit sei trotz allem intensiv gewesen. Erstmals überhaupt seit Mittwoch hätten sich gestern die Bedingungen schwieriger präsentiert. Am Abend ging dann auch noch Hagel nieder.

Auf Malta stehen mehr Plätze zur Verfügung

Zum ersten Mal seit Jahren absolvieren die St. Galler ihr Wintertrainingslager nicht in der Südtürkei. Die Lage am Bosporus ist zu instabil, als dass man einen zehntägigen Aufenthalt riskieren wollte. Während es acht andere Schweizer-Super-League-Teams nach Spanien zog – Thun bleibt wegen fehlender finanzieller Mittel zu Hause – entschied sich St. Gallen für Malta. Im Westen der Insel, in der Nähe der traumhaften Golden Bay, stehen den Schweizern mehr Plätze zur Verfügung als in Spanien. «Weil wir acht junge Spieler mitgenommen haben war es uns wichtig, parallel Einheiten abhalten zu können», sagt Zinnbauer.

Die Bedingungen seien vergleichbar mit jenen in der Südtürkei. «In der Türkei war es weniger windig, dafür hat es öfter geregnet.» Aber im Gegensatz zu den Tagen an der türkischen Riviera können sich die Spieler nicht mehr zu Fuss auf den Trainingsplatz machen, sondern müssen sich in den Bus setzen. Unterdessen ist im Trainingslager der St. Galler schon Halbzeit, am nächsten Samstag fliegen sie nach Hause zurück. Nicht alles verlief bis anhin nach Plan. Einige wurden krank, andere waren angeschlagen. Spieler wie Gianluca Gaudino, Yannis Tafer, Alain Wiss oder auch Karim Haggui litten unter der Grippe, die eine oder andere Einheit mussten die Spieler auslassen. Tafer konnte auf Malta gar erst gestern erstmals mit der Mannschaft mittrainieren. Gaudino, den die Grippe Körpergewicht gekostet hat, reiste erst am Sonntag an und absolvierte ebenso wie der junge Valentino Pugliese gestern ein Lauftraining. Zwischenzeitlich angeschlagen war Captain Toko.

Es gab also einige Sorgenkinder und deshalb sei er doch überrascht, wie die Mannschaft trotz der schon länger hohen Belastung noch immer konzentriert arbeite, sagt der Trainer. Nachdem die Ausdauer-Grundlagen geschaffen wurden, soll nun das in den Wochen vor der Winterpause durchaus erfolgreich praktizierte System mit einer Dreier-Abwehr verfeinert werden.

«Die jungen Spieler drücken»

Zinnbauer und auch die Spieler wissen, sich in der Rückrunde keine Nachlässigkeiten erlauben zu dürfen. Der Vorsprung auf den Abstiegsplatz beträgt nur fünf Punkte. Der Trainer glaubt, «dass wir die Spannung bis zum Rückrundenstart hoch halten können». Der Konkurrenzkampf, den auch Tranquillo Barnetta entfacht hat, stimme ihn optimistisch. Lucas Cueto beispielsweise habe einen «grossen Sprung» gemacht. Beim in der Vorrunde selten zum Einsatz gekommenen Seifedin Chabbi sei zu spüren, «dass er es nochmals wissen will». Und Boris Babic bekam vor der Winterpause die Möglichkeit, sein Offensiv-Potenzial anzudeuten. «Alle jungen Spieler drücken. Das tut allen anderen gut», so Zinnbauer.