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FCSG: Stojanovic: "Ich habe mir diese Chance verdient"

Der Start von Dejan Stojanovic als neue Nummer eins verlief etwas holprig, doch der 24-Jährige hat sich stabilisiert. In Vorarlberg hoffen sie, dass auch Österreichs Verband bald auf den Goalie aufmerksam wird.
Patricia Loher
Dejan Stojanovic verfügt in St. Gallen über einen Vertrag bis 2020. (Bild: freshfocus)

Dejan Stojanovic verfügt in St. Gallen über einen Vertrag bis 2020. (Bild: freshfocus)

Die Ansage war unmissverständlich. «Bitte schreib deutlich, dass ich unbedingt spielen will», so Dejan Stojanovic im Anschluss an ein Interview vor 13 Monaten. Eineinhalb Jahre war er St.Gallens Nummer zwei. Nur mit Einsätzen im Cup mochte er sich nicht zufrieden geben. Doch zeitweise schien der 1,96 m grosse Mann fast auf verlorenem Posten. Mit Daniel Lopar stand ihm ein einheimischer und treuer Torhüter vor der Sonne, der sich zudem lange nichts zuschulden kommen liess. Nur war nach der vergangenen Winterpause plötzlich alles anders: Trainer Giorgio Contini hievte den 24-jährigen Stojanovic an die erste Stelle. Es sei ein Entscheid für die Zukunft des Vereins, so Contini. Stojanovic sei jung und talentiert. Der Beschluss von Contini war eine Überraschung. Stojanovic sagt: «Ich habe immer an mich geglaubt und daran, dass meine Chance kommen würde. Ich habe hart gearbeitet und mir diese Chance verdient.»

Unterdessen ist Stojanovic seit sieben Partien St.Gallens Nummer eins. Zuletzt gelangen ihm und seinem Team fünf Siege in Serie. St.Gallen ist die Mannschaft der Stunde. «Dabei schien es zu Beginn, als würde sich der Wechsel von Lopar zu mir nicht lohnen», so Stojanovic. Es war für ihn in der Tat ein holpriger Start, die eine oder andere Unsicherheit gab zu reden. Vielleicht hing das auch damit zusammen, dass er so lange gewartet hatte auf diesen Moment. Und er sofort unter Beweis stellen wollte, besser zu sein als Lopar, den die Anhänger einige Monate zuvor für seine zehnjährige Vereinstreue mit einer prächtigen Choreografie gefeiert hatten. Stojanovic: «Nun geben uns die Resultate recht. Wir haben uns stabilisiert.» Auch Contini ist mit den Leistungen des Vorarlbergers zufrieden: «Er hat sich gesteigert. So wie die ganze Mannschaft.»

Als langjähriger Sportchef der «Vorarlberger Nachrichten» hat Christian Adam die Entwicklung von Stojanovic mit Interesse verfolgt. Vor allem sein Einstand beim FC Lustenau 2010 nach Jahren in der vorarlbergischen Fussballakademie sei ihm in Erinnerung geblieben. «Stojanovic kam und spielte, als ob das schon immer so gewesen wäre. Es wurde sofort klar, dass er ein guter Torhüter wird», so Adam. Der junge Mann habe sowohl körperlich als auch mental perfekte Voraussetzungen mitgebracht.

Kam der Wechsel nach Bologna zu früh?

Adam glaubt allerdings, dass der Schritt nach Italien nach bloss 24 Meisterschaftsspielen in der zweithöchsten österreichischen Liga für Stojanovic zu früh gekommen sei. Möglicherweise hätten ihm einige weitere Jahre in Österreich gutgetan. «Nur hat er sich dann in der italienischen Nachwuchsliga durchgebissen», so Adam, der anfügt: «Davor ziehe ich den Hut.» Der Goalie selber sagt, er bereue den Wechsel nach Bologna mit erst 17 Jahren nicht. «Ich bin schnell erwachsen geworden, weil ich in einem fremden Land auf mich alleine gestellt war.» Stojanovic wurde vor allem in der Nachwuchsliga Primavera eingesetzt, kam aber auch zu fünf Partien in der Serie A. Denkwürdig war sein Einstand, als es für sein Team gegen Lazio Rom, das damals von Vladimir Petkovic trainiert wurde, ein 0:6 absetzte. «Der Torhüter kann nichts dafür», sagte der damalige Bologna-Coach Stefano Pioli. Den anschliessenden Wechsel auf Leihbasis nach Crotone in die Serie B würde er sich heute aber schenken, sagt Stojanovic. Noch immer wisse er nicht, weshalb ihm damals ein deutlich älterer Goalie vorgezogen worden sei. Im August 2016 wechselte er zum FC St.Gallen.

Stojanovic ist in einer mazedonischen Familie in Bregenz aufgewachsen. Leute, die ihn auf seinem Weg ein Stück weit begleiteten, erwähnen immer wieder das grosse Selbstvertrauen des Goalies. «Ein gesundes Selbstbewusstsein hilft, um weiterzukommen», sagt Contini. Wichtig sei das Gleichgewicht, wichtig sei, nicht überheblich zu werden. Nur wer die Balance finde, werde sich über längere Zeit als Nummer eins behaupten. Um seinen Torhüter macht sich Contini keine Sorgen. «Stojanovic findet das Gleichgewicht.» Zudem sei er ein mutiger Goalie, einer, der viel Präsenz ausstrahle. «Aber auch er weiss, dass es noch Luft nach oben gibt. Er muss noch mehr Einfluss auf die Mannschaft nehmen», so Contini.

«Man hat ihn lange links liegen gelassen»

Es ist aber nicht bloss das Selbstvertrauen, das stets erwähnt wird im Zusammenhang mit dem 24-Jährigen. Auch der Name seines Vaters fällt oft. Aco Stojanovic ist in Vorarlberg ein bekannter Mann, der für Rankweil, Bregenz, Bizau und in der Schweiz für St.Margrethen als Stürmer auflief. Der Vater hatte als Fussballer Ecken und Kanten, er war aber dank seiner Fähigkeiten auf dem Platz auch eine Attraktion. «Mein Vater ist mein härtester Kritiker. Obwohl er Stürmer war», sagt der Sohn, der sich als Kind ebenfalls im Angriff versuchte.

Sportjournalist Adam hofft, dass der österreichische Verband bald auch auf St.Gallens Goalie aufmerksam wird. «Man hat ihn lange links liegen gelassen», so Adam. Stojanovic bestritt einige internationale Partien mit mazedonischen Nachwuchsauswahlen. Vor dem Wechsel nach Italien musste er einen seiner Pässe abgeben. Er entschied, den österreichischen Ausweis zu behalten. Noch immer wäre er für Österreich spielberechtigt. Momentan ist Heinz Lindner, der Torhüter der Grasshoppers, die Nummer eins seines Landes.

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