FCSG: St.Galler Befreiungsschlag im Tessin

Der FC St.Gallen gewinnt ein hochemotionales Spiel gegen den FC Lugano mit 3:2. Den Siegtreffer für die Espen erzielt Marco Aratore in der 76. Minute mittels Penalty. Nach dem Spiel kommt es zu unschönen Szenen: Zwei tessiner Spieler gehen auf Martin Angha und Mitglieder des St.Galler Staff los.

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Albert Bunjaku ballt die Faust nach seinem Führungstreffer zum 2:1. (Bild: Keystone)

Albert Bunjaku ballt die Faust nach seinem Führungstreffer zum 2:1. (Bild: Keystone)

FUSSBALL. Fulvio Sulmoni, auf diese Saison vom FC Thun zurückgekehrt, beging in der 75. Minute abseits des Spielgeschehens im eigenen Strafraum eine Tätlichkeit. Schiedsrichter Stephan Klossner, vom Assistenten auf die Szene aufmerksam gemacht, hatte keine andere Wahl, als dem Verteidiger die Rote Karte zu zeigen und auf Penalty zu erkennen. Marco Aratore verwertete den Penalty souverän zum Schlussresultat.

Man des Spiels: Marco Aratore nach dem 3:2-Siegtreffer. (Bild: Keystone)
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Trotz vermeintlicher Krise: DIe FCSG-Fans gaben wieder einmal 100 Prozent. (Bild: Keystone)
Ballt die Faust: Albert Bunjaku, der Torschütze zum 2:1 (Bild: Keystone)
Da war die Welt für die Tessiner noch in Ordnung: Egzijan Alioski feiert seinen 1:0-Führungstreffer. (Bild: Keystone)
Albian Ajeti (rechts) im Zweikampf mit Fulvio Sulmoni. (Bild: Keystone)
Einer der besten in den St.Galler Reihen: Albian Ajeti. (Bild: Keystone)
Vor dem Spiel wirkte FCSG-Coach Joe Zinnbauer sehr angespannt. (Bild: Keystone)
Vladimir Golemic (rechts) im Kopfballduell mit St.Gallens Albian Ajeti. (Bild: Keystone)
Nach Stadionverboten gegen Fans des FC Lugano, blieb die Heimtribüne leer. (Bild: Keystone)
Zwischenzeitlich konnten die Tessiner zum 2:2 ausgleichen. Davide Mariani war der Torschütze. (Bild: Keystone)

Man des Spiels: Marco Aratore nach dem 3:2-Siegtreffer. (Bild: Keystone)


Klossner zog die Wut der Tessiner Spieler und der Fans auf sich, obwohl er korrekt entschieden hatte. In zahlreichen anderen Szenen allerdings war der Unmut der Einheimischen - Trainer Andrea Manzo wurde auf die Tribüne verwiesen - mehr als nur verständlich. Klossner war an diesem Nachmittag schwach. In vielen Szenen entschied er fälschlicherweise zu Ungunsten der Tessiner. So auch in einer an sich eindeutigen Situation knapp zehn Minuten vor dem Ende. Albian Ajeti, Torschütze des St. Galler Ausgleichs zum 1:1 kurz vor der Pause, holte im eigenen Strafraum Ezgijan Alioski von den Beinen. Klossner hatte eine gute Sicht auf die Szene, unterschlug den Luganesen jedoch den Foulpenalty.

Während St. Gallen seine Negativserie von drei Niederlagen und zwei Unentschieden beendete, finden die Tessiner einstweilen nicht zum Erfolg zurück. Ihre Bilanz der letzten sechs Spiele: je drei Niederlagen und Remis.

Die aktuellen Schwächen beider Teams schlugen sich besonders in der ersten Halbzeit in einem bescheidenen Spielniveau und zahllosen Fehlern nieder. Die Tessiner traten etwas weniger schwach auf als die Ostschweizer, denen es lange Zeit am spielerischen Vermögen, aber auch an jeglichem Selbstvertrauen zu fehlen schien. Vor der unheilvollen Intervention von Sulmoni trafen in der zweiten Halbzeit Albert Bunjaku im Gedränge nach einem Corner von Marco Aratore und nur acht Minuten später Davide Mariani mit einem schönen Weitschuss. Wäre es beim 2:2 geblieben, wären beide Mannschaften korrekt belohnt worden.

Schlechte Verlierer
Nach dem Spiel kam es noch zu tumultartigen Szenen vor dem Kabineneingang, Handgreiflichkeiten inklusive. Die beiden Torschützen Alioski und Mariani hatten sich in ihrem Frust den St.Galler Martin Angha ausgesucht, der nach dem Sieg offenbar einen der beiden verbal beleidigt haben soll. Als FCSG-Assistenztrainer Martin Stocklasa, schlichten wollte, geriet dieser ebenfalls ins Visier der aufgebrachten Tessiner. Die Übersicht ging vollends verloren, erst als die St.Galler den Schutz hinter ihrer Kabinentür fanden, legten sich die Emotionen langsam. Nach der Dusch und nun wieder mit kühlem Kopf klopfte Mariani beim Gegner an und versöhnte sich mit Angha, den er aus gemeinsamen Zürcher Zeiten eigentlich sehr gut kennt. Auch Alioski, eine halbe Stunde später bei seiner Familie hinter dem Cornaredo stehend, wollte sich nicht mehr zu den Tumulten äussern. Ein Freund Anghas dürfte er aber nicht mehr werden. (sda/cbr)

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