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FCSG-RETTUNG: FCSG-Geldgeber: Wer ist Hans Sulser?

ST.GALLEN. Wer? Die regionalen Journalisten tuschelten zum Thema Arena-Geldgeber vor allem wegen eines Namens: jenem Hans Sulsers.
Marcel Elsener
Es geht weiter mit dem FC St.Gallen und der AFG Arena - Geldgeber springen ein. (Bild: Urs Jaudas)

Es geht weiter mit dem FC St.Gallen und der AFG Arena - Geldgeber springen ein. (Bild: Urs Jaudas)

Die fünf anderen Geldgeber ausser Hans Sulser konnten erwartet werden: nebst Dölf Früh (2,7 Millionen) der bisherige BAG-Delegierte und HRS-Boss Rainer Sigrist (2,7), der AFG-Unternehmer Edgar Oehler (1,2), der Gossauer Immobilier und Textiler-Sohn Ralf Klingler und der Egnacher Anwalt Norbert Jann (1,2).

Schillernde Figuren

Nun standen die «Grossen» Früh, Sigrist und Oehler in diesen Krisenmonaten oft im Rampenlicht, und von zwei neuen Geldgebern – Klingler und Jann – sind immerhin Eckdaten bekannt (Ausgabe vom 29.10.). Klingler, rundherum als «sehr schillernde Person» beschrieben, taucht in der Lokalpresse auf, wenn er eine Traditionsbeiz wie das «Rössli» in Flawil «rettet» oder als «Kunstliebhaber» eine teure, riesige Alu-Skulptur erwirbt («Der Reisende» vor seinem Büro in Gossau).

Von Vreni Jann erhoffte man sich in der Ostschweiz einen «Mini-Gigi-Oeri»-Effekt, weil ihr Zürcher Mann Norbert ein Sohn des einstigen VR-Präsidenten der Basler Chemiefirma Hoffroche ist. Nun tritt der in einer Seevilla in Egnach wohnende 63-Jährige selber als Geldgeber auf: in der Rolle des «nicht alt eingesessenen, aber eingefleischten Fans», der seine neue Wohnregion ebenso liebt wie das «verkehrsmässig sensationell erschlossene» Stadion, wie er vor einer Woche verriet. Das Ehepaar hat dort «seit Jahren keinen Match verpasst», Nati- und FCZ-Euro-Gastspiel mitgemeint.

Auch war es mit seiner Abtwiler Firma Fitech, die Stahlträger montierte, am Bau beteiligt.

«St. Gallen etwas zurückgeben»

Doch Hans Sulser? Er sei «ein gutsituierter, sehr erfolgreicher» Kaufmann aus Abtwil, so Früh. Sulser hat sein Vermögen wie Klingler mit Immobilien gemacht. Ihm gehört die Handels-AG in St. Gallen, sein «Top Mandat» unter vielen ist laut Handelsregister VR-Delegierter des Hotels Seehof in Valbella. Die Million verstehe er als Geste, mit der er «St.Gallen etwas zurückgeben» möchte, meint er heiter am Telefon. «Schliesslich konnte ich hier 1969 meine Firma gründen.» Damals zog er aus Zürich zu, der Dialekt verrät noch die Herkunft des 69-Jährigen aus dem Werdenberg, genauer Wartau.

Ein einstiger Fussballer ist Sulser nicht. Doch freut er sich im Stadion jedes Mal «über die Jungen und ihren Einsatz, das darf doch nicht kaputtgehen». Angeworben wurde er nicht etwa vom Rheintaler Oehler, sondern von Klingler, in dessen Loge bei den St.Galler Pferdesporttagen er – wie die Janns – ab und zu gastiert. Den drei Millionen-Spendern gemeinsam ist ausserdem ihre längere Mitgliedschaft im Ambassadorenclub, dem wichtigsten FCSG-Gönnerverein mit Jahresbeitrag von 30 000 Franken und eigener Loge.

Und die weiteren St. Galler Namen, die herumgeboten wurden, allen voran jener von Peter Schildknecht? Kein Thema gestern; vielleicht reine Gerüchte, oder, wie im Fall Schildknecht, mit Bedingungen nicht vereinbar.

Der clevere Gastronom hatte den Rücktritt des «unfähigen CEO» Mistura gefordert, jenes Mannes, der die langjährigen Verträge mit den Catering-Firmen (Egger, Bonaparty) abschloss.

«Oberdubiose» abgewiesen

«Wir haben niemanden aus dem Umfeld des FC St. Gallen abgewiesen», sagte Dölf Früh nur. «Alle Geldgeber sind auf der Liste, leider haben wir keine weiteren gefunden. Darum mussten einige von uns ihren Anteil aufstocken.» Bewusst abgelehnt wurden jedoch Angebote von Grossfirmen sowie aus dem Ausland, darunter einige «dubiose, ja oberdubiose, haarsträubende und exotische». Auf mögliche Herkunftsländer oder Firmennamen wie Red Bull ging er nicht ein.

Die jetzigen Geldgeber seien, so Früh, «alles Ostschweizer und Idealisten» ohne Aussicht auf Profit. «Ihre einzige Garantie ist, dass sie kein Geld verdienen werden.» Allfällige Gewinne würden für Reserven verwendet, es gebe keine Dividenden und nur sehr tiefe Zinsen. Auch könnten die Darlehen nicht zurückgezogen werden. Darüber hinaus outet sich Früh als entschiedener Gegner einer eigenständigen Spielerfinanzierungs-Gruppe. «Als Profit-Center müssen wir die Transferrechte an jungen Talenten selber halten.»

Hingegen habe er nichts dagegen, wenn jemand den «Glamour-Faktor» erhöhe und einen Star finanziere, «einen wie Hakan Yakin». Der FC St. Gallen darf wohl wieder träumen.

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