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FCSG-Präsident Matthias Hüppi: «Wenn du dreimal verlierst, bist du die Präsidenten-Pfeife»

Seit eineinhalb Jahren ist Matthias Hüppi der Präsident des FC St.Gallen. Nun befinden sie sich gemeinsam in einer sportlich schwierigen Situation, und am Samstag gastieren die Ostschweizer bei den Grasshoppers. Der 61-Jährige über die Lehren der Saison, das Bekenntnis zur sportlichen Führung und den Traum von Aarau.
Interview: Patricia Loher, Christian Brägger
Seit knapp eineinhalb Jahren ist Matthias Hüppi der Präsident des FC St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Seit knapp eineinhalb Jahren ist Matthias Hüppi der Präsident des FC St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Sie haben sich vor einem Jahr für die Wiedereinführung der Barrage ausgesprochen. Würden Sie das heute wieder tun?

Diese Frage musste kommen. Ja, ich stehe dazu. Weil ich der Meinung bin, dass man die Challenge League attraktiver gestalten muss. Als Präsident des FC St.Gallen schaue ich über den Gartenzaun hinaus, weil mir die Entwicklung des Schweizer Fussballs am Herzen liegt. In der heutigen Situation ist der Barrage-Entscheid tückisch, weil wir unter Umständen selber damit konfrontiert werden. Sinnvoller als dieses Nervenspiel wäre die Aufstockung der Super League auf 12 oder 14 Teams. Was angesichts der Möglichkeiten von Lausanne, Servette oder Aarau realistisch scheint.

Weshalb muss der FC St.Gallen keine Relegationsspiele bestreiten?

Wir sind aktuell nicht in der Barrage, haben drei Punkte Vorsprung und die bessere Tordifferenz als Xamax. Zudem sind noch fünf Spiele ausstehend, in denen wir es selber in der Hand haben, uns aus dieser Situation zu befreien und die Saison gut abzuschliessen. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft und der ganze FC St.Gallen zusammenhalten und das Beste geben werden. Unsere Reihen sind geschlossen.

Gab es den Moment in dieser Meisterschaft, als Sie sich als Präsident dachten: Jetzt sollten wir uns einen Plan B zurecht legen?

Wenn man die Verantwortung für ein Unternehmen wie den FC St.Gallen trägt, ist man verpflichtet, einen Plan B in der Schublade zu haben. Egal, wie die sportliche Situation gerade aussieht. Man muss aber die Realität im Auge behalten, dennoch wäre es vollkommen falsch, nun den Teufel an die Wand zu malen.

Was ist passiert, dass St.Gallen vom zweiten auf den achten Rang fiel?

Wir haben in den Heimspielen zu wenig Zähler geholt und müssen uns fragen, weshalb das so ist. Dieser Pflicht kommen wir nach. In gewissen Partien liessen wir unglücklich Punkte liegen, zum Beispiel im Heimspiel gegen Luzern. Was wäre passiert, wenn der Ball von Silvan Hefti nicht an der Latte, sondern im Tor gelandet wäre?

Aber es lag nie an der Einstellung der Spieler.

Wir sind offen für Kritik. Sie gehört zum Fussball, Es gibt auch viele aufbauende Stimmen. Wir spüren den Support für unser Projekt, auch wenn wir die Ziele noch nicht erreicht haben. Wir müssen jetzt die Kräfte bündeln.

Umfrage: Vermeidet der FC St.Gallen die Barrage? (Hinweis für unsere App-Nutzer: Klicken Sie auf «Dieses Element anzeigen», um zur Umfrage zu gelangen)

Zuletzt trat St.Gallen auf der Stelle, phasenweise mussten Rückschritte festgestellt werden. Das fällt irgendwann auch auf den Trainer zurück.

Das behaupten Sie. Wenn man die Tabelle anschaut, ist die Ausgangslage klar: Wir sind abgerutscht. Aber der Unterschied zu anderen Teams vor uns ist noch immer gering. Es ist legitim, das auch vor einem so wichtigen Spiel wie bei den Grasshoppers nicht zu vergessen. Wir unterschätzen die Lage aber nicht.

Wer beurteilt intern die Arbeit des Trainers?

Das übernehme ich zusammen mit dem ganzen Verwaltungsrat und selbstverständlich gehört es auch zu den wichtigsten Aufgaben von Sportchef Alain Sutter.

Peter Zeidler hat also intern Leute, die ihm auf Augenhöhe begegnen und von denen er Kritik zulässt?

Sonst wäre er nicht unser Trainer. Unser Coach ist ein offener Mensch, der durchaus in der Lage ist, sich zu hinterfragen und jede Situation kritisch zu beurteilen. Das ist eine Selbstverständlichkeit.

Können Sie Leute verstehen, die erschrocken sind ob der Nachricht, dass der FC St.Gallen derzeit ein «Casting» durchführt?

Das Training dieser Akteure ist eine Ergänzung unserer Möglichkeiten, Spieler ausfindig zu machen. Es ist eine Scouting-Idee, die einen gewissen Reiz hatte, weil man die Spieler aus nächster Nähe beobachten kann. Wir wissen schon, dass da nicht 25 Maradonas herumlaufen. Wenn der eine oder andere aber seine Chance packt, hat sich die Aktion schon gelohnt. Natürlich war es kein «Casting» wie damals «Der Match» beim Fernsehen.

Die Aussenwirkung war: Jetzt fängt die Kaderplanung erst an.

Das entspricht nicht der Realität. Wir sind intensiv mit der Kaderplanung beschäftigt, verkünden Transfers aber erst, wenn die Tinte trocken ist.

Hüppi: «Wir wissen schon, dass da nicht 25 Maradonas herumlaufen.» (Bild: Ralph Ribi)

Hüppi: «Wir wissen schon, dass da nicht 25 Maradonas herumlaufen.» (Bild: Ralph Ribi)

Spieler, die das Team bei Misserfolg tragen könnten, mussten oder müssen gehen. Warum öffnet man diese Baustellen?

Die Frage ist hypothetisch. Personalentscheide werden in einer Fussballunternehmung laufend gefällt und auch hinterfragt.

Werden die Entscheide von Alain Sutter gefällt?

Von allen Verantwortlichen, wobei die Kompetenzen klar geregelt sind. Wenn man Entscheide fällt, muss man damit rechnen, dass sie im Nachhinein unterschiedlich beurteilt werden. Die Öffentlichkeit hat das Recht, Entscheide so oder so zu bewerten.

Wer kontrolliert Alain Sutter?

Er rapportiert direkt an den Verwaltungsrat und steht in engem Kontakt mit dem Trainer.

Wie hat sich das Verhältnis zwischen Ihnen und Alain Sutter entwickelt?

Alain Sutter und ich pflegen ein konstruktives Vertrauensverhältnis. Auch wenn das immer ein bisschen verklärt wurde. Wir sind nicht zusammengebunden, nur weil wir über Jahre beim Fernsehen in einer sehr guten Konstellation miteinander gearbeitet haben. Wir hingen übrigens schon damals nicht zusammen. Gedanken und Ideen des einen werden vom anderen hinterfragt. Das ist das Normalste der Welt.

Sutter sagte bei seiner Präsentation, er werde seine Ideen verfolgen und sich nicht verbiegen. Sie haben nun angetönt, dass Kompromisse eingegangen werden müssen. Gibt es da nicht Konflikte mit Sutter?

Menschen mit Ecken und Kanten und Ideen sind sehr wertvoll für die Entwicklung unserer Organisation. Wir sind keine One-Man-Show. Auf keinem Posten. Wir gewinnen laufend Erkenntnisse. In schwierigeren Situationen zeigt es sich, wie tragfähig die Geschichte ist.

Ist die sportliche Führung in der kommenden Saison die gleiche?

Selbstverständlich arbeiten wir weiter in dieser Konstellation zusammen. Wir haben einen langfristigen Prozess eingeläutet. Aber wir müssen, bevor wir über die nächste Saison reden, gemeinsam die aktuelle Meisterschaft gut hinter uns bringen.

Also ist Sutter nächste Saison noch Sportchef und Zeidler Trainer?

Selbstverständlich.

Wie fängt der Club den Rücktritt von Tranquillo Barnetta auf?

Die Lücke, die er hinterlässt, ist gross. Er füllt eine facettenreiche Position aus. Durch seine Art, den Werdegang, die fussballerischen Fähigkeiten, seine Herkunft. Ihn kann man nicht eins zu eins ersetzen. Aber wir tun alles dafür, um die Mannschaft nächste Saison mit Leadertypen zu ergänzen.

St.Gallen braucht eine Figur.

Das kann man nun schon einfach so sagen. Jede Fussballmannschaft braucht Figuren. Wenn einer wie Barnetta nicht mehr da ist, müssen andere Verantwortung übernehmen. Zu einer guten Mannschaft gehören auch Leaderfiguren. Aber einen Barnetta kann man nicht klonen.

Barnetta war für den FC St.Gallen ein Glücksfall.

Und ich betone: Seit seiner Rückkehr hat er unter keinem Trainer besser gespielt als unter Peter Zeidler.

Weil er das Spiel von Zeidler sofort verstand.

Ich sehe, wie oft sich die beiden austauschen. Das beobachte ich mit Freude. Barnetta liest das Spiel, er kann sich in grössere Zusammenhänge hinein denken. Einerseits ist da seine Gabe, und andererseits spielt er auch seine Erfahrung aus.

Ist es richtig, dass Barnetta ein tieferer Lohn angeboten wurde?

Lohngespräche gehören nicht an die Öffentlichkeit.

Es geht ja auch um Wertschätzung. Spürte Barnetta, dass Alain Sutter nicht mehr mit ihm planen wollte?

Das ist eine Mutmassung.

Will man für die neue Saison eine Achse haben, die mit Routiniers besetzt ist?

Wir suchen Stabilität. Daran arbeiten wir auf Hochtouren. Bereits jetzt haben wir Spieler im Kader, die zwar noch jung sind, aber grosses Entwicklungspotenzial mitbringen. Auch in Bezug auf ihre Persönlichkeit und mögliche Leaderqualitäten. Wir wissen, dass es eine Hierarchie in der Mannschaft braucht, in diese Richtung werden wir das Team ergänzen, damit es auch in schwierigen Spielen tragfähiger wird.

Hatten Sie auch das Gefühl, es sei wild eingekauft worden?

Was heisst hier auch? Es gab Transfervolltreffer und es gab Missverständnisse. Da müssen wir nichts beschönigen, aber auf eine Rangierung verzichte ich. Wir werden unsere Lehren aus den Erfahrungen ziehen. Tatsache ist, dass wir uns jetzt auf die Leistungen in den letzten fünf Spielen konzentrieren müssen. Wenn dies gelingt, wovon ich überzeugt bin, habe ich ein gutes Gefühl für die nächste Saison.

Für welche Liga?

Für die Super League.

Wurde diese Saison auch wegen der zahlreichen Misstöne beschädigt? Kadergrösse, die Co-Trainer, Andreas Wittwer, Nassim Ben Khalifa, Barnetta.

Das sehe ich nicht so. Der Fussball bewegt sich nie in ruhigen Gewässern. Wir haben durchaus Ruhe in die Organisation gebracht, steuern mit einem sehr engagierten Team Richtung Zukunft und haben ein Publikum, das uns Vertrauen schenkt. Ihm sind wir verpflichtet. Auch die Geschichte um Ben Khalifa haben wir mit Sorgfalt und Ruhe gemeistert. Es gab wenig schlagzeilenträchtige Geschichten um den
FC St.Gallen.

In Lugano beispielsweise war es ruhiger.

Hören Sie doch auf! Da sass Präsident Angelo Renzetti auf der Trainerbank und jagte nach einem Unentschieden gegen Basel den Coach fort. Sie werden mich nie auf der Trainerbank sehen. Notabene holte Luganos Fabio Daprelà noch unseren Cedric Itten von den Beinen und kam glimpflich davon.

Aber in St.Gallen war dennoch zu viel los.

Im Fussball wird es nie ganz ruhig. Der Fussball ist volatil. Deshalb brauchen wir ein Höchstmass an Stabilität. Und ich bin der Letzte, der sagt, er mache keine Fehler. Ich bin mit Haut und Haaren und Leidenschaft für den FC St.Gallen unterwegs. Nicht nur bei schönem Wetter. Es ist eine in allen Belangen fordernde und faszinierende Aufgabe.

Schlafen Sie noch gut?

Eigentlich schon, aber es ist unterschiedlich. Ich träume oft. Jüngst träumte ich, dass wir im Cupfinal gegen Aarau gespielt hätten. Wir gewannen. Und kürzlich bin ich im Traum plötzlich wieder im Sportpanorama aufgetaucht. Ich war erst kurz vor Sendebeginn im Studio, hatte keinen Text vorbereitet und nichts mehr präsent. Ziemlich stressig. Als die Sendung begann, lief ich ins Studio – und dann bin aufgewacht. Wenn man den Job des Präsidenten mit voller Hingabe ausfüllt, hat das grosse Vorteile. Weil man dir abnimmt, was du sagst und wie du bist, egal ob Niederlage oder Sieg. Der Nachteil ist vielleicht aber, dass du den Job keine Sekunde ablegen kannst.

Umfrage: Auf welchem Rang beendet der FCSG die Saison 2018/2019? (Hinweis für unsere App-Nutzer: Klicken Sie auf «Dieses Element anzeigen», um zur Umfrage zu gelangen)

Sie wiederholen sich deshalb in Ihren Reden ja auch oft.

Sie sind ja wohl nicht bei allen meinen Reden dabei. Aber es stimmt, ich hänge meine Fahnen nicht in den Wind und bleibe mir selber treu. Ich habe in den kommenden Tagen und Wochen wieder viele Referate. Ich hielt vorgestern zum Beispiel ein Referat in Niederuzwil und habe doch nicht daran gedacht, wegen zweier Niederlagen plötzlich abzusagen. Niederlagen gehören zum Fussball und dürfen einen nicht vom Kurs abbringen. Die Situation ist für uns alle fordernd. Manchmal auch belastend.

Lesen Sie die sozialen Medien?

Wenig. Ich finde das Fanforum aber lässig, jeder darf dort seine Meinung äussern. Dieses Gefäss braucht es. Natürlich gibt es Äusserungen, die unter die Gürtellinie gehen. Wenn du gewinnst, bist du der Super-Ober-Präsident, wenn du dreimal verlierst, die Präsidenten-Pfeife. Das gehört dazu.

Sie lesen das Forum?

Manchmal schon. Vor allem vor den Spielen, um die Aufstellungswünsche und Ideen zu sehen. Oder wenn die Transferoptionen diskutiert werden. Das kann noch spannend sein. Ich versuche natürlich, negative Einflüsse von aussen von der sportlichen Führung und der Mannschaft fernzuhalten.

Ist das 4-3-3 von Zeidler gut für den FC St.Gallen?

Es ist attraktiv, auch wenn uns die erwünschte Punkteausbeute noch fehlt. In der ersten Phase der Meisterschaft hörte man oft, trotz der Niederlagen unterhalte das Team. Aber wenn es gnadenlos um Punkte geht, zählt die Erinnerung nicht mehr. Es geht nicht mehr ums schöne Spiel. Der Trainer darf seinen Grundsätzen aber auf keinen Fall untreu werden. Und Peter Zeidler ist flexibel genug.

Was wir jetzt brauchen, ist Stabilität, Entschlossenheit und Sicherheit.

Ein Beispiel: Als Axel Bakayoko im Spiel gegen Basel in guter Position ausrutschte, tat mir das Herz weh. Er hat sich schnell aufgefangen und die Flanke zu Simone Rapps Pfostenkopfball gegeben.

Matthias Hüppi sagt, jetzt gehe es nicht mehr ums schöne Spiel. (Bild: Ralph Ribi)

Matthias Hüppi sagt, jetzt gehe es nicht mehr ums schöne Spiel. (Bild: Ralph Ribi)

Sicherheit ist auch eine Frage der Klasse. Guillaume Hoarau ist ein Beispiel dafür.

Hoarau wuchs in die Mannschaft hinein und ist heute eine Bank. Und wenn wir schon von den Young Boys reden: Ich hoffe, dass wir sie am
22. Mai im Kybunpark besiegen. Denn die Partie in Bern, als wir 2:3 verloren, ist für mich sinnbildlich für die Saison. Es gab in diesem Spiel Momente, da lief es perfekt, doch am Ende reichte es nicht ganz. Ein Sieg hätte uns beflügelt. Dann würden wir nicht über die Barrage diskutieren.

Peter Zeidler: «Die Saison ist nach diesem Spiel noch nicht vorbei»

Die Lage der Ostschweizer ist angespannt. Am Samstag müssen sie bei den Grasshoppers punkten, um für ein paar Tage durchatmen zu können. Trainer Peter Zeidler will der Begegnung die Brisanz nehmen.
Es ist ein wegweisendes Spiel. Auf der einen Seite die Grasshoppers, welche die Hoffnung auf den Ligaerhalt wohl nur mit einem Sieg aufrecht erhalten können. Auf der anderen Seite die St. Galler, die nach bloss zwei Vollerfolgen aus den vergangenen neun Spielen dem Barragerang wieder näher sind als ihnen lieb ist. Noch beträgt der Vorsprung der Mannschaft von Trainer Zeidler auf den Platz in der Relegation drei Punkte.
St. Gallen muss sich vor allem defensiv stabilisieren. Sonst dürfte es schwierig werden, den Abwärtstrend zu stoppen. Natürlich, möglich ist in Zürich auch der Sprung auf Rang fünf, der es den St. Gallern für eine Woche erlauben würde, ein paar Mal tief durchzuatmen. Nur ist es eben auch so, dass die Ostschweizer zuletzt zwei Heimspiele nacheinander verloren. Die Grasshoppers hingegen haben sechs Mal in Folge unentschieden gespielt.
Zeidler ist am Tag vor der Begegnung im Letzigrund darum bemüht, die Partie nicht als Schicksalsspiel zu bezeichnen. «Die Saison ist am Samstagabend noch nicht vorbei.» Trotzdem steht einiges auf dem Spiel, was der Trainer nicht in Abrede stellt. Es ist aussergewöhnlich, dass sich die Mannschaft nach dem Abschlusstraining mit Präsident Matthias Hüppi und Sportchef Alain Sutter zum Abendessen trifft. Der 56-jährige Zeidler wirkt indes nicht angespannt. Er sagt, ausser den Young Boys und Basel habe sich noch kein Team den Ligaerhalt gesichert. Und so sieht der Coach die Begegnung als eine Prüfung: «Aus dem Berufsleben wissen wir: Wenn wir gut vorbereitet waren, durften wir uns auf die Prüfung freuen.»
Als Zeidler sein Amt in St. Gallen übernahm, merkte er schnell an, dass es möglich sei, auch einmal auf Rang acht abzurutschen. Wichtig sei es dann, die Nerven nicht zu verlieren: «Diese Situation kam also nicht ganz unerwartet.» Natürlich gab es zuletzt auch die Kritik an ihm, zu oft rotiert zu haben und in den taktischen Überlegungen zu wenig flexibel zu sein. Auf die Frage, ob es bei den Grasshoppers nicht besser sei, resultat­orientierter aufzutreten, sagt er: «Wir rücken nicht ab von unseren Prinzipien. Aber natürlich müssen wir besser verteidigen.» Man reise nach Zürich mit der Überzeugung, das eigene Spiel durchziehen zu können. Nur weiss auch Zeidler, dass die Grasshoppers darauf aus sein werden, die St. Galler auszukontern. Es ist für sie heute ihre letzte Chance.
St. Gallen muss auf seinen Rechtsverteidiger und Captain Silvan Hefti verzichten, der sich im Heimspiel gegen Basel eine Sehne am Knie eingerissen hat. Noch ist ungewiss, wie lange der 21-Jährige ausfallen wird. (pl)

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