FCSG
«Man hat heute kein attraktives Spiel erwarten dürfen»: Der FC St.Gallen besiegt Vaduz trotz fader ersten Halbzeit 2:0

Der FC St.Gallen startet mit einem 2:0-Sieg gegen Schlusslicht Vaduz ins Fussballjahr 2021. Mit diesem Vollerfolg erobern sich die Ostschweizer den dritten Tabellenplatz zurück.

Stephanie Martina
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Die Spielwertung

Nach einer faden ersten Halbzeit, drehen die St.Galler im Laufe der zweiten Halbzeit auf. Die Treffer von Kwadwo Duah und Basil Stillhart entschädigen für eine ansonsten eher unspektakuläre Partie. Spielnote: 4,5

Die Tore

  • 1:0, 62. Minute, Kwadwo Duah: Die Vaduzer Abwehr bringt den Ball – wohl auch wegen eines Missverständnisses zwischen Goalie und Verteidigung – nicht aus der Gefahrenzone. Duah steht am richtigen Ort und versenkt den Ball im Tor.
  • 2:0, 71. Minute, Basil Stillhart: Stillhart wird von Victor Ruiz angespielt, Stillhart zieht aus rund 16 Metern ab. Sein Schuss wird von Goalie Benjamin Büchel noch abgelenkt, landet aber dennoch im Tor.

Die Spielanalyse

Kurz vor Spielbeginn verkündet der FC St.Gallen einen Neuzugang: Euclides Cabral stösst jetzt also doch zu den Ostschweizern. Heute ist er aber noch nicht mit von der Partie. Im ersten Ernstkampf des Jahres setzt Trainer Peter Zeidler auf bewährte Kräfte. Einzig Flügelspieler Boubacar Traorè ist neu in der Startformation. Er ersetzt hinten links den verletzten Miro Muheim.

Boubacar Traorè ersetzt den verletzten Miro Muheim.

Boubacar Traorè ersetzt den verletzten Miro Muheim.

Bild: Ralph Ribi

In der Startphase ist der Vaduzer Goalie Benjamin Büchel deutlich öfter gefordert als St.Gallens Lawrence Ati Zigi. Doch gefährlich werden die Espen nicht. In der 14. Minute kommt der FCSG mit Victor Ruiz zu einer ersten schön herausgespielten, hochkarätigen Torchance. Nur wenige Minuten später versucht es Kwadwo Duah aus ähnlicher Position – auch er erfolglos. Vaduz bleibt nicht untätig, aber von zwingenden Chancen kann auch bei den Liechtensteinern in den ersten 20 Minuten keine Rede sein. Das Spiel plätschert dahin, beide Teams vermögen aber keine Glanzpunkte zu setzen.

Nach einer guten halben Stunde probieren es Duah und Basil Stillhart je mit einem Distanzschuss – doch keiner bringt die FCSG-Fans vor dem Fernseher zum Jubeln. Schiedsrichter Alain Bieri pfeift die torlose erste Halbzeit ab.

Kwadwo Duah hat in der ersten Halbzeit zwei der besten St.Galler Chancen auf dem Fuss.

Kwadwo Duah hat in der ersten Halbzeit zwei der besten St.Galler Chancen auf dem Fuss.

Bild: Ralph Ribi

Ohne personelle Veränderungen geht es nach der Pause weiter. St.Gallen wirkt weiterhin bemüht, versucht Druck nach vorne aufzubauen, doch gelingen will vor dem gegnerischen Tor weiterhin nichts. In der 58. Minute wird Captain Jordi Quintillà wenige Meter ausserhalb des Strafraums von den Beinen geholt. Ruiz' Freistoss fliegt knapp über das Tor. Der FCSG kommt jetzt immer öfter vors Vaduzer Goal – und in der 62. Minute zappelt der Ball dank Duah endlich im Netz.

Grund zum Jubeln: Duah erzielt den St.Galler Führungstreffer.

Grund zum Jubeln: Duah erzielt den St.Galler Führungstreffer.

Bild: Ralph Ribi

Und St.Gallen doppelt gleich nach: In der 71. Minute trifft Basil Stillhart zum 2:0 – mit etwas Hilfe von Goalie Büchel. Ab jetzt spielt nur noch ein Team: der FC St.Gallen. Beinahe hätte der eingewechselte Boris Babic noch auf 3:0 erhöht. Es bleibt aber beim 2:0-Sieg für die Ostschweizer.

Basil Stillhart erhöht auf 2:0.

Basil Stillhart erhöht auf 2:0.

Bild: Ralph Ribi

Der Beste

Die Innenverteidigung mit Betim Fazliji und Leonidas Stergiou agierte gegen Vaduz stark.

Lawrence Ati Zigi: Note 4. Eine gepflückte Flanke. Eine abgewehrte Halbchance. Mehr darf er diesmal nicht zeigen.
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Leonidas Stergiou: Note 4,5. Wie gehabt: sehr routiniert, sehr abgeklärt und mit hervorragendem Stellungsspiel.
Basil Stillhart: Note 4,5. Er kämpft, geht oft in den Abschluss – und wird dafür mit dem etwas glücklichen 2:0 belohnt, als ihm der Ball eigentlich über den Rist rutscht.
Jordi Quintillà: Note 4. Er lenkt das Spiel aufmerksam, die zündenden Ideen fehlen lange Zeit aber auch ihm.
Jérémy Guillemenot: Note 4. Ist sehr agil, holt immer wieder Freistösse heraus – vertändelt den Ball aber auch immer mal wieder.
Victor Ruiz: Note 4,5. Bringt immer wieder Tempo in die St. Galler Angriffe. Ist bei beiden Toren Assistgeber.
André Ribeiro: Darf für die letzten vier Minuten ran – keine Bewertung.
Lukas Görtler: Note 4. Mit Kampfgeist, mit Übersicht – aber für einmal mit etwas weniger Spielwitz. Ist gegen mauernde Vaduzer aber auch schwer.
Thody Élie Youan: Note 4. Er bringt neues Tempo ins Spiel, entscheidende Aktionen aber fehlen.
Betim Fazliji: Note 4,5. Eine weitere tadellose Leistung. Gewinnt Zweikämpfe mit grosser Selbstverständlichkeit.
Kwadwo Duah: Note 4. Seine Leistung ist lange eher durchschnittlich – beim 1:0 steht er dann, wo er stehen muss.
Boubacar Traore: Note 4,5. Als Muheim-Ersatz auf der linken Abwehrseite ist er von Beginn weg bereit – kommt oft mit viel Tempo über die Seite.
Tim Staubli: Kommt zehn Minuten vor Schluss – keine Bewertung.
Alessandro Kräuchi: Note 4. Unaufgeregt und unauffällig. Einige Zweikampfprobleme zu Beginn, nach der Pause mit etwas mehr Dampf nach vorne.
Boris Babic: Note 4. Er ersetzt Guillemenot, ist aktiv, kommt aber kaum einmal gefährlich in den Abschluss.

Lawrence Ati Zigi: Note 4. Eine gepflückte Flanke. Eine abgewehrte Halbchance. Mehr darf er diesmal nicht zeigen.

Der Schlechteste

St.Gallen zeigte keine überragende Mannschaftsleistung, aber auch keiner fiel komplett ab.

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Der Schiedsrichter

Schiedsrichter Alain Bieri.

Schiedsrichter Alain Bieri.

Bild: Freshfocus

Schiedsrichter Alain Bieri pfiff vor knapp einem Jahr die fast schon legendäre und viel diskutierte Partie zwischen dem FCSG und den Berner Young Boys. Nach dem 3:3-Unentschieden musste Bieri einen regelrechten Shitstorm über sich ergehen lassen. Bieri hatte in der Nachspielzeit des Spitzenspiels, beim Stand von 3:2 für St.Gallen, einen vergebenen Penalty von YB-Stürmer Guillaume Hoarau wiederholen lassen. St.Gallens Goalie Lawrence Ati Zigi war bei der Schussabgabe mit beiden Füssen vor der Torlinie gestanden.

Im heutigen Spiel hat Bieri weniger strittige Entscheide zu treffen.

Aufgefallen

Im Kybunpark ist die weisse Winterpracht verschwunden. Nur im Espenblock liegt noch Schnee. Doch wo keine Fans sind, muss auch niemand schneeschaufeln.

Die Reaktionen

Lukas Görtler: «Man hat heute kein attraktives Spiel erwarten dürfen. Wir wussten, dass es gegen einen defensiven Gegner schwer werden würde, Tore zu erzielen. Die Vaduzer haben auf Fehler unsererseits gehofft – wir haben ihnen den Gefallen nicht gemacht und defensiv praktisch über das ganze Spiel hinweg nichts zugelassen.»

Peter Zeidler: «Wir hatten heute das Glück des Tüchtigen. Wir haben viel probiert. In der ersten Halbzeit ist uns wenig gelungen, wir sind zu selten vors Tor gekommen, auch weil die Geschwindigkeit in den Angriffen gefehlt hat. In der zweiten Halbzweit sind wir besser in die Partie gekommen und vor allem nach dem 1:0 haben wir ein ganz anderes Spiel gezeigt. Das 2:0 kam dann genau zur richtigen Zeit. Es ist ein verdienter Sieg.»

Das Spiel im Liveticker nachlesen:

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