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Ghana verliert erstes Spiel am Afrika-Cup: Zigi könnte zum Rückrundenauftakt dem FC St.Gallen zur Verfügung stehen

Ghana verliert das erste Spiel am Afrika-Cup in Kamerun, ohne dass Lawrence Ati Zigi auf dem Matchblatt steht. Gut möglich, dass der St.Galler Goalie bald zurück in der Ostschweiz ist.

Christian Brägger
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Letztes Vorrundenspiel: St.Gallens Lawrence Ati Zigi im Tor gegen den FC Zürich.

Letztes Vorrundenspiel: St.Gallens Lawrence Ati Zigi im Tor gegen den FC Zürich.

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus

Ghana blieb gegen Marokko zum Auftakt und im vermeintlichen Spitzenspiel der Gruppe C letztlich chancenlos, wenngleich es nur 0:1 verlor, das mit einem Gegentor in der 83. Minute. Die Niederlage müsste nun die Ostschweiz beileibe nicht wahnsinnig bewegen, wäre da nicht Lawrence Ati Zigi, der Goalie des FC St.Gallen, der für das 25-Mann-Kader Ghanas und den Afrika-Cup in Kamerun abgestellt ist.

Und damit beginnen eben die Befindlichkeiten der Ostschweizer doch zu spielen. Die Ghanaer respektive ihr serbischer Trainer Milovan Rajevac haben sage und schreibe vier Goalies nominiert. Das ist grundsätzlich ungewohnt für ein Turnier, wenn man die Sicht der Europäer einnimmt. Doch andere afrikanische Nationalteams wie Ägypten und Kamerun wollen ebenfalls vier Torleute in ihren Reihen wissen, im Gegensatz zu Marokko oder Algerien. Ein Grund dürfte sein, dass in einer Mannschaft nach positiven Coronatests der Goalies ein Feldspieler ins Tor müsste - damit trotz Coronaausbruch innerhalb eines Teams ein Spiel stattfinden kann, braucht es elf Akteure, die negativ getestet sind.

Andererseits ist da noch die Konkurrenz, oder sagen wir es mal so: Zigi wird kaum zum Einsatz kommen, auch weil manchmal (transfer-)politische Dinge zählen und hineinspielen. Die Konkurrenten scheinen jedenfalls vor Zigi zu liegen, sie heissen: Joe Wollacott (Swindon Town, vierthöchste englische Liga, Alter 25), Abdul Nurudeen (Eupen, höchste belgische Liga, 22) und Richard Attah (Hearts of Oak, höchste ghanaische Liga, 26).

Wobei der 25-jährige Zigi mit zwei Millionen Euro ganz klar den höchsten Marktwert besitzt. Beim am 5.Januar mit 0:3 verlorenen Vorbereitungstest gegen Algerien wurde er in der 67. Minute noch eingewechselt für Nurudeen. Gegen Marokko spielte nun Wollacott, und auf dem 23 Spieler umfassenden Matchblatt standen Attah und Nurudeen. Nicht aber Zigi.

Es kommt natürlich auf die nächsten Spiele an

Am Freitag spielen die Ghanaer nun gegen Gabun, am kommenden Dienstag dann gegen die Komoren, die ihrerseits Gabun zum Auftakt unterlagen. Die Gruppensieger und Gruppenzweiten kommen weiter, die besten vier Gruppendritten ebenfalls. Es ist derselbe Modus bei 24 Teilnehmern wie an der paneuropäischen EM 2020 (2021). Drei Punkte könnten für den Einzug in die Achtelfinals nicht reichen (man frage die Finnen und Slowaken), sollten aber. Falls Ghana Mitte nächster Woche ausscheiden sollte oder die Achtelfinals (zwischen 23. und 26. Januar) nicht überstehen würde, wäre Zigi rechtzeitig zum Rückrundenauftakt am 30.Januar in Lausanne beim FC St.Gallen.

Ebendieser testet seinerseits aktuell den 20-jährigen Goalie Nicolas Tié von der U23 von Guimarães. Der junge Ivorer sollte sich vor allem im Trainingslager präsentieren und die Sicherheit geben, dass Trainer Peter Zeidler in Spanien immer genügend Goalies zur Verfügung stehen – gerade weil Zigi fehlt. Weil die täglichen zwei Trainingseinheiten der St.Galler nun aber in der Heimat im Osten der Schweiz stattfinden, scheint eine Verpflichtung von Tié mutmasslich nicht zur Debatte zu stehen. Gerade auch mit Blick auf die Kontingentsliste, auf der es kaum noch Platz hat. Es sei denn, man sucht einen Ersatz für Lukas Watkowiak, dessen Vertrag im Sommer ausläuft.

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