Der FC St. Gallen taumelt Richtung Rang sechs

Niederlagenserie Ein lange konfuser FC St. Gallen verliert in Sitten mit 2:3. Es ist die sechste Niederlage in Serie. Noch haben die St. Galler Rang fünf nicht auf sicher. Erneut im Stadion ist der Deutsche Peter Zeidler.
Patricia Loher
Andreas Wittwer vom FC St. Gallen unterläuft in der 35. Minute ein Eigentor zum 1:2. (Bild: Frederic Dubuis/freshfocus (freshfocus))

Andreas Wittwer vom FC St. Gallen unterläuft in der 35. Minute ein Eigentor zum 1:2. (Bild: Frederic Dubuis/freshfocus (freshfocus))

Schon zum zweiten Mal in Folge hat sich Peter Zeidler ein Spiel des FC St. Gallen vor Ort angesehen. Obwohl es Präsident Matthias Hüppi nach der 2:3-Niederlage in Sitten nicht bestätigen wollte, sickert eben doch langsam durch, dass der Deutsche vielleicht schon morgen als neuer Trainer des FC St. Gallen vorgestellt werden könnte. «Ich bestätige es nicht, ich dementiere es aber auch nicht», sagte Hüppi.

Daniel Lopar: Note 4. An ihm liegt es nicht, dass St. Gallen verliert. Bewahrt sein Team vor einer höheren Niederlage. (Bild: pd)
Tranquillo Barnetta: Note 3. Der frühere Schweizer Internationale ist kein Verteidiger – und kann das nicht kaschieren. (Bild: pd)
Silvan Hefti: Note 3. Er hatte lange eine gute Saison. Wirkt in den vergangenen Wochen aber verunsichert. (Bild: pd)
Jasper van der Werff: Note 3,5. Trotz eines Fehlers, der beinahe zum 0:2 führt, ist er noch St. Gallens agilster Abwehrspieler. (Bild: pd)
Andreas Wittwer: Note 3. In der 35. Minute unterläuft ihm ein Eigentor. In der Rückwärtsbewegung oft einen Schritt zu spät. (Bild: pd)
Peter Tschernegg: Note 3. Er versucht, sich ins Spiel zu kämpfen. Bleibt aber ohne Impulse und in der Defensive fehlerhaft.
Yannis Tafer: Note 2,5. Er war bis auf einen gefährlichen Abschluss in der zweiten Halbzeit praktisch nicht zu sehen. (Bild: pd)
Danijel Aleksic: Note 3. Wunderbares Tor à la Aleksic zum 1:1. Aber im Aufbau verliert er den Ball oft viel zu schnell. (Bild: pd)
Nzuzi Toko: Note 3. Hat an Präsenz eingebüsst. Bleibt ohne Einfluss. Auch er mit vielen Fehlzuspielen. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 3. Er hat viele Spiele in den Beinen. Die Spritzigkeit der guten Tage ist ihm abhanden gekommen. (Bild: pd)
Roman Buess: Note 4. Bereitet den Ausgleich mit Übersicht vor. Ansonsten ein undankbares Spiel für einen Stürmer. (Bild: pd)
Cedric Itten: Note 3,5. Wird in der 64. Minute für Barnetta eingewechselt und trifft in der Nachspielzeit zum 2:3. (Bild: pd)
Nassim Ben Khalifa: Note 4. Kommt in der 68. Minute für Aleksic. Fügt sich gleich gut ein und kann als einer der wenigen St. Galler den Ball halten. (Bild: pd)
Stjepan Kukuruzovic: Note -. Kommt in der 80. Minute für Yannis Tafer. Sein Einsatz ist zu kurz für eine Bewertung. (Bild: pd)
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So haben die Espen gegen Sion gespielt



Sollte Zeidler tatsächlich die Nachfolge von Giorgio Contini antreten, wartet ein hartes Stück Arbeit auf den 55-Jährigen. St. Gallen steckt in der Krise fest. Das 2:3 in Sitten war bereits die sechste Niederlage in Folge. Eine solche schwarze Serie unterlief den Ostschweizern letztmals in der Saison 2010/11, als sie am Ende den Gang in die Challenge League antreten mussten. Noch hat das einst stolz auf Platz drei klassierte Team nicht einmal Rang fünf auf sicher. Selbst gegen Absteiger Lausanne benötigt St. Gallen am Samstag im letzten Spiel der Saison eine Steigerung, will es wieder einmal punkten.

Danijel Aleksic kämpft gegen Quentin Maceiras um den Ball. (Bild: Keystone)
Nzuzi Toko versucht dem Sittener Xavier Kouassi den Ball abzunehmen. (Bild: Keystone)
Pajtim Kasami schiebt den ball zumm 1:0 ins Tor. (Bild: Keystone)
Quentin Maceiras und Pajtim Kasami jubeln nach dem ersten Tor. (Bild: Keystone)
Danijel Aleksic gelciht für die espen zum 1:1 aus. (Bild: Keystone)
Alex Succar erhält Anweisungen von Sion-Trainer Maurizio Jacobacci. (Bild: Keystone)
Boro Kuzmanovic dirigiert sein Team von der Seitenlinie aus. (Bild: Keystone)
Matheus Cunha behauptet den Ball gegen Yannis Tafer. (Bild: Keystone)
Alex Succar jubelt nach seinem Tor. (Bild: Keystone)
Die Mannschaft freut sich mit Alex Succar. (Bild: Keystone)
Jasper Van Der Werff im Zweikampf mit Matheus Cunha. (Bild: Keystone)
Der FC Sion geht gegen den FC St.Gallen als Sieger vom Platz. (Bild: Keystone)
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Der FCSG verliert gegen Sion



Der Auftritt in Sitten war konfus und in jeder Beziehung mangelhaft. Das Beste aus Ostschweizer Sicht war noch das Resultat, die Mannschaft von Interimstrainer Boro Kuzmanovic hätte auch deutlicher verlieren können. Es scheint, als schleppe sich St. Gallen mit letzter Kraft über die Ziellinie. Kuzmanovic sagte: «Die Geschichte wiederholt sich: Erneut haben wir zwei Tore erzielt, erneut hat es trotzdem eine Niederlage abgesetzt.» St. Gallens Schwächen sind seit Wochen dieselben, die Ostschweizer präsentieren den Gegnern Torgelegenheit auf dem Silbertablett. Gegen Sion fiel das 0:1 nach einem Konter und einem einfachen, weitgespielten Ball. In der Folge wirkten die St. Galler platt. Ihr Zweikampfverhalten war ungenügend, im Spielaufbau gelang es kaum einmal einem der Gäste, den Ball länger als ein paar Sekunden in den eigenen Reihen zu halten. Sion kam der fehlerhafte Auftritt zupass. Die Walliser waren theoretisch noch immer in den Abstiegskampf verwickelt, als ihnen St. Gallen aber all die Räume öffnete, nahmen sie die Geschenke dankend an.

St. Gallen verkraftet den Stilbruch nicht

Nicht einmal der durch Tranquillo Barnetta und Roman Buess eingeleitete Ausgleich von Danijel Aleksic in der 30. Minute verlieh den Gästen eine zweite Luft. Schon wenig später war die Abwehr erneut ausgespielt: Hätte nicht Andreas Wittwer unglücklich ins eigene Tor getroffen, wäre wohl ein Sittener bereitgestanden. Keine Abwehrmöglichkeiten bei allen drei Gegentoren hatte Goalie Daniel Lopar. Mit der überraschenden Nomination von Lopar hatte Kuzmanovic versucht, «Dynamik in die Mannschaft zu bringen. Lopar kann einem Team mit seiner Art helfen. Ich wollte ein Signal senden.» Aber eben, man begehe schon in der Vorwärtsbewegung weiterhin zu viele Fehler und sei nicht stabil genug, so der Coach. Hinzu kommt, dass immer wieder Spieler ausfallen. Gestern kam Runar Sigurjonsson dazu.

Erst als Sion das Tempo drosselte, fanden die Ostschweizer ins Spiel und traten gefälliger auf. Das Tor von Cedric Itten kam aber zu spät. St. Gallen hat mit dem Trainerwechsel vor drei Wochen volles Risiko genommen. Nun aber droht dem Club, dass er am Ende mit leeren Händen, sprich auf Rang sechs dasteht. Die Mannschaft scheint mit dem Stilwechsel vom defensiven Contini zum angriffigeren Kuzmanovic nicht zurecht zu kommen. Hüppi sagte: «Wir werden das anschauen müssen. Wir übernehmen jedoch die volle Verantwortung und stehen weiterhin hinter diesem Wechsel.»

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