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Die jungen Wilden des FC St.Gallen machen Lust auf mehr – und jetzt kommt nach dem 4:0 gegen Thun ein Spitzenspiel gegen Basel

Der FC St.Gallen begeistert gegen Thun mit einem starken Spiel und belegt nach dem ersten Viertel der Meisterschaft Platz drei. Am Sonntag kommt Leader Basel in den Kybunpark.
Patricia Loher
Zwei Spanier unter sich: Victor Ruiz beglückwünscht Jordi Quintillà (hinten) zum Traumtor kurz vor Schluss. (Bild: Benjamin Manser (St.Gallen, 28. September 2019))

Zwei Spanier unter sich: Victor Ruiz beglückwünscht Jordi Quintillà (hinten) zum Traumtor kurz vor Schluss. (Bild: Benjamin Manser (St.Gallen, 28. September 2019))

Am Tag nach dem grossen Auftritt gegen Thun besucht St.Gallens Trainer Peter Zeidler den Stadtlauf. Der Deutsche schüttelt viele Hände, die Rückmeldungen der Menschen in den Gassen der St.Galler Altstadt sind durchwegs positiv. «Wir sind auf einem guten Weg. Es freut mich, dass das honoriert wird», sagt der 57-Jährige, der anschliessend auch beim Challenge-League-Spitzenspiel zwischen Wil und Lausanne zugegen ist:

«Diesen Sonntag kann ich so richtig geniessen.»

Es war in der Tat ein denkwürdiger Abend. Auf einmal brachen alle Dämme und die jungen Wilden des FC St.Gallen setzten gegen Thun zu einer spektakulären Gala an. Das Traumtor von Jordi Quintillà kurz vor dem Schlusspfiff zum 4:0 war der Höhepunkt einer in allen Belangen starken Leistung der Ostschweizer.

Sie hatten nur gerade nach der Pause etwas Mühe, zurück ins Spiel zu finden. Aber über 90 Minuten waren die Berner Oberländer doch chancenlos geblieben. St.Gallen spielte unter der Regie der beiden bestens aufgelegten Spanier Victor Ruiz und Quintillà erfrischend offensiv und liess praktisch keine Konter zu. Erfreulich aus Ostschweizer Sicht ist zudem die Entwicklung von jungen Spielern wie Boris Babic, Miro Muheim, Leonidas Stergiou, Yannis Letard sowie Silvan Hefti und die schnelle Integration von Neuzugang Ermedin Demirovic. Auch Lukas Görtler findet sich immer besser zurecht.

Am Samstag griff jedes Rädchen perfekt ineinander. Der vierte Meisterschaftserfolg in Serie beschert St.Gallen zum Ende des ersten Viertels in der Super League den dritten Rang und am nächsten Sonntag im Kybunpark ein Spitzenspiel gegen Leader Basel. Görtler sagt: «Basel würde sich für die nächste Runde sicher einen anderen Gegner wünschen.»

Dejan Stojanovic: Note 4.5. Der Goalie ist kaum beschäftigt, klärt aber, was es zu klären gibt.Dejan Stojanovic: Note 4.5. Der Goalie ist kaum beschäftigt, klärt aber, was es zu klären gibt.
Alain Wiss: Note 4.5. Er wird in der 75. Minute für Guillemenot eingewechselt und fügt sich gut ins Team ein.Alain Wiss: Note 4.5. Er wird in der 75. Minute für Guillemenot eingewechselt und fügt sich gut ins Team ein.
Silvan Hefti: Note 5. Der Captain entwickelt sich mehr und mehr zu einem Leader. Vor allem offensiv übernimmt er viel Verantwortung. Hat bei zwei Toren die Füsse im Spiel.Silvan Hefti: Note 5. Der Captain entwickelt sich mehr und mehr zu einem Leader. Vor allem offensiv übernimmt er viel Verantwortung. Hat bei zwei Toren die Füsse im Spiel.
Yannis Letard: Note 4.5. Der Franzose ist nicht mehr so souverän wie noch zu Saisonbeginn. Trotzdem ohne grosse Fehler.Yannis Letard: Note 4.5. Der Franzose ist nicht mehr so souverän wie noch zu Saisonbeginn. Trotzdem ohne grosse Fehler.
Leonidas Stergiou: Note 4.5. Nach einer Schaffenspause wieder von Beginn weg dabei. Der 17-Jährige wirkt zu Beginn unsicher, danach aber souverän.Leonidas Stergiou: Note 4.5. Nach einer Schaffenspause wieder von Beginn weg dabei. Der 17-Jährige wirkt zu Beginn unsicher, danach aber souverän.
Miro Muheim: Note 5. Der Verteidiger schaltet sich oft in die Offensive ein, wo ihm aber lange zu wenig gelingt. Zweikampfstark und selbstbewusst.Miro Muheim: Note 5. Der Verteidiger schaltet sich oft in die Offensive ein, wo ihm aber lange zu wenig gelingt. Zweikampfstark und selbstbewusst.
Victor Ruiz: Note 5.5. Einmal mehr Dreh- und Angelpunkt in St.Gallens Spielaufbau. Der Spanier ist sich auch nicht zu schade, in der Defensive auszuhelfen. Assist vor dem 3:0.Victor Ruiz: Note 5.5. Einmal mehr Dreh- und Angelpunkt in St.Gallens Spielaufbau. Der Spanier ist sich auch nicht zu schade, in der Defensive auszuhelfen. Assist vor dem 3:0.
Lukas Görtler: Note 4.5. Ein unauffälligerer Auftritt als auch schon. Aber enorm mannschaftsdienlich und mit hohem Laufpensum.Lukas Görtler: Note 4.5. Ein unauffälligerer Auftritt als auch schon. Aber enorm mannschaftsdienlich und mit hohem Laufpensum.
Jordi Quintillà: Note 5. Traumtor kurz vor dem Schlusspfiff. Der Spanier überzeugt während 90 Minuten mit seiner Übersicht.Jordi Quintillà: Note 5. Traumtor kurz vor dem Schlusspfiff. Der Spanier überzeugt während 90 Minuten mit seiner Übersicht.
Boris Babic: Note 5. Der junge Mann aus Walenstadt ist ein Eigengewächs, dem der Durchbruch beim zweiten Anlauf zu gelingen scheint. Beeindruckend, wie Babic vor dem 1:0 nachsetzt.Boris Babic: Note 5. Der junge Mann aus Walenstadt ist ein Eigengewächs, dem der Durchbruch beim zweiten Anlauf zu gelingen scheint. Beeindruckend, wie Babic vor dem 1:0 nachsetzt.
Cedric Itten: Note 4.5. Er kommt in der 67. Minute für Babic, bleibt aber ohne nennenswerte Aktion.Cedric Itten: Note 4.5. Er kommt in der 67. Minute für Babic, bleibt aber ohne nennenswerte Aktion.
Jérémy Guillemenot: Note 5. Der Romand hat zuletzt einige Torchancen ausgelassen, gegen Thun gelingt ihm der erste Saisontreffer.Jérémy Guillemenot: Note 5. Der Romand hat zuletzt einige Torchancen ausgelassen, gegen Thun gelingt ihm der erste Saisontreffer.
Ermedin Demirovic: Note 5: Seine leihweise Übernahme vom spanischen Club Alaves hat sich bereits ausbezahlt. Der bosnische Nachwuchs-Internationale trifft im zweiten Einsatz von Beginn weg zum zweiten Mal. Zudem lässt er sich einen Assist gutschreiben. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)Ermedin Demirovic: Note 5: Seine leihweise Übernahme vom spanischen Club Alaves hat sich bereits ausbezahlt. Der bosnische Nachwuchs-Internationale trifft im zweiten Einsatz von Beginn weg zum zweiten Mal. Zudem lässt er sich einen Assist gutschreiben. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)
André Ribeiro (hier im Bild mit Sportchef Alain Sutter): Kommt in der 86. Minute für Demorovic und trifft mit einem satten Schuss gleich den Pfosten. Der Einsatz ist zu kurz für eine Note.André Ribeiro (hier im Bild mit Sportchef Alain Sutter): Kommt in der 86. Minute für Demorovic und trifft mit einem satten Schuss gleich den Pfosten. Der Einsatz ist zu kurz für eine Note.
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Keiner der FCSG-Spieler fällt ab, Victor Ruiz mit der besten Bewertung: Die Noten der FCSG-Spieler in der Partie gegen Thun

War das Cup-Out ein Knackpunkt?

Dabei hatte man sich erst noch vor zwei Wochen und nach dem Out im Cup gegen Winterthur ernsthaft Sorgen gemacht um diese junge Mannschaft, die nicht stabil schien und immer wieder einfache Gegentore kassierte. Man befürchtete, St.Gallen würde an der Niederlage noch lange zu beissen haben. Möglicherweise aber war die Enttäuschung von Winterthur ein Knackpunkt in der Entwicklung des Teams. Captain Hefti sagt:

«Unser Saisonstart war nicht so schlecht, manchmal jedoch haben die Resultate nicht gestimmt. Aber das Aus im Cup hat dann natürlich an unserem Ego gekratzt.»

Trainer Zeidler hatte in Winterthur deutliche Worte gefunden: «Ich will nicht, dass meine Mannschaft so verteidigt.» Für das Heimspiel gegen Servette griff der Coach in sein 4-3-3 ein, seither setzt er auf ein 4-4-2 mit Raute, was dem Abgang von Dereck Kutesa und der Verletzung von Axel Bakayoko geschuldet ist. Zeidler fehlen einerseits zwei schnelle Flügelspieler, andererseits aber verfügt er nach dem Zuzug von Demirovic über einen Mittelstürmer mehr. Der Trainer hat sich also den neuen Gegebenheiten angepasst. «Es ist das ideale System für meine Spieler und Jérémy Guillemenot interpretiert seine Rolle hinter den Spitzen gut», sagt Zeidler. Aber natürlich gehe es weiterhin darum, die Prinzipien der schnellen Balleroberung und des Pressings einzuhalten.

Erstmals seit 14 Partien ohne Gegentor

St.Gallens Mannschaft scheint jedenfalls ein Erfolgsrezept gefunden zu haben und gewann innerhalb einer Woche dreimal in Folge. Sie erzielte neun Tore und kassierte bloss zwei Gegentreffer. Gegen Thun blieben die Ostschweizer erstmals seit dem 1:0-Erfolg bei den Grasshoppers am 4. Mai oder saison- und wettbewerbsübergreifend zum ersten Mal seit 14 Partien ohne Gegentor. Zeidler sagt lachend:

«Das Team merkt, dass unser Spiel funktioniert. Auch wenn ihm der Trainer wohl manchmal auf die Nerven geht.»

Am Samstag war der Coach rundum zufrieden mit der Leistung seiner Spieler. «Wenn es Spass macht, läuft man viel. Es macht dann noch mehr Spass, wenn man sieht, dass der Mitspieler mitläuft und die Automatismen funktionieren.» Man sei aber nicht nur viel gelaufen sondern «wir haben auch gezeigt, dass wir richtig gut Fussball spielen können».

Damit hat sich St.Gallen wieder einmal ein Spitzenspiel verdient. «Basel wird ein Gradmesser. Wir müssen noch mehr machen als gegen Thun», sagt der Trainer. Auch die Mannschaft von Marcel Koller kommt als Leader mit Selbstvertrauen in den Kybunpark. Der FC Basel hat am Sonntag Luzern mit 3:0 besiegt und in neun Spielen nur gerade eine Niederlage kassiert – in der zweiten Runde, zu Hause gegen den FC St.Gallen.

Emotionen, Geschichten und Stimmen zum 4:0 des FCSG gegen Thun zum Nachlesen gibt es hier:

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