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FCSG: Als wäre es so einfach

Die St. Galler spielen jetzt auch richtig gut Fussball, wie das 4:1 in Lausanne zeigt. Derzeit sind sie die Besten vom Rest, wofür es einige Gründe gibt. Doch die Rückkehr des Physiotherapeuten Simon Storm dürfte die Idylle stören.
Christian Brägger
Erfolgstrainer Giorgio Contini: Vierter Sieg im vierten Spiel in Folge. (Bild: freshfocus)

Erfolgstrainer Giorgio Contini: Vierter Sieg im vierten Spiel in Folge. (Bild: freshfocus)

Was für ein Samstagabend. Was für ein Auftritt des Tabellendritten in Lausanne. Ein 4:1, das zum Träumen anregt. Zumal viele Dinge auszumachen sind im FC St. Gallen, die gerade für ihn sprechen: Die drei Auswärtssiege in Serie – das war zuletzt im Frühling 2013 der Fall; hinzu das 3:0 im Kybunpark gegen Lugano und damit das Punktemaximum aus den vergangenen vier Partien, letztmals so geschehen im Herbst 2014; die überzeugende Verteidigung, in der die jungen Silvan Hefti und Jasper van der Werff Versprechen für die Zukunft sind; das Sturmduo mit Cedric Itten und Nassim Ben Khalifa, das sich auf dem Rasen sucht und findet; die Effizienz vor dem gegnerischen Tor; zwischen Jung und Alt die positive Stimmung, die Erfolge natürlich mit sich bringen; nicht zuletzt der Trainer, der weiss, an welchen Rädchen er zu drehen hat. Und so weiter. Alain Wiss, der Dirigent der Verteidigung, sagt: «Vieles hängt schon mit unserem Lauf zusammen. Der Glaube ist jetzt da, und plötzlich können wir Energien freisetzen und nochmals zulegen.»

Dejan Stojanovic: Note 4,5. Hält in der 47. Minute den Abschluss des jungen Zidane bravourös. Wenig geprüft, beim Gegentor machtlos. (Bild: pd)
Silvan Hefti: Note 4,5. Hefti spielt, wie Hefti immer spielt: Zweikampfstark, defensiv gefällig, offensiv ginge aber noch was. (Bild: pd)
Alain Wiss: Note 5,5. Wiss ist der einzige Wechsel gegenüber dem Thun-Sieg. Knüpft nahtlos an seine vergangenen Spiele an und macht das 3:0. (Bild: pd)
Jasper van der Werff: Note 5. Weiter so! Beginnt zum vierten Mal, zum vierten Mal siegt der FC St. Gallen. Am 4:1 mit einem Sololauf beteiligt. (Bild: pd)
Runar Sigurjonsson: Note 5. Hat als Sechser seine Position im Team gefunden. Macht der Isländer so weiter, wird’s vielleicht noch was mit der WM. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 4. Zu Beginn gefällig, sein Einfluss schwindet aber zusehends. Nicht in der Form des Herbstes. (Bild: pd)
Stjepan Kukuruzovic: Note 5. «Kuki» macht den Sack mit dem Tor zum 4:1 zu. Beim 3:0 findet sein Freistoss den Kopf von Wiss. (Bild: pd)
Nzuzi Toko: Note 4,5. Schlenzt den Ball vor dem 2:0 an die Latte. Der Captain ist wie immer kämpferischer Vorreiter. (Bild: pd)
Andreas Wittwer: Note 4. Hilft in der Defensive dem jungen van der Werff. Offensiv ist er eher wenig zu sehen. (Bild: pd)
Nassim Ben Khalifa: Note 5. Sein 2:0 mit der Hacke ist eine Augenweide. Die Flanke zum 1:0 auf Itten passt da perfekt ins Bild. (Bild: pd)
Cedric Itten: Note 6. Köpft das 1:0 in der 6. Minute, legt das 2:0 und das 4:1 vor. Das muss man nicht weiter kommentieren. (Bild: pd)
Philippe Koch: Note 4. Kommt für Ben Khalifa (73.), fällt danach weder auf noch ab und hilft so bei der Siegsicherung. (Bild: pd)
Danijel Aleksic: Note -. Kommt für Kukuruzovic (79.). Zu kurz für eine Bewertung. (Bild: pd)
Roman Buess: Note -. Kommt für Aratore (88.). Zu kurz für eine Bewertung. (Bild: pd)
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Die Noten der FCSG-Spieler gegen Lausanne Sport



Wiss lobt das starke Kader und die gute Ersatzbank, man spüre bei jedem Wechsel, dass noch etwas gehe. In Lausanne beispielsweise waren ein Tranquillo Barnetta oder Danijel Aleksic Ersatz, ein Nicolas Lüchinger nicht einmal dabei. Entsprechend ist es wichtig, alle Profis bei Laune zu halten. «Schon nach der 2:0-Führung habe ich gewusst, dass wir gewinnen. Weil wir in der Defensive so stabil geworden sind. Wir können ihr voll vertrauen», sagt Ben Khalifa.

Oftmals ergeben viele kleine Teile das Grosse und Ganze, das ist beim FC St. Gallen nicht anders. Wenn die Ostschweizer dann noch gefällig und mit gewisser Leichtigkeit Fussball spielen, ist Euphorie nicht fern. Contini, der derzeit Stammformation und Erfolgsformel gefunden hat, sagt: «Es gehört zum Charakter der Mannschaft, dass jeder jedem den Einsatz gönnt. Wir sind nun ein stabiles Team geworden und auf hohem Niveau wettkampffähig.» Dass seine Spieler nun attraktiver auftreten, liess der Trainer hingegen nicht gelten; es habe so gut ausgesehen, weil Lausanne mehr und damit ein St. Galler Kombinationsspiel in der Offensive zuliess. «Uns fehlt aber noch das Vertrauen, von hinten herauszuspielen.» Der Coach klönte auf sehr hohem Niveau.

Konflikte sind vorprogrammiert

Trotzdem ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Simon Storm kehrt in den Verein zurück als Gesamtleiter der Physiotherapie und Athletik. Und auch wenn dem Vorarlberger überhaupt nicht der Sinn danach steht, dürfte er Unruhe in die St. Galler Idylle bringen. Vor fast neun Monaten war Storm ohne offiziellen Grund entlassen worden, danach hiess es, er und Contini hätten das Heu nicht auf derselben Bühne. Die damalige Führung – oder wer auch immer – wollte unbedingt Benjamin Bubeck als Leiter Physiotherapie installieren, was schliesslich geschah.

Nach seinem Amtsantritt im Dezember kündigte der frisch gewählte Präsident Matthias Hüppi rasch einmal an, Storm zurückholen zu wollen, und im Januar wurde Bubeck entlassen. Die neue Führung vertraut Storms Fähigkeiten, im St. Galler Kader können diese durchaus gebraucht werden – heute leiden bedeutend mehr Spieler an Blessuren oder Verletzungen. Doch das kann auch Zufall sein. «Simons Rückkehr ist mit allen Beteiligten besprochen. Die Feinabstimmung der Zusammenarbeit wird alsbald erfolgen», sagt Hüppi. Contini habe den Entscheid absolut professionell aufgefasst. Das ist insofern von Belang, weil dem Trainer nach dem Verlust von Vertrauensleuten der nächste Knüppel vor die Beine geworfen wird – wenn man dem so sagen will. Und das ausgerechnet in einer Phase, in der es besser nicht laufen könnte. Die Frage mag erlaubt sein: War dies nötig?

Konflikte sind jedenfalls vorprogrammiert. «Mich überzeugt das Projekt. Ich kann mir vorstellen, langfristig für St. Gallen zu arbeiten», lautete am Samstag eine erste Wortmeldung Storms. Und Contini? «Ich war und bin diplomatisch. Aber Storm wird sicher kein Freund von mir. Das ist für die Zusammenarbeit auch nicht nötig. Mehr gibt es zu seiner Person nicht zu sagen.» Kann und wird das gut gehen?


Babic vor leihweisem Wechsel zu Vaduz?

Im FC St. Gallen scheint sich überdies ein nächster Personalentscheid anzubahnen. Offenbar steht Boris Babic vor dem leihweisen Übertritt zum FC Vaduz bis zum Saisonende, eine Option auf die definitive Übernahme dürfte hinzukommen. Der Wechsel des jungen Stürmers machte Sinn, in St. Gallen kam er zuletzt nicht mehr zum Zug. Die Sache hat jedoch einen Haken: Babic ist derzeit leicht verletzt.

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