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FC ST.GALLEN: Zinnbauer: "Der Druck ist riesig"

Für den FC St.Gallen scheint die Sonne derzeit nicht, die Gemütslage ist betrübt. Kann er dem drohenden Unwetter ausweichen? Ein Augenschein zum Zustand des Teams während der Trainingswoche.
Christian Brägger
Wer kann die Mannschaft nicht nur im Training mitreissen? Alain Wiss, Albert Bunjaku, Marco Aratore (vorne von links). (Bild: Ralph Ribi (Gründenmoos, 19. Oktober 2016))

Wer kann die Mannschaft nicht nur im Training mitreissen? Alain Wiss, Albert Bunjaku, Marco Aratore (vorne von links). (Bild: Ralph Ribi (Gründenmoos, 19. Oktober 2016))

FUSSBALL. Olma-Montag ist der Tag für die Friseurinnen. Oder die Fussballer. Seit Jahrzehnten. Also machen ein paar Vaduzer Fussballexponenten der Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung ihre Aufwartung, sichtlich gutgelaunt vergnügen sie sich in jener Stadt, aus der sie am Tag zuvor mit dem 2:0-Erfolg drei Punkte entführt haben. Zur neuerlichen Begegnung mit Vertretern des FC St.Gallen kommt es aber nicht. Niemand der Ostschweizer wollte sich die feucht-fröhliche Szenerie und das aktuell schwere Bad in der Menge antun nach der Schmach gegen die Liechtensteiner – der siebten in den vergangenen zehn Direktbegegnungen. Später in der Woche sagt Alain Wiss: «Es konnte jeder hingehen, der wollte. Aber logischerweise hatte keiner Lust dazu, es wäre fehl am Platz gewesen.» Der Zentralschweizer, der mit St.Gallen einen Vertrag bis Sommer 2017 hat, fügt an, dass er die Olma wie den Sieg gegen Vaduz vielleicht nie erleben wird.

Enttäuscht, zerknirscht, ratlos: Joe Zinnbauer nach der jüngsten 0:3-Pleite beim FC Luzern. (Bild: URS FLUEELER (KEYSTONE))Enttäuscht, zerknirscht, ratlos: Joe Zinnbauer nach der jüngsten 0:3-Pleite beim FC Luzern. (Bild: URS FLUEELER (KEYSTONE))
Voller Hoffnungen: Joe Zinnbauer am 22. September 2015 vor seinem ersten Spiel als FCSG-Trainer. (Bild: Urs Bucher)Voller Hoffnungen: Joe Zinnbauer am 22. September 2015 vor seinem ersten Spiel als FCSG-Trainer. (Bild: Urs Bucher)
Mit einem späten Treffer sicherte Roy Gelmi (rechts) Joe Zinnbauer in dessen erstem Spiel als FCSG-Trainer die ersten drei Punkte. (Bild: Urs Bucher)Mit einem späten Treffer sicherte Roy Gelmi (rechts) Joe Zinnbauer in dessen erstem Spiel als FCSG-Trainer die ersten drei Punkte. (Bild: Urs Bucher)
Grosser Jubel bei Joe ZInnbauer nach Abpfiff: Die ersten drei Punkte sind im Trockenen. (Bild: Urs Bucher)Grosser Jubel bei Joe ZInnbauer nach Abpfiff: Die ersten drei Punkte sind im Trockenen. (Bild: Urs Bucher)
26. September 2015: Zinnbauers erstes Gegentor als FCSG-Trainer. Shani Tarashaj trifft für GC. Der Match ging schliesslich 1:1 aus. (Bild: ANTHONY ANEX (KEYSTONE))26. September 2015: Zinnbauers erstes Gegentor als FCSG-Trainer. Shani Tarashaj trifft für GC. Der Match ging schliesslich 1:1 aus. (Bild: ANTHONY ANEX (KEYSTONE))
4. Oktober 2015: Die St.Galler bejubeln die Führung gegen Sion. Schlussresultat: 1:1. (Bild: ANTHONY ANEX (KEYSTONE))4. Oktober 2015: Die St.Galler bejubeln die Führung gegen Sion. Schlussresultat: 1:1. (Bild: ANTHONY ANEX (KEYSTONE))
Der Match gegen Sion blieb vielen vor allem wegen der emotionalen Verabschiedung von Ex-Trainer Jeff Saibene in Erinnerung. (Bild: Benjamin Manser)Der Match gegen Sion blieb vielen vor allem wegen der emotionalen Verabschiedung von Ex-Trainer Jeff Saibene in Erinnerung. (Bild: Benjamin Manser)
Zinnbauers erste Pleite: Am 18. Oktober 2015 gingen die St.Galler in Lugano sang- und klanglos mit 1:3 ein. (Bild: DAVIDE AGOSTA (TI-PRESS))Zinnbauers erste Pleite: Am 18. Oktober 2015 gingen die St.Galler in Lugano sang- und klanglos mit 1:3 ein. (Bild: DAVIDE AGOSTA (TI-PRESS))
Später 2:2-Ausgleich: Am 24. Oktober 2015 rettete Dzengis Cavusevic dem FCSG in der Nachspielzeit auswärts beim FCZ einen Punkt. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))Später 2:2-Ausgleich: Am 24. Oktober 2015 rettete Dzengis Cavusevic dem FCSG in der Nachspielzeit auswärts beim FCZ einen Punkt. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))
Jubel am 1. November 2015: Der FC St.Gallen hat mit dem 1:0 gegen Luzern Revanche genommen für die Cuppleite gegen denselben Gegner wenige Tage zuvor. (Bild: Benjamin Manser)Jubel am 1. November 2015: Der FC St.Gallen hat mit dem 1:0 gegen Luzern Revanche genommen für die Cuppleite gegen denselben Gegner wenige Tage zuvor. (Bild: Benjamin Manser)
Auswärtssieg in Thun: Die Berner Oberländer haben in der ersten halben Stunde dreimal den Pfosten getroffen- dank Toren von Egar Salli (Bild) und Danijel Aleksic gewann der FCSG am 8. November 2015 trotzdem. (Bild: MARCEL BIERI (KEYSTONE))Auswärtssieg in Thun: Die Berner Oberländer haben in der ersten halben Stunde dreimal den Pfosten getroffen- dank Toren von Egar Salli (Bild) und Danijel Aleksic gewann der FCSG am 8. November 2015 trotzdem. (Bild: MARCEL BIERI (KEYSTONE))
Gross war die Vorfreude der Fans auf den Hit gegen Branchenprimus Basel am 22. November 2015... (Bild: Urs Bucher)Gross war die Vorfreude der Fans auf den Hit gegen Branchenprimus Basel am 22. November 2015... (Bild: Urs Bucher)
Als dann der Schnee kam, drehte St.Gallen auf: 2:1-Sieg gegen den FCB. (Bild: Urs Bucher)Als dann der Schnee kam, drehte St.Gallen auf: 2:1-Sieg gegen den FCB. (Bild: Urs Bucher)
Ein enttäuschter Daniel Lopar am 28. November 2015 - 1:2-Auswärtsniederlage bei den Young Boys. (Bild: PETER KLAUNZER (KEYSTONE))Ein enttäuschter Daniel Lopar am 28. November 2015 - 1:2-Auswärtsniederlage bei den Young Boys. (Bild: PETER KLAUNZER (KEYSTONE))
Am 6. Dezember 2015 kam der Samichlaus in die Arena - und die Espen waren gegen Vaduz wieder einmal die Chläuse: Es gab nur ein erknorztes 2:2 gegen die Ländle-Kicker. (Bild: Beat Belser)Am 6. Dezember 2015 kam der Samichlaus in die Arena - und die Espen waren gegen Vaduz wieder einmal die Chläuse: Es gab nur ein erknorztes 2:2 gegen die Ländle-Kicker. (Bild: Beat Belser)
An diesem Match war auch Ex-Espe Tranquillo Barnetta im Stadion. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))An diesem Match war auch Ex-Espe Tranquillo Barnetta im Stadion. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))
Guter Auftritt, keine Punkte: Am 7. Februar 2016 verliert der FCSG zum Auftakt der Rückrunde daheim 1:2 gegen Thun. (Bild: Ralph Ribi)Guter Auftritt, keine Punkte: Am 7. Februar 2016 verliert der FCSG zum Auftakt der Rückrunde daheim 1:2 gegen Thun. (Bild: Ralph Ribi)
Am 21. Februar 2016 sorgten St.Galler Chaoten für einen Spielunterbruch in Luzern. Grünweiss gewann schliesslich mit 1:0. (Bild: URS FLUEELER (KEYSTONE))Am 21. Februar 2016 sorgten St.Galler Chaoten für einen Spielunterbruch in Luzern. Grünweiss gewann schliesslich mit 1:0. (Bild: URS FLUEELER (KEYSTONE))
Ein skeptischer Joe Zinnbauer am 28. Februar 2016: Sein Team erzielt im Heimspiel gegen Lugano drei Tore - es gibt aber trotz einer 2:0-Führung nur einen Punkt. (Bild: NICK SOLAND (KEYSTONE))Ein skeptischer Joe Zinnbauer am 28. Februar 2016: Sein Team erzielt im Heimspiel gegen Lugano drei Tore - es gibt aber trotz einer 2:0-Führung nur einen Punkt. (Bild: NICK SOLAND (KEYSTONE))
7. März 2016: Frühes Rot für Mario Mutsch. Trotzdem gewinnen die Ostschweizer nach einer überzeugenden Leistung 2:0 gegen GC. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))7. März 2016: Frühes Rot für Mario Mutsch. Trotzdem gewinnen die Ostschweizer nach einer überzeugenden Leistung 2:0 gegen GC. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))
Joe Zinnbauer freut sich über die drei Punkte gegen GC trotz einer 75-minütigen Unterzahl. (Bild: Urs Bucher)Joe Zinnbauer freut sich über die drei Punkte gegen GC trotz einer 75-minütigen Unterzahl. (Bild: Urs Bucher)
Feurige St.Galler Fans am 13. März 2016 in Basel. Die Ostschweizer überzeugen, gehen schliesslich aber trotzdem mit einer 2:4-Niederlage vom Platz. (Bild: GEORGIOS KEFALAS (KEYSTONE))Feurige St.Galler Fans am 13. März 2016 in Basel. Die Ostschweizer überzeugen, gehen schliesslich aber trotzdem mit einer 2:4-Niederlage vom Platz. (Bild: GEORGIOS KEFALAS (KEYSTONE))
Zehn Punkte für diese Choreo der Espen-Fans - null für die Mannschaft: 2:3-Heimpleite gegen YB am 19. März 2016. (Bild: Ralph Ribi)Zehn Punkte für diese Choreo der Espen-Fans - null für die Mannschaft: 2:3-Heimpleite gegen YB am 19. März 2016. (Bild: Ralph Ribi)
0:4 beim FC Zürich am 2. April 2016 - die Talfahrt von Joe Zinnbauers Mannen nimmt ihren Lauf. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))0:4 beim FC Zürich am 2. April 2016 - die Talfahrt von Joe Zinnbauers Mannen nimmt ihren Lauf. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))
Die nächste Niederlage: 10. April 2016 - Vaduz besiegt den FCSG 3:0. Gianluca Gaudino stellt sich nach dem Match den Espen-Fans. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))Die nächste Niederlage: 10. April 2016 - Vaduz besiegt den FCSG 3:0. Gianluca Gaudino stellt sich nach dem Match den Espen-Fans. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))
Ausgleichtreffer im Wallis: Daniel Lopar kassiert am 13. April 2016 das 1:1 nach einer frühen Führung der Espen. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))Ausgleichtreffer im Wallis: Daniel Lopar kassiert am 13. April 2016 das 1:1 nach einer frühen Führung der Espen. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))
Die Mutter aller Heimpleiten: St.Gallen - Basel 0:7, heisst es am 17. April 2016. Eine halbe Stunden halten die Espen einigermassen mit - danach spielen sie sich ins Elend. (Bild: Benjamin Manser)Die Mutter aller Heimpleiten: St.Gallen - Basel 0:7, heisst es am 17. April 2016. Eine halbe Stunden halten die Espen einigermassen mit - danach spielen sie sich ins Elend. (Bild: Benjamin Manser)
Kurzes Zwischenhoch: Wenige Tage nach dem Basel-Debakel bezwingen die St.Galler - im Bild Edgar Salli und Danijel Aleksic - Sion mit 2:1. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))Kurzes Zwischenhoch: Wenige Tage nach dem Basel-Debakel bezwingen die St.Galler - im Bild Edgar Salli und Danijel Aleksic - Sion mit 2:1. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))
Drei Tage nach dem Sion-Heimsieg ist die Hausse bereits wieder vorbei: GC - FCSG 2:0 (23. April 2016). (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))Drei Tage nach dem Sion-Heimsieg ist die Hausse bereits wieder vorbei: GC - FCSG 2:0 (23. April 2016). (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))
Die nächste Vaduz-Pleite, und die nächste Aussprache mit den empörten Fans: Am Tag der Arbeit haben die St.Galler keinen Bock, sich zu zerreissen - und verlieren daheim mit 1:3. (Bild: SEBASTIAN SCHNEIDER (KEYSTONE))Die nächste Vaduz-Pleite, und die nächste Aussprache mit den empörten Fans: Am Tag der Arbeit haben die St.Galler keinen Bock, sich zu zerreissen - und verlieren daheim mit 1:3. (Bild: SEBASTIAN SCHNEIDER (KEYSTONE))
Tor für den FCSG! Albert Bunjaku trifft am 7. Mai 2016 - Schlussresultat: Thun - St.Gallen 2:2. (Bild: PETER SCHNEIDER (KEYSTONE))Tor für den FCSG! Albert Bunjaku trifft am 7. Mai 2016 - Schlussresultat: Thun - St.Gallen 2:2. (Bild: PETER SCHNEIDER (KEYSTONE))
Keine Chance in Bern: Am 12. Mai 2016 verlieren die Espen 1:3 bei YB und kommen immer mehr in den Abstiegsstrudel. (Bild: DANIEL TEUSCHER (PHOTOPRESS))Keine Chance in Bern: Am 12. Mai 2016 verlieren die Espen 1:3 bei YB und kommen immer mehr in den Abstiegsstrudel. (Bild: DANIEL TEUSCHER (PHOTOPRESS))
Der Befreiungsschlag: Am 16. Mai 2016 brillieren die Espen beim 3:0 gegen den FCZ - sie haben sich den Ligaerhalt damit faktisch gesichert. (Bild: Ralph Ribi)Der Befreiungsschlag: Am 16. Mai 2016 brillieren die Espen beim 3:0 gegen den FCZ - sie haben sich den Ligaerhalt damit faktisch gesichert. (Bild: Ralph Ribi)
Nach dem Ligaerhalt könnten die St.Galler am 22. Mai 2016 befreit aufspielen gegen den FC Luzern. Sie gehen daheim 1:4 unter und verärgern ihre Anhänger ein weiteres Mal. (Bild: Urs Bucher)Nach dem Ligaerhalt könnten die St.Galler am 22. Mai 2016 befreit aufspielen gegen den FC Luzern. Sie gehen daheim 1:4 unter und verärgern ihre Anhänger ein weiteres Mal. (Bild: Urs Bucher)
Auch im letzten Spiel der Saison 2015/2016 lässt sich St.Gallen gehen und unterliegt Lugano auswärts mit 0:3. Die Tessiner sichern sich damit auf Kosten des FC Zürich den Ligaerhalt. (Bild: GABRIELE PUTZU (KEYSTONE/TI-PRESS))Auch im letzten Spiel der Saison 2015/2016 lässt sich St.Gallen gehen und unterliegt Lugano auswärts mit 0:3. Die Tessiner sichern sich damit auf Kosten des FC Zürich den Ligaerhalt. (Bild: GABRIELE PUTZU (KEYSTONE/TI-PRESS))
Neue Saison, neue Hoffnung - und endlich eine FCSG-Hymne - sie liegt vor dem ersten Match der Saison 2016/2017 in der AFG Arena auf. (Bild: Benjamin Manser)Neue Saison, neue Hoffnung - und endlich eine FCSG-Hymne - sie liegt vor dem ersten Match der Saison 2016/2017 in der AFG Arena auf. (Bild: Benjamin Manser)
Hymne hin oder her: St.Gallen findet im ersten Saisonspiel gegen YB den Takt nicht, hat praktisch keine Torchancen und verliert mit 0:2. (Bild: Benjamin Manser)Hymne hin oder her: St.Gallen findet im ersten Saisonspiel gegen YB den Takt nicht, hat praktisch keine Torchancen und verliert mit 0:2. (Bild: Benjamin Manser)
Zweites Saisonspiel, zweite Niederlage: 1:2 in Sion am 30. Juli 2016. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))Zweites Saisonspiel, zweite Niederlage: 1:2 in Sion am 30. Juli 2016. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))
Endlich wieder St.Galler Jubel: Am dritten Spieltag der neuen Saison bezwingen die Espen GC mit 2:1. (Bild: Ralph Ribi)Endlich wieder St.Galler Jubel: Am dritten Spieltag der neuen Saison bezwingen die Espen GC mit 2:1. (Bild: Ralph Ribi)
Die nächste Niederlage folgt auf dem Fuss: Am 11. August 2016 verlieren die St.Galler bei Aufsteiger Lausanne mit 0:1 - Joe Zinnbauer im Gespräch mit Assistent Daniel Tarone. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))Die nächste Niederlage folgt auf dem Fuss: Am 11. August 2016 verlieren die St.Galler bei Aufsteiger Lausanne mit 0:1 - Joe Zinnbauer im Gespräch mit Assistent Daniel Tarone. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))
Auch in der neuen Saison müssen sich die St.Galler nach dem Spiel bei Vaduz ihren Anhängern erklären - im Ländle setzt es am 21. August 2016 eine 0:2-Pleite ab. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))Auch in der neuen Saison müssen sich die St.Galler nach dem Spiel bei Vaduz ihren Anhängern erklären - im Ländle setzt es am 21. August 2016 eine 0:2-Pleite ab. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))
Beste Rahmenbedingungen im Kybunpark am 28. August 2016 vor dem Heimspiel gegen Luzern... (Bild: Urs Bucher)Beste Rahmenbedingungen im Kybunpark am 28. August 2016 vor dem Heimspiel gegen Luzern... (Bild: Urs Bucher)
... und auch für die Espen scheint die Sonne: Klares 3:0 nach einer tollen Leistung gegen den FC Luzern. (Bild: Urs Bucher)... und auch für die Espen scheint die Sonne: Klares 3:0 nach einer tollen Leistung gegen den FC Luzern. (Bild: Urs Bucher)
Doch die St.Galler Anhänger werden bereits im nächsten Heimspiel wieder bitter von ihren Lieblingen enttäuscht: 0:2 gegen Lugano nach einem ganz schwachen Auftritt. (Bild: Urs Bucher)Doch die St.Galler Anhänger werden bereits im nächsten Heimspiel wieder bitter von ihren Lieblingen enttäuscht: 0:2 gegen Lugano nach einem ganz schwachen Auftritt. (Bild: Urs Bucher)
Immer, wenn Joe Zinnbauer und seine Mannen das Messer am Hals haben, gewinnen sie - so auch am 20. September 2016: 2:1 beim FC Thun. (Bild: PETER SCHNEIDER (KEYSTONE))Immer, wenn Joe Zinnbauer und seine Mannen das Messer am Hals haben, gewinnen sie - so auch am 20. September 2016: 2:1 beim FC Thun. (Bild: PETER SCHNEIDER (KEYSTONE))
Gut gespielt und trotzdem verloren: Ein Anhänger beim 1:3 des FC St.Gallen gegen Basel am 24. September 2016. (Bild: Benjamin Manser)Gut gespielt und trotzdem verloren: Ein Anhänger beim 1:3 des FC St.Gallen gegen Basel am 24. September 2016. (Bild: Benjamin Manser)
Ausgleich in der Nachspielzeit: Die St.Galler feiern Torschütze Albert Bunjaku (vorne links) beim 2:2 bei YB. (Bild: ANTHONY ANEX (KEYSTONE))Ausgleich in der Nachspielzeit: Die St.Galler feiern Torschütze Albert Bunjaku (vorne links) beim 2:2 bei YB. (Bild: ANTHONY ANEX (KEYSTONE))
Es geht einfach nicht gegen Vaduz: Enttäuschte St.Galler trotten am Sonntag nach der 0:2-Heimniederlage vom Feld. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))Es geht einfach nicht gegen Vaduz: Enttäuschte St.Galler trotten am Sonntag nach der 0:2-Heimniederlage vom Feld. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))
"Zinnbauer raus!", schallte es dem FCSG-Trainer nach der jüngsten Heimniederlage von den Rängen entgegen. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))"Zinnbauer raus!", schallte es dem FCSG-Trainer nach der jüngsten Heimniederlage von den Rängen entgegen. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))
Joe Zinnbauer während der jüngsten Pleite seines Teams beim FC Luzern. (Bild: URS FLUEELER (KEYSTONE))Joe Zinnbauer während der jüngsten Pleite seines Teams beim FC Luzern. (Bild: URS FLUEELER (KEYSTONE))
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Joe Zinnbauer: Ein Jahr des Grauens

Aussprachen am Montag

An besagtem Olma-Montag sprechen sich die St.Galler Spieler vielmehr aus, mit Trainer Joe Zinnbauer und ohne ihn, alles kommt auf den Tisch. Albian Ajeti sagt: «Wir waren vor Vaduz auf einem guten Weg. Aber so ist der Fussball. Wenn du verlierst, ist alles negativ. Wenn du gewinnst, ist alles positiv.» Marco Aratore nimmt den Gesprächen die Dramatik. Nach jeder Partie würden sie erfolgen, «wir wollen uns ja verbessern, also reden wir viel».

Am Mittwochnachmittag findet auf dem hintersten Rasen im Gründenmoos ein internes Trainingsspiel statt über zweimal zwanzig Minuten. Nnamdi Aghanya, der Datenanalyst, filmt alles mit seiner Kamera. In der Vorwoche während der Länderspielpause hat er dies noch heimlich getan, als der FC Vaduz gegen den FC Heidenheim, einen Club der zweiten deutschen Bundesliga, eine Testpartie ausgetragen hat. Es wirkt alles fast zu ruhig auf dem Platz, die Gemüter scheinen bedrückt. Man neigt dazu, dies nach dem Rückschlag vom Sonntag irgendwie auch hineinzuinterpretieren. Jedenfalls sind keine verbalen Inputs zu hören, und falls sie doch stattfinden, dringen sie nicht bis zu den wenigen Zaungästen hervor. Der Arbeiter, der die Hecke zwischen Autobahn und Platz mit seiner lärmigen Maschine stutzt, saugt alle Emissionen auf. Einzig der neue Leader Karim Haggui schafft es manchmal, lauter zu sein als das Gerät. Man möchte nicht in der Nähe des Innenverteidigers stehen, wenn er nach Fehlern seine Mitspieler zusammenfaltet. Solche Typen wie den Tunesier hat der FC St.Gallen gesucht, also alles halb so schlimm.

Das waren noch Zeiten: St.Gallens Marco Mathys (Mitte) wird für seinen Treffer gegen Kuban Krasnodar gefeiert. (Bild: STEFFEN SCHMIDT (KEYSTONE))Das waren noch Zeiten: St.Gallens Marco Mathys (Mitte) wird für seinen Treffer gegen Kuban Krasnodar gefeiert. (Bild: STEFFEN SCHMIDT (KEYSTONE))
Goalie Daniel Lopar: Seine Grosstat vollbrachte der Romanshorner im Heimspiel gegen Valencia, als er einen Elfmeter entschärfen konnte. Er spielt nach wie vor für den FCSG - an der aktuellen Krise trägt er die geringste Schuld. (Bild: Urs Bucher)Goalie Daniel Lopar: Seine Grosstat vollbrachte der Romanshorner im Heimspiel gegen Valencia, als er einen Elfmeter entschärfen konnte. Er spielt nach wie vor für den FCSG - an der aktuellen Krise trägt er die geringste Schuld. (Bild: Urs Bucher)
Mario Mutsch im Spiel gegen Kuban Krasnodar. Der emsige Arbeiter von damals ist der Luxemburger geblieben - er ist aber nicht mehr Stammspieler und überzeugt, wenn er denn spielt, immer weniger. (Bild: Urs Bucher)Mario Mutsch im Spiel gegen Kuban Krasnodar. Der emsige Arbeiter von damals ist der Luxemburger geblieben - er ist aber nicht mehr Stammspieler und überzeugt, wenn er denn spielt, immer weniger. (Bild: Urs Bucher)
Tor gegen Valencia! Verteidiger Stéphane Besle jubelt in der AFG Arena. Nach Differenzen mit Jeff Saibene wechselte der Franzose in seine Heimat zu Lens. Mittlerweile spielt er wieder in der Schweiz - beim FC Aarau in der Challenge League. (Bild: Urs Bucher)Tor gegen Valencia! Verteidiger Stéphane Besle jubelt in der AFG Arena. Nach Differenzen mit Jeff Saibene wechselte der Franzose in seine Heimat zu Lens. Mittlerweile spielt er wieder in der Schweiz - beim FC Aarau in der Challenge League. (Bild: Urs Bucher)
Der Turm in der Abwehr: Philippe Montandon hielt die Defensive des FCSG auch auf europäischer Ebene oftmals zusammen. Er musste seine Karriere Anfang 2015 nach seiner achten Gehirnerschütterung beenden. Für kurze Zeit war er danach noch Teammanager der Espen. (Bild: Urs Bucher)Der Turm in der Abwehr: Philippe Montandon hielt die Defensive des FCSG auch auf europäischer Ebene oftmals zusammen. Er musste seine Karriere Anfang 2015 nach seiner achten Gehirnerschütterung beenden. Für kurze Zeit war er danach noch Teammanager der Espen. (Bild: Urs Bucher)
Bissig und giftig: So kannte man Ermir Lenjani in St.Gallen. 2015 wechselte er zu Stade Rennes, wo er nach wie vor spielt. (Bild: Michel Canonica)Bissig und giftig: So kannte man Ermir Lenjani in St.Gallen. 2015 wechselte er zu Stade Rennes, wo er nach wie vor spielt. (Bild: Michel Canonica)
Martin Stocklasa kam im Heimspiel gegen Valencia zu einem Teileinsatz. Aktuell ist der Liechtensteiner Assistenztrainer von Joe Zinnbauer beim FCSG. (Bild: Urs Jaudas)Martin Stocklasa kam im Heimspiel gegen Valencia zu einem Teileinsatz. Aktuell ist der Liechtensteiner Assistenztrainer von Joe Zinnbauer beim FCSG. (Bild: Urs Jaudas)
Auch Verteidiger Ivan Martic durfte im Herbst 2013 europäische Fussballluft schnuppern. Mittlerweile ist Martic bei Rijeka in Kroatien tätig. (Bild: Urs Bucher)Auch Verteidiger Ivan Martic durfte im Herbst 2013 europäische Fussballluft schnuppern. Mittlerweile ist Martic bei Rijeka in Kroatien tätig. (Bild: Urs Bucher)
Es war der Höhepunkt in einer noch jungen Karriere: Dejan Janjatovic hat den FC St.Gallen mit dem 4:2 gegen Spartak Moskau soeben in die Europa League geschossen. Später fiel Janjatovic oftmals durch Lustlosigkeit und Inkonstanz auf - Trainer Joe Zinnbauer hatte für ihn keine Verwendung mehr. Janjatovics aktueller Verein heisst Vaduz. (Bild: MAXIM SHIPENKOV (EPA))Es war der Höhepunkt in einer noch jungen Karriere: Dejan Janjatovic hat den FC St.Gallen mit dem 4:2 gegen Spartak Moskau soeben in die Europa League geschossen. Später fiel Janjatovic oftmals durch Lustlosigkeit und Inkonstanz auf - Trainer Joe Zinnbauer hatte für ihn keine Verwendung mehr. Janjatovics aktueller Verein heisst Vaduz. (Bild: MAXIM SHIPENKOV (EPA))
Stéphane Nater bildete gemeinsam mit Dejan Janjatovic ein kongeniales Duo im Mittelfeld. Aus - wie er offen zugab - finanziellen Gründen wechselte Nater 2014 zum Club Africain Tunis, wo er nach wie vor spielt. Die St.Galler Fans trauern Nater immer noch nach. (Bild: Urs Bucher)Stéphane Nater bildete gemeinsam mit Dejan Janjatovic ein kongeniales Duo im Mittelfeld. Aus - wie er offen zugab - finanziellen Gründen wechselte Nater 2014 zum Club Africain Tunis, wo er nach wie vor spielt. Die St.Galler Fans trauern Nater immer noch nach. (Bild: Urs Bucher)
Er traf gegen Spartak Moskau und Kuban Krasnodar: Marco Mathys. Der Mittelfeldspieler war in der Folge vom FCZ umworben, blieb in St.Gallen - und fiel unter Joe Zinnbauer ausser Rang und Traktanden. Er kickt mittlerweile für den FC Vaduz. (Bild: Urs Bucher)Er traf gegen Spartak Moskau und Kuban Krasnodar: Marco Mathys. Der Mittelfeldspieler war in der Folge vom FCZ umworben, blieb in St.Gallen - und fiel unter Joe Zinnbauer ausser Rang und Traktanden. Er kickt mittlerweile für den FC Vaduz. (Bild: Urs Bucher)
Der Kämpfer auf dem Flügel: Matias Vitkieviez im Heimspiel gegen Kuban Krasnodar. Der Leihspieler von YB kehrte später nach Bern zurück. Sein aktueller Verein: Servette Genf. (Bild: Michel Canonica)Der Kämpfer auf dem Flügel: Matias Vitkieviez im Heimspiel gegen Kuban Krasnodar. Der Leihspieler von YB kehrte später nach Bern zurück. Sein aktueller Verein: Servette Genf. (Bild: Michel Canonica)
Sébastien Wüthrich im Einsatz gegen Kuban Krasnodar. Wüthrich hinterliess wenige Spuren in St.Gallen. Mittlerweile spielt er für den FC Aarau in der Challenge League. (Bild: Urs Jaudas)Sébastien Wüthrich im Einsatz gegen Kuban Krasnodar. Wüthrich hinterliess wenige Spuren in St.Gallen. Mittlerweile spielt er für den FC Aarau in der Challenge League. (Bild: Urs Jaudas)
Aggressivleader und Heisssporn: Kristian Nushi. Zur Auswärtspartie gegen Spartak Moskau durfte er als Kosovare nicht mitreisen - Visaprobleme. Dass er später trotzdem Europa League spielen würde, hätte er sich kaum träumen lassen. Nach seiner Zeit beim FC St.Gallen schnürte Nushi die Fussballschuhe für Winterthur und kurze Zeit für Tuggen. (Bild: Michel Canonica)Aggressivleader und Heisssporn: Kristian Nushi. Zur Auswärtspartie gegen Spartak Moskau durfte er als Kosovare nicht mitreisen - Visaprobleme. Dass er später trotzdem Europa League spielen würde, hätte er sich kaum träumen lassen. Nach seiner Zeit beim FC St.Gallen schnürte Nushi die Fussballschuhe für Winterthur und kurze Zeit für Tuggen. (Bild: Michel Canonica)
Es war DER Moment in der noch jungen Karriere des Roberto Rodriguez: In der Europa-League-Qualifikation bei Spartak Moskau erzielte Rodriguez noch vor der Pause das vorentscheidende 3:1 für den FCSG. Im Streit mit Trainer Jeff Saibene verliess Rodriguez den Club später in Richtung Italien - und spielt mittlerweile für den FC Zürich. (Bild: MAXIM SHIPENKOV (EPA))Es war DER Moment in der noch jungen Karriere des Roberto Rodriguez: In der Europa-League-Qualifikation bei Spartak Moskau erzielte Rodriguez noch vor der Pause das vorentscheidende 3:1 für den FCSG. Im Streit mit Trainer Jeff Saibene verliess Rodriguez den Club später in Richtung Italien - und spielt mittlerweile für den FC Zürich. (Bild: MAXIM SHIPENKOV (EPA))
Die Arena bebte, als Goran Karanovic nach einem mustergültigen Konter in Unterzahl das kurzzeitige 2:1 gegen Sevilla erzielte. Karanovic schied im Sommer 2015 im Unfrieden vom FC St.Gallen und spielt aktuell in Frankreich bei Angers. (Bild: Urs Bucher)Die Arena bebte, als Goran Karanovic nach einem mustergültigen Konter in Unterzahl das kurzzeitige 2:1 gegen Sevilla erzielte. Karanovic schied im Sommer 2015 im Unfrieden vom FC St.Gallen und spielt aktuell in Frankreich bei Angers. (Bild: Urs Bucher)
Ein einziges Missverständnis: St.Gallens Alhassane Keita kam weder in der Europa League - hier gegen Swansea - noch in der Super League in die Gänge. Aktuell ist er in den USA bei Jacksonville Armada FC. (Bild: Michel Canonica)Ein einziges Missverständnis: St.Gallens Alhassane Keita kam weder in der Europa League - hier gegen Swansea - noch in der Super League in die Gänge. Aktuell ist er in den USA bei Jacksonville Armada FC. (Bild: Michel Canonica)
Marcel Herzog durfte beim bedeutungslosen letzten Spiel des FCSG gegen Swansea im Kasten der Espen stehen - er hielt ihn rein. Herzog sitzt bei den Espen nach wie vor auf der Bank - ein Vorbeikommen an Daniel Lopar gibt es für ihn nicht. (Bild: Urs Jaudas)Marcel Herzog durfte beim bedeutungslosen letzten Spiel des FCSG gegen Swansea im Kasten der Espen stehen - er hielt ihn rein. Herzog sitzt bei den Espen nach wie vor auf der Bank - ein Vorbeikommen an Daniel Lopar gibt es für ihn nicht. (Bild: Urs Jaudas)
Muhamed Demiri spielte nicht oft für den FC St.Gallen. Im Dezember 2013, im Heimspiel gegen Swansea, kam er zum Einsatz. Er ist aktuell vereinslos. (Bild: Michel Canonica)Muhamed Demiri spielte nicht oft für den FC St.Gallen. Im Dezember 2013, im Heimspiel gegen Swansea, kam er zum Einsatz. Er ist aktuell vereinslos. (Bild: Michel Canonica)
Auch Daniele Russo gehört zu jenen, die in der Europa League teils für den FC St.Gallen auflaufen durften. Als Russo keine Perspektiven mehr beim FCSG sah, wechselte er in die Challenge League zu Winterthur. (Bild: Michel Canonica)Auch Daniele Russo gehört zu jenen, die in der Europa League teils für den FC St.Gallen auflaufen durften. Als Russo keine Perspektiven mehr beim FCSG sah, wechselte er in die Challenge League zu Winterthur. (Bild: Michel Canonica)
Auch Marco Franin durfte im Herbst 2013 einige Minuten Europa-League-Luft schnuppern. Mittlerweile spielt er für den SC Brühl in der Promotion League. (Bild: Urs Jaudas)Auch Marco Franin durfte im Herbst 2013 einige Minuten Europa-League-Luft schnuppern. Mittlerweile spielt er für den SC Brühl in der Promotion League. (Bild: Urs Jaudas)
Mario Schönenberger konnte sich beim FC St.Gallen zu keiner Zeit einen Stammplatz erkämpfen. In der Europa League setzte ihn Trainer Jeff Saibene trotzdem als Teilzeitarbeiter ein. Schönenberger ist mittlerweile nicht mehr im Spitzenfussball aktiv. (Bild: Urs Jaudas)Mario Schönenberger konnte sich beim FC St.Gallen zu keiner Zeit einen Stammplatz erkämpfen. In der Europa League setzte ihn Trainer Jeff Saibene trotzdem als Teilzeitarbeiter ein. Schönenberger ist mittlerweile nicht mehr im Spitzenfussball aktiv. (Bild: Urs Jaudas)
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Als der FCSG noch Freude machte


Löcher stopfen vor dem Feierabend

Auf dem Platz nebenan spult der rekonvaleszente Lucas Cueto mit einem Physiotherapeuten sein individuelles Programm ab. Auf die St.Galler Krise angesprochen, sagt er: «Das kriegen wir schon wieder hin.» Inzwischen ist auch das Spiel vorbei, 3:2 endet es, und für weitere zehn Minuten lässt Zinnbauer nun das Toreschiessen üben, mit dem St.Gallen immer wieder Mühe hat. Danach ist Feierabend. Weil der Rasen der Belastung aber nicht überall standhält, müssen die Profis vor der warmen Dusche noch die Löcher stopfen. Irgendwann wird Aratore auf seine gute Leistung gegen Vaduz angesprochen. Er sagt: «Das bringt mir auch nichts, dafür kann ich mir nichts kaufen.» Alsbald schreitet auch Zinnbauer, bei dem kalten Wetter tief in Kappe und Jacke gehüllt, zurück in den Kybunpark. Wie es ihm denn heute gehe? «Es könnte besser sein», sagt der Deutsche, der gerade jetzt nicht mehr so kämpferisch, so forsch wie damals vor 13 Monaten wirkt, als er als Trainer des FC St.Gallen vorgestellt worden ist.

Gestern Donnerstag findet am Morgen das letzte öffentliche Training statt: Balltechnik, Konzentrationsübungen und Standards stehen auf dem Programm. Laut Zinnbauer wird heute dann der Fokus auf die Spielform und den Gegner vom Sonntag gerichtet, den FC Luzern. Die Spieler sind bei der Sache, der Einsatz stimmt. Auch bei Mario Leitgeb. Der Österreicher ist – wenn man so will – unter Zinnbauer zwischen Stuhl und Bank gefallen. Ohne Einsatzminuten in der Saison 2016/17 in Cup und Meisterschaft. Verständlich, gibt sich der defensive Mittelfeldspieler wortkarg, ehe er von dannen zieht. «Niemand kennt meine Situation. Wie es mir geht, wie die genauen Umstände sind, das alles weiss nur ich. Ich möchte nichts dazu sagen.»

Freistösse nach dem Training

Es ist Viertel nach elf, das Training ist offiziell zu Ende. Aratore, Gianluca Gaudino und Danijel Aleksic üben noch Freistösse. Später sagt Aratore, der kleine, aufgestellte Italiener: «Wir brauchen Konstanz. Das würde alle unsere Probleme beseitigen.» Zinnbauer hört diese Sätze nicht mehr. Der Coach hat die Trainingseinheit früher verlassen – ein Termin mit Sportchef Christian Stübi. Auf dem Weg dahin kommt er kurzzeitig ins Reden. «Natürlich wird meine Arbeit vom Vorstand hinterfragt. Der Druck ist riesig, aber wer mich kennt, der weiss, dass ich niemals aufgebe. Ich laufe nicht weg. Wir finden aus dem Tief heraus.» Die Resignation, die man bei ihm zu spüren glaubte, ist jetzt weg. Wenn es denn so einfach wäre.

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