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Die Bäume wachsen nicht in den Himmel: Wie der FC St.Gallen YB zum Toreschiessen einlud

Der FC St.Gallen wehrt sich beim 2:3 nach Kräften, aber die Young Boys sind eine Nummer zu gross. Der überragende Leader der Super League nützt Unachtsamkeiten der Ostschweizer eiskalt aus.
Christian Brägger
St.Gallens Goalie Dejan Stojanovic musste gegen YB gleich dreimal hinter sich greifen. (Bild: Urs Bucher)

St.Gallens Goalie Dejan Stojanovic musste gegen YB gleich dreimal hinter sich greifen. (Bild: Urs Bucher)

Es gab sie, die Argumente, die für den FC St.Gallen sprachen im Spitzenspiel gegen die Young Boys. Etwa die jüngsten Erfolge in der Meisterschaft gegen Zürich und Sion oder der zwölfte Mann im Kybunpark mit 14'600 Zuschauern, vielleicht eine gewisse Müdigkeit der Berner nach strengen Europacupwochen. Zudem war da die Erkenntnis, dass der FC St. Gallen taktische Fortschritte macht unter Peter Zeidler.

Aber es gab auch den folgenden Hinweis des St. Galler Trainers:

«Mein Team müsste alles besser machen als bisher, um gegen die beste Mannschaft der Schweiz zu bestehen.»

Am Ende, nach einem intensiven 2:3, das unerwartet in den Schlussminuten nochmals spannend geworden war, musste Zeidler feststellen, dass es eben nicht alles besser gemacht hatte. «Die Berner haben verdient gewonnen. Man hat ihre Klasse gesehen.» Er habe auf des Gegners Seite Spieler mit Bundesliganiveau gesehen, sagte Zeidler. Da kein St.Galler auf ein ähnliches Niveau gekommen war, war die Niederlage im Prinzip logisch; vor allem wegen jener 20 Minuten, in denen die Gäste alle ihre Tore erzielten.

Schiedsrichter übersieht Abseits

Gerade für jene Phase, in der sie Lehrgeld zahlten zwischen der 18. und 37. Minute, mussten sich die Ostschweizer ärgern im Nachgang der Partie. Zweimal durfte Kevin Mbabu ungehindert eine nahezu identische Flanke in die Schnittstelle der St.Galler Defensive schlagen, zweimal durfte sie Jean-Pierre Nsame vollstrecken, weil man ihn gewähren liess; solche Freiheiten kennen die Berner in der Champions League nicht, noch ist es dort ihre Rolle, Lehrgeld zu zahlen.

Zupass kam dem Schweizer Meister ausserdem, dass Schiedsrichter Alain Bieri beim dritten Treffer Roger Assalé nicht aus dem Abseits zurückpfiff; zum Lauf des in der Meisterschaft mit nunmehr 14 Punkten Vorsprung führenden Leaders kam also auch noch etwas Glück dazu – schöne, heile YB-Super-League-Welt.

Dejan Stojanovic: Note 3,5. Kassiert das 0:1 unglücklich durch die Beine. In Topform könnte er das 1:3 vielleicht verhindern.
Axel Bakayoko: Note 3,5. Muss beim zweiten Gegentor unbedingt in die Mitte zu Nsame rücken. Offensiv verbessert.
Silvan Hefti: Note 3,5. Vergisst im 100. Ligaspiel Nsame beim 0:1, beim 1:3 stellt er auf Abseits, das Bieri fälschlicherweise eben nicht pfeift. Danach besser.
Leonel Mosevich: Note 4. Einige gute Kopfbälle, einige gute Grätschen. Noch nicht top, aber verbessert im Stellungsspiel.
Slimen Kchouk: Note 3. Äusserst unauffällig, wird zur Pause ausgewechselt. Müsste er Mbabu an den Flanken hindern?
Jordi Quintillà: Note 4. Zuckerpass auf Manneh bei dessen Grosschance (31.). Das Zentrum dominieren aber die Berner.
Vincent Sierro: Note 5. Legt beim 1:0 perfekt für Kutesa auf, versenkt den Penalty zum 2:3-Anschlusstreffer.
Majeed Ashimeru: Note 4. Hat Mühe, wenn die Berner körperbetont spielen. Prompt verliert er beim 1:3 den Ball. Ein guter Abschluss an den Pfosten.
Dereck Kutesa: Note 4. Schiesst endlich sein zweites Tor für St. Gallen. Danach ist aber nicht mehr viel von ihm zu sehen.
Tranquillo Barnetta: Note 4. Spielt überraschend im defensiven Sturmzentrum, hat dort nur beschränkt Einfluss.
Kekuta Manneh: Note 4. Offensiv äusserst aktiv, technisch aber mit einigen Mängeln. Hat Glück beim Schubser an Mbabu, dass es nur Gelb gibt.
Andreas Wittwer: Note 4. Spielt die zweite Halbzeit für Kchouk, weiss auf dieser Position viel besser zu gefallen.
Roman Buess: Note 4. Kommt in der 67. Minute und holt den Penalty zum 2:3 heraus.
Alessandro Kräuchi: kein Note. Kommt in den Schlussminuten. Das reicht nicht für eine Note.
14 Bilder

Sierro top, Kchouck flop: Die Noten der FCSG-Spieler nach der 2:3-Niederlage gegen die Berner Young Boys

Die kleine Serie reisst

Dabei fanden die im Vergleich zur Vorwoche auf fünf Positionen veränderten St.Galler gut in die Partie. 13 Minuten waren erst gespielt, als Dereck Kutesa nach einer Art doppeltem Doppelpass mit Vincent Sierro das 1:0 erzielte und die Hoffnungen auf ein positives Ergebnis nährte.

In der Folge gaben die St.Galler die Führung jedoch ­etwas gar leicht her, wobei zwischenzeitlich Kekuta Manneh den Ausgleich zum 2:2 auf dem Fuss hatte. Die Klasse der Berner zeigte sich indes immer wieder. Mit der Zweitoreführung im ­Rücken liessen sie wenig an­brennen, und es machte den Anschein, als könnten sie jederzeit eine Schippe drauflegen.

Erst ab der 86.  Minute, als der eingewechselte Roman Buess im Sechzehner gefoult wurde und Sierro den Elfmeter verwandelte, kam nochmals Hektik auf. Der zwölfte Mann peitschte die St.Galler wieder und wieder nach vorne, und die Gäste, die bis auf Guillaume Hoarau in Bestbesetzung antraten, wirkten jetzt tatsächlich müde. Doch der St.Galler Schlussspurt kam zu spät, und ihre kleine Serie riss.

Drei Nationalspieler fehlen in den nächsten Tagen

Die Ostschweizer verbringen die Nationalmannschaftspause damit auf dem fünften Platz. Majeed Ashimeru (Ghana), Slimen Kchouk (Tunesien) und Alessandro Kräuchi (U21) werden nun bei Zeidlers Ansinnen fehlen, mit den nächsten Trainings und über viel Fleiss näher an die Berner zu rücken. Er sagte:

«Ein solches Spiel kann nur Motivation genug sein, so zu werden wie YB.»

Man müsse in Zukunft noch besser verteidigen und die Flanken eines Mbabu verhindern.

Doch auch körperlich müssen die St. Galler zulegen, im Mittelfeld und im Sturm waren sie deutlich unterlegen. Ihre Bäume wachsen jedenfalls noch nicht in den Himmel. Aber sie wachsen, auch das hat dieser Sonntag gezeigt.

Tore, Aufreger und Stimmen zum Spiel:

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