FC St.gallen
Vor dem Spitzenspiel gegen YB: Die Ostschweizer wollen den Moment geniessen – und einfach nur spielen

Ohne Victor Ruiz und Leonidas Stergiou trifft der FC St.Gallen im Spitzenkampf auf die Young Boys. Es ist seine letzte Begegnung eines aufregenden Jahres. Danach sind Ferien. Verkürzen die Ostschweizer den Punkterückstand?

Christian Brägger
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Vorfreude auf die Young Boys bei St.Gallens Trainer Peter Zeidler.

Vorfreude auf die Young Boys bei St.Gallens Trainer Peter Zeidler.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus

Der FC St.Gallen hat den besten Goalie auf Schweizer Plätzen – auch die neutrale Optik gebietet dieses Urteil. Einen Lawrence Ati Zigi in Bestform werden die Ostschweizer am Dienstagabend im Kybunpark brauchen, wenn es ab 20.30 Uhr in die Derniere 2020 geht gegen den vorzeitigen «Weihnachtsmeister», die Young Boys.

Die Mannschaft von Peter Zeidler kommt aus einer guten Serie, hat sechsmal nicht verloren, zuletzt dreimal kein Gegentor erhalten, sich seit dem Saisonstart gegen Sion mehr und mehr gefunden, selbst wenn es zwischenzeitlich einen Durchhänger gab. Und: «Die letzte halbe Stunde in Basel war so, wie wir uns das vorstellen, auch wenn wir selbst kein Tor erzielten», sagt Zeidler.

Eines ist klar: Der Gast aus der Hauptstadt hat heuer seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren, selbst wenn er jederzeit ein noch so hohes Tempo gehen kann. So sehen die St.Galler für sich durchaus Chancen, das Jahr positiv zu beenden. Ein Vorteil: Die Berner absolvierten 37 Partien seit Juni und der Wiederaufnahme des Fussballs nach dem Lockdown, die St.Galler deren 26.

YB hat 11 Partien mehr absolviert seit dem Lockdown

Doch während der Ligakrösus sich die hohe Kadenz gewohnt ist, könnte schon der eine oder andere St.Galler müde sein. Davon will Zeidler nichts wissen, er sagt:

«Unser Akkustand ist auf 100 Prozent, in Basel waren wir physisch richtig gut. Zudem sehe ich mehr die mentale Komponente, die nun zum Tragen kommt, der Glaube an die eigene Stärke.»

Ebendiese Komponente ist es, die Zeidler ein ausgeglicheneres Spiel als am 8.November im Wankdorf erwarten lässt, als sich die Ostschweizer ein 0:0 ermauerten. Zumal gerade nach dem Basel-Spiel in der Kabine dieses Gefühl präsent war: Es wäre mehr möglich gewesen, selbst gegen diesen potenten Rivalen. Der Coach sagt: «Mein Team will einfach nur spielen und den Moment leben. Und nun haben wir dieses grosse Spiel gegen YB.»

Ruiz am Coronavirus erkrankt – Ferien bis am 3.Januar

Victor Ruiz kann nicht mittun gegen YB. Er ist der 15. St.Galler, der am Coronavirus erkrankt.

Victor Ruiz kann nicht mittun gegen YB. Er ist der 15. St.Galler, der am Coronavirus erkrankt.

Bild: Ennio Leanza/KEY

Hierfür müssen die Ostschweizer auf den an Covid-19 erkrankten Leonidas Stergiou weiter verzichten. Wie auch auf Victor Ruiz, der nach den Symptomen von Samstag nun den Befund hat, als 15. St.Galler mit dem Coronavirus infiziert worden zu sein – Rekord für ein Team der Super League. Ruiz wird die Feiertage nun nicht in Spanien verbringen, ohnehin werden viele St.Galler in der Schweiz bleiben.

Ihre Ferien dauern nicht ganz zwei Wochen, Vorgaben von Klubseite sind einzig Laufeinheiten, sich fit zu halten und vor allem: Abstand gewinnen, abschalten, bis man sich am 3.Januar bereits wieder für Lactat-, Fitness- und Coronatests trifft. In der Meisterschaft geht es für den FC St. Gallen ohnehin schneller weiter als gedacht. Die verschobene Partie gegen Vaduz wird am 20. Januar (wie Lugano – YB) nachgeholt, vier Tage später folgt der Auftritt in Genf.

Zeidler ist die nahe Pause Willkommen, es wäre allzu schön, würden drei Punkte unter dem Christbaum liegen. Da schmerzte es weniger, muss er aufs geliebte Schwimmen im Hallenbad verzichten.

Mögliche FCSG-Formation
Zigi; Kräuchi, Letard, Fazliji, Muheim; Görtler, Quintillà, Stillhart; Guillemenot; Duah, Youan.