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FC ST.GALLEN: Seilschaften beim FCSG? «Hafekäs»

An einem Treffen mit Anhängern im St.Galler «Bierhof» deutet Präsident Stefan Hernandez an, dass die neue, umstrittene Führungsstruktur auch intern zur Diskussion steht. Aber: «Seilschaften gibt es nicht.»
Patricia Loher
Im gut besetzten «Bierhof» in St.Gallen sagt Stefan Hernandez: «Es gibt einfach Teams, die wir bezwingen müssen.» (Bild: Michel Canonica)

Im gut besetzten «Bierhof» in St.Gallen sagt Stefan Hernandez: «Es gibt einfach Teams, die wir bezwingen müssen.» (Bild: Michel Canonica)

Drei Monate erst ist Stefan Hernandez im Amt. Seither aber gehen die Wogen hoch – was weniger mit dem neuen Präsidenten zu tun hat, sondern vielmehr mit Entscheiden, die noch vor seiner Installierung gefällt wurden. Der 50-Jährige aus Goldach ist sich schon einiges gewohnt. Er weiss nun wie es ist, wenn man sich in der Ostschweiz ernsthaft Sorgen macht um den FC St.Gallen: Sponsoren fragen nach, die Medien ebenfalls. Aber natürlich sind es vor allem die Anhänger, die diesen Club tragen, und so luden sie Hernandez in den «Bierhof» nach St.Gallen ein. Wenige Meter neben dem früheren Fanlokal haben St.Gallens Anhänger seit fünf Wochen einen neuen Treffpunkt. «Stadion trifft Stadt» heisst die Veranstaltungsreihe, die nach fünfjährigem Unterbruch nun wiederbelebt ist.

Der FC St.Gallen ist vor allem wegen seiner veränderten Führungsstruktur in die Schlagzeilen geraten, welche den Rücktritt von Sportchef Christian Stübi zur Folge hatte. Seither ist es unruhig um den Club. Es heisst, die Gruppe um Nachwuchschef Marco Otero und Spielerberater Donato Blasucci werde immer stärker, ihr Einfluss auf die erste Mannschaft immer grösser. Sportlich ist die Zwischenbilanz nach fünf Runden mit sieben Punkten zwar passabel, aber doch zu wenig gut, um von den Unruhen abzulenken. Zuletzt widmete selbst die NZZ den Vorgängen in St.Gallen fast zwei Seiten. Hernandez versuchte im Gespräch mit Gregor Lucchi, Zweifel an den Vorgängen hinter den Kulissen auszuräumen. Es gebe keine Seilschaften, es sei «Hafekäs» zu glauben, Blasucci habe einen derart grossen Einfluss, wie es die Medien suggerierten. «Donato hat einen starken Charakter, manchmal haut er auf den Tisch. Doch das hat nichts mit dem FC St.Gallen zu tun.» Von den Spielern der ersten Mannschaft arbeite nur Daniel Lopar mit diesem Berater zusammen. «Vieles, was zuletzt geschrieben wurde, war tendenziös.» Allerdings mochte sich Lucchi damit nicht zufrieden geben. Er erwiderte, diese Artikel seien von Journalisten verfasst, die solche Geschichten wohl nicht erfänden, sondern die wüssten, wann es gelte, irgendwo den Finger daraufzulegen. «Ich bin kein Schönredner. Wir sind selber schuld, dass es so weit kam», so Hernandez. Man müsse wieder geeinter auftreten.

Es gab Interessenten für Frühs Aktienpaket

Hernandez deutete an, dass das neue Organigramm auch intern überdacht werden könnte. «Ist es gut? Ist es schlecht? Ich werde mich bald zu unserer Organisationsform äussern», sagte der Präsident und fügte an: «Wir suchen einen neuen Sportchef und sind im Gespräch.» Nur, wenn alles so kompliziert oder die Wege zu lange seien: «Weshalb war es uns denn möglich, beim Transfer von Nassim Ben Khalifa so schnell zu handeln?», fragte Hernandez, der sich auch vehement für seinen Vorgänger Dölf Früh einsetzte. Früh war in die Kritik geraten, weil er Aktien dazugekauft hat. «Dölf Früh hat nichts anderes gemacht, als dem Verein Sicherheit zu geben. Ihn als graue Eminenz zu bezeichnen ist eine Frechheit.» Ein Anhänger konfrontierte Hernandez mit der Aussage, dass es anscheinend eine Gruppe mit dem Verein nahestehenden Personen gegeben habe, die bereit gewesen wäre, Früh die Aktien abzukaufen. «Es gab Interessenten. Aber wir konnten uns im Gremium nicht einigen», so der Präsident.

Natürlich waren an diesem Abend auch Stadionverbote und die Pyrotechnik ein Thema. Oder Prügeltreffen auf Wiesen irgendwo auf dem Land. Hernandez sagte: «Erwartet nicht von mir, dass ich es toll finde, wenn ihr euch die Nase blutig prügelt. Das hilft uns nicht, das Tor zu treffen.»

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