Analyse

Nach der Penaltywiederholung im Spitzenspiel gehen die Wogen hoch – doch der FC St.Gallen muss nun einen kühlen Kopf bewahren

Der Entscheid, den Penalty in der Schlussphase des Spitzenspiels gegen die Young Boys zu wiederholen, war korrekt. So sollte der FC St.Gallen seine Kräfte jetzt darauf verwenden, die gute Ausgangslage an der Tabellenspitze nicht zu gefährden.

Patricia Loher
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Patricia Loher, Ressortleiterin Sport Tagblatt.

Patricia Loher, Ressortleiterin Sport Tagblatt.

Bild: Hanspeter Schiess

Die Elfmeterwiederholung in der Nachspielzeit zu Ungunsten des FC St.Gallen hat Clubvertreter und Anhänger erzürnt. Das war verständlich nach diesem packenden Spitzenspiel und der starken Aufholjagd der Ostschweizer vom 1:2 zum 3:2.

Doch nun täten sie gut daran, kühlen Kopf zu bewahren. Denn der Entscheid des Unparteiischen Alain Bieri und des Videoreferees Sandro Schärer war korrekt. Die Swiss Football League hat professionell und schnell informiert. Bieri bezog sofort Stellung und Schiedsrichterchef Daniel Wermelinger räumte mit Missverständnissen auf.

Der FC St.Gallen sollte seine Kräfte jetzt darauf verwenden, die gute Ausgangslage an der Tabellenspitze nicht zu gefährden. Nach der Partie in Basel hat der Leader auch gegen die Young Boys bewiesen, dass er tatsächlich zu einem ernsthaften Meisteranwärter gereift ist. Wenn St.Gallen weiterhin so auftritt wie am Sonntag, und das Team von Trainer Peter Zeidler diese Pace halten kann, besteht die Chance, dass es noch länger Leader bleibt. Es wäre angesichts der vorzüglichen Lage an der Tabellenspitze verantwortungslos, sich noch Tage mit den Vorkommnissen der 99. Minute des Sonntagsspiels zu beschäftigen.

Die permanente Überwachung begeistert nicht alle

Der Videoreferee (VAR) ist gewöhnungsbedürftig. Seit seiner Einführung auf diese Saison hin passierten einige für langjährige Beobachter seltsame Dinge. Beispielsweise das wegen eines angeblichen Fouls im Spielaufbau wenige Sekunden später nicht anerkannte Führungstor der St.Galler in Basel. Die permanente Überwachung und Vermessung des Spiels aus einem Raum in Volketswil begeistert nicht alle. Aber es bringt nichts, über den VAR zu lamentieren. Die Clubs haben der Einführung zugestimmt. Die einzige Sorge nach dem Entscheid vom Sonntag ist, dass nun jeder vergebene Elfmeter endlose Diskussionen und Videostudien zur Folge hat.

Schade war, dass wegen der Vorkommnisse fast unterging, dass am Sonntag der 20-jährige Betim Fazliji, der 22-jährige Silvan Hefti sowie der 17-jährige Leonidas Stergiou starke Leistungen abgeliefert haben. Und mit Tim Staubli ein 19-jähriger Werdenberger ohne Probleme einsprang, als sich Yannis Letard verletzte. Immer wieder wurde dem FC St.Gallen vorgeworfen, den eigenen Jungen keine Chance zu geben. Nun aber bekommen sie Einsätze in der Super League und machen ihre Sache richtig gut. Das ist eigentlich die wichtigste, weil schönste Geschichte in der Entwicklung des FC St.Gallen.

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