FC ST.GALLEN: Oh, wie war das schön!

Pleite um Pleite, drohender Fall ans Tabellenende, "Zinnbauer raus"-Rufe: Der FC St.Gallen macht derzeit keine Freude. Ein Blick zurück auf schönere Zeiten, als die Espen noch Europa aufmischten.

Daniel Walt
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St.Galler Jubel im Herbst 2013: Soeben haben die Espen das 2:0 gegen Kuban Krasnodar erzielt. (Bild: STEFFEN SCHMIDT (KEYSTONE))

St.Galler Jubel im Herbst 2013: Soeben haben die Espen das 2:0 gegen Kuban Krasnodar erzielt. (Bild: STEFFEN SCHMIDT (KEYSTONE))

FUSSBALL. Wenn die Zeiten düster sind, ist ein Blick zurück auf goldenere Tage etwas schmerzlich. Aber zugleich auch unglaublich wohltuend. Nun denn: Während der FC St.Gallen am kommenden Sonntag in Luzern die rote Laterne fassen könnte, brillierte er vor gerade einmal drei Jahren noch auf europäischer Ebene.

Unvergessen, wie die Espen das übermächtig scheinende Spartak Moskau nach einem 1:1 daheim auswärts mit 4:2 besiegten. SRF-Reporter Sascha Ruefer konnte das, was er da auf dem Rasen sah, kaum glauben:


Unbeschreiblich in der Folge die Stimmung in der Heimstätte der Espen, als Goalie Daniel Lopar gegen Valencia einen Elfmeter entschärfte. Und unvergessen, wie der Fussballtempel im Westen der Stadt explodierte, als Goran Karanovic bei grünweisser Unterzahl der Verteidigung der Spanier entwischte und souverän zum zeitweiligen 2:1 für sein Team einnetzte.

Nach sechs Spielen in der Gruppenphase gegen Kuban Krasnodar, Valencia und Swansea war das Abenteuer Europa für die Espen trotz eines abschliessenden 1:0 im Heimspiel gegen Swansea beendet. Noch heute, fast drei Jahre später, treiben die Erinnerungen an diese Hochphase ostschweizerischen Fussballschaffens vielen grünweissen Anhängern aber noch die Tränen in die Augen.

In unserer Bildergalerie entführen wir Sie noch einmal zurück in eine Zeit, als die grünweisse Fussball-Welt vollkommen ungetrübt war. Und wir verraten Ihnen, wo die Helden von damals heute spielen.

Das waren noch Zeiten: St.Gallens Marco Mathys (Mitte) wird für seinen Treffer gegen Kuban Krasnodar gefeiert. (Bild: STEFFEN SCHMIDT (KEYSTONE))
22 Bilder
Goalie Daniel Lopar: Seine Grosstat vollbrachte der Romanshorner im Heimspiel gegen Valencia, als er einen Elfmeter entschärfen konnte. Er spielt nach wie vor für den FCSG - an der aktuellen Krise trägt er die geringste Schuld. (Bild: Urs Bucher)
Mario Mutsch im Spiel gegen Kuban Krasnodar. Der emsige Arbeiter von damals ist der Luxemburger geblieben - er ist aber nicht mehr Stammspieler und überzeugt, wenn er denn spielt, immer weniger. (Bild: Urs Bucher)
Tor gegen Valencia! Verteidiger Stéphane Besle jubelt in der AFG Arena. Nach Differenzen mit Jeff Saibene wechselte der Franzose in seine Heimat zu Lens. Mittlerweile spielt er wieder in der Schweiz - beim FC Aarau in der Challenge League. (Bild: Urs Bucher)
Der Turm in der Abwehr: Philippe Montandon hielt die Defensive des FCSG auch auf europäischer Ebene oftmals zusammen. Er musste seine Karriere Anfang 2015 nach seiner achten Gehirnerschütterung beenden. Für kurze Zeit war er danach noch Teammanager der Espen. (Bild: Urs Bucher)
Bissig und giftig: So kannte man Ermir Lenjani in St.Gallen. 2015 wechselte er zu Stade Rennes, wo er nach wie vor spielt. (Bild: Michel Canonica)
Martin Stocklasa kam im Heimspiel gegen Valencia zu einem Teileinsatz. Aktuell ist der Liechtensteiner Assistenztrainer von Joe Zinnbauer beim FCSG. (Bild: Urs Jaudas)
Auch Verteidiger Ivan Martic durfte im Herbst 2013 europäische Fussballluft schnuppern. Mittlerweile ist Martic bei Rijeka in Kroatien tätig. (Bild: Urs Bucher)
Es war der Höhepunkt in einer noch jungen Karriere: Dejan Janjatovic hat den FC St.Gallen mit dem 4:2 gegen Spartak Moskau soeben in die Europa League geschossen. Später fiel Janjatovic oftmals durch Lustlosigkeit und Inkonstanz auf - Trainer Joe Zinnbauer hatte für ihn keine Verwendung mehr. Janjatovics aktueller Verein heisst Vaduz. (Bild: MAXIM SHIPENKOV (EPA))
Stéphane Nater bildete gemeinsam mit Dejan Janjatovic ein kongeniales Duo im Mittelfeld. Aus - wie er offen zugab - finanziellen Gründen wechselte Nater 2014 zum Club Africain Tunis, wo er nach wie vor spielt. Die St.Galler Fans trauern Nater immer noch nach. (Bild: Urs Bucher)
Er traf gegen Spartak Moskau und Kuban Krasnodar: Marco Mathys. Der Mittelfeldspieler war in der Folge vom FCZ umworben, blieb in St.Gallen - und fiel unter Joe Zinnbauer ausser Rang und Traktanden. Er kickt mittlerweile für den FC Vaduz. (Bild: Urs Bucher)
Der Kämpfer auf dem Flügel: Matias Vitkieviez im Heimspiel gegen Kuban Krasnodar. Der Leihspieler von YB kehrte später nach Bern zurück. Sein aktueller Verein: Servette Genf. (Bild: Michel Canonica)
Sébastien Wüthrich im Einsatz gegen Kuban Krasnodar. Wüthrich hinterliess wenige Spuren in St.Gallen. Mittlerweile spielt er für den FC Aarau in der Challenge League. (Bild: Urs Jaudas)
Aggressivleader und Heisssporn: Kristian Nushi. Zur Auswärtspartie gegen Spartak Moskau durfte er als Kosovare nicht mitreisen - Visaprobleme. Dass er später trotzdem Europa League spielen würde, hätte er sich kaum träumen lassen. Nach seiner Zeit beim FC St.Gallen schnürte Nushi die Fussballschuhe für Winterthur und kurze Zeit für Tuggen. (Bild: Michel Canonica)
Es war DER Moment in der noch jungen Karriere des Roberto Rodriguez: In der Europa-League-Qualifikation bei Spartak Moskau erzielte Rodriguez noch vor der Pause das vorentscheidende 3:1 für den FCSG. Im Streit mit Trainer Jeff Saibene verliess Rodriguez den Club später in Richtung Italien - und spielt mittlerweile für den FC Zürich. (Bild: MAXIM SHIPENKOV (EPA))
Die Arena bebte, als Goran Karanovic nach einem mustergültigen Konter in Unterzahl das kurzzeitige 2:1 gegen Sevilla erzielte. Karanovic schied im Sommer 2015 im Unfrieden vom FC St.Gallen und spielt aktuell in Frankreich bei Angers. (Bild: Urs Bucher)
Ein einziges Missverständnis: St.Gallens Alhassane Keita kam weder in der Europa League - hier gegen Swansea - noch in der Super League in die Gänge. Aktuell ist er in den USA bei Jacksonville Armada FC. (Bild: Michel Canonica)
Marcel Herzog durfte beim bedeutungslosen letzten Spiel des FCSG gegen Swansea im Kasten der Espen stehen - er hielt ihn rein. Herzog sitzt bei den Espen nach wie vor auf der Bank - ein Vorbeikommen an Daniel Lopar gibt es für ihn nicht. (Bild: Urs Jaudas)
Muhamed Demiri spielte nicht oft für den FC St.Gallen. Im Dezember 2013, im Heimspiel gegen Swansea, kam er zum Einsatz. Er ist aktuell vereinslos. (Bild: Michel Canonica)
Auch Daniele Russo gehört zu jenen, die in der Europa League teils für den FC St.Gallen auflaufen durften. Als Russo keine Perspektiven mehr beim FCSG sah, wechselte er in die Challenge League zu Winterthur. (Bild: Michel Canonica)
Auch Marco Franin durfte im Herbst 2013 einige Minuten Europa-League-Luft schnuppern. Mittlerweile spielt er für den SC Brühl in der Promotion League. (Bild: Urs Jaudas)
Mario Schönenberger konnte sich beim FC St.Gallen zu keiner Zeit einen Stammplatz erkämpfen. In der Europa League setzte ihn Trainer Jeff Saibene trotzdem als Teilzeitarbeiter ein. Schönenberger ist mittlerweile nicht mehr im Spitzenfussball aktiv. (Bild: Urs Jaudas)

Das waren noch Zeiten: St.Gallens Marco Mathys (Mitte) wird für seinen Treffer gegen Kuban Krasnodar gefeiert. (Bild: STEFFEN SCHMIDT (KEYSTONE))