FC ST.GALLEN
«Niederträchtig und inakzeptabel»: FCSG-Präsident Matthias Hüppi wendet sich nach Rassismus-Skandal in einem offenen Brief an den fehlbaren Zuschauer – und findet klare Worte

Der Mann, der im Sommer einen Spieler des FC Zürich im Kybunpark rassistisch beleidigt hat, wurde bisher nicht gefunden. FCSG-Präsident Matthias Hüppi wendet sich in einem offenen Brief an ihn. Und verurteilt den Vorfall scharf.

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FCSG-Präsident Matthias Hüppi schreibt: «Rassismus und Diskriminierung haben bei uns nicht den kleinsten Platz.»

FCSG-Präsident Matthias Hüppi schreibt: «Rassismus und Diskriminierung haben bei uns nicht den kleinsten Platz.»

Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone

(lim) Es war Ende Juni diesen Jahres, als ein Fussballfan im Kybunpark einen Spieler des FC Zürich rassistisch beleidigte. Nachdem Aiyegun Tosin einen Treffer versenkte, rief ihm ein Mann von der Zuschauertribüne aus «Scheiss-Mohrechopf» zu. FCSG-Präsident Matthias Hüppi bezog schon damals klar Stellung und verurteilte den Angriff und erstattete Strafanzeige.

Jetzt wendet sich Hüppi in einem offenen Brief an den «Herrn Unbekannt».

«Mit Ihrer rassistischen Äusserung haben Sie Ende Juni 2020 einen Spieler des FC Zürich beleidigt, in absolut inakzeptabler Weise niederträchtig behandelt und damit die Grundwerte des FC St.Gallen 1879 mit Füssen getreten», schreibt Hüppi. Er bedauere sehr, dass die Behörden die Untersuchung mangels ausreichender Beweise eingestellt haben. Der FCSG werde weiterhin alles unternehmen, um den Mann zur Rechenschaft zu ziehen.

FCSG muss 5'000 Franken Busse bezahlen

Die von der Swiss Football League verordnete Busse von 5'000 Franken werde der FCSG bezahlen. «Schlimmer als diese Busse wiegt jedoch die Tatsache, dass wir Leute, die sich wesentlich weniger zuschulden kommen lassen, konsequent bestrafen müssen und ausgerechnet Sie vorläufig davonkommen, ohne für Ihr Vergehen zu büssen.» Und:

«Sie haben nicht einmal den Mut und die Haltung, wenigstens Aiyegun Tosin um Entschuldigung zu bitten.»

Beim FC St.Gallen 1879 arbeiten Menschen verschiedener Herkunft, Hautfarbe, Religion und Mentalität beispielhaft zusammen, schreibt der Präsident. «Rassismus und Diskriminierung haben bei uns nicht den kleinsten Platz.» Hüppis persönliche Hoffnung, dem Mann das direkt klarzumachen, habe sich leider noch nicht erfüllt.

«Aber wer weiss: Vielleicht realisieren Sie doch noch, dass Sie für Ihr Verhalten geradestehen sollten.»