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Die Espen weiter in Festlaune: Der FC St.Gallen bleibt seit sieben Spielen ungeschlagen

St.Gallen gewinnt in Lugano mit 3:1, weil sich das Team auch von Schwächephasen nicht aus der Ruhe bringen lässt.
Ralf Streule
Der 17-jährige St.Galler Leonidas Stergiou ist seiner Aufgabe in der Abwehr einmal mehr gewachsen. (Bild: Keystone)

Der 17-jährige St.Galler Leonidas Stergiou ist seiner Aufgabe in der Abwehr einmal mehr gewachsen. (Bild: Keystone)

«Magistral, souverän, überragend.» Was der junge FC St.Gallen am Sonntag im Cornaredo in der ersten Halbzeit gezeigt hatte, wurde in der Pause von einigen Zuschauern mit Überschwang kommentiert. Tatsächlich hatte die Mannschaft von Peter Zeidler nahtlos an die Leistungen der vergangenen Spiele angeknüpft, war defensiv solid und gleichzeitig aufsässig und gefährlich in der Offensive. Alain Wiss hatte den gelbgesperrten Innenverteidiger Yannis Letard problemlos ersetzt. Und vorne reichten zwei präzise Distanzversuche von Cedric Itten und Jordi Quintillà zu einem 2:0-Vorsprung.

Natürlich, «magistral» war etwas übertrieben – schliesslich hatten die St.Galler das auf schnelle Gegenstösse eingeschworene Lugano nicht vollständig im Griff gehabt. Aber eben doch so weit, dass man von einer verdienten Führung in einem attraktiven Spiel reden konnte. Und irgendwie schien die Partie tatsächlich schon in der Pause gelaufen zu sein.

In schwieriger Phase die Nerven behalten

«Und dann kam ein ehemaliger St.Galler und zeigte, was er drauf hat», kommentierte Trainer Zeidler nach der Partie. Marco Aratore traf für Lugano kurz nach Wiederanpfiff, als bei den St.Gallern plötzlich alles Magistrale und Überragende verloren zu gehen schien. Die Ostschweizer liessen sich auch in der Folge zurückdrängen und kamen nur mit einigem Glück um ein weiteres Gegentor herum. Dies, weil die Tessiner plötzlich mit mehr Lust angriffen und die St.Galler «in einigen Phasen etwas mehr zurückwichen» als noch vor der Pause, wie Zeidler beobachtet hatte.

Dass man das Spiel doch noch erfolgreich zu Ende brachte, so wie vor Wochenfrist in Genf in ähnlicher Situation, wollte der Trainer aber nicht als Zufall abtun. Vielmehr habe es auch mit der mentalen Verfassung der Ostschweizer zu tun – die trotz ihrer Jugendlichkeit die Nerven nicht verlieren. Die St.Galler schafften es, sich zurück ins Spiel zu kämpfen. Die Belohnung kam spät, aber sie kam: in der 90. Minute, als Quintillà wie schon so oft aus der Distanz herrlich traf.

Was danach an Jubel-Trubel-Heiterkeit auf und neben dem Feld vor den rund 200 mitgereisten Fans zelebriert wurde, war schön anzusehen. Und es war der Zeitpunkt für Zeidler gekommen, ganz deutlich zu sagen: «Wir bleiben auf dem Boden.»

Dejan Stojanovic: Note 5. Beim Gegentor gibt’s für ihn nichts zu machen. Guter Rückhalt, makellos bei hohen Bällen.Dejan Stojanovic: Note 5. Beim Gegentor gibt’s für ihn nichts zu machen. Guter Rückhalt, makellos bei hohen Bällen.
Silvan Hefti: Note 4,5. Vor allem vor der Pause mit einigen starken Vorstössen. Defensiv ballsicher und solid. Das Gegentor fällt über seine Seite.Silvan Hefti: Note 4,5. Vor allem vor der Pause mit einigen starken Vorstössen. Defensiv ballsicher und solid. Das Gegentor fällt über seine Seite.
Leonidas Stergiou: Note 5,5. Der Ostschweizer Fussballer des Jahres strotzt vor Selbstbewusstsein. Schnell und ballsicher. Nur beim Gegentor lässt er sich zu schnell herauslocken.Leonidas Stergiou: Note 5,5. Der Ostschweizer Fussballer des Jahres strotzt vor Selbstbewusstsein. Schnell und ballsicher. Nur beim Gegentor lässt er sich zu schnell herauslocken.
Alain Wiss: Note 5. Fügt sich, trotzt Mangel an Spielpraxis, nahtlos in die Abwehr ein. Starkes Stellungsspiel. Am Ende verlassen ihn die Kräfte.Alain Wiss: Note 5. Fügt sich, trotzt Mangel an Spielpraxis, nahtlos in die Abwehr ein. Starkes Stellungsspiel. Am Ende verlassen ihn die Kräfte.
Miro Muheim: Note 5,5. Läuft auf der linken Abwehrseite fast jeden Ball ab. Viel Vorwärtsdrang, vor allem vor der Pause.Miro Muheim: Note 5,5. Läuft auf der linken Abwehrseite fast jeden Ball ab. Viel Vorwärtsdrang, vor allem vor der Pause.
Lukas Görtler: Note 5. Leitet vor dem 1:0 den Ball perfekt per Kopf zu Itten weiter. Bringt physische Stabilität ins Mittelfeld.Lukas Görtler: Note 5. Leitet vor dem 1:0 den Ball perfekt per Kopf zu Itten weiter. Bringt physische Stabilität ins Mittelfeld.
Jordi Quintillà: Note 6. Nimmt zweimal Mass, trifft zweimal herrlich. Zusammen mit dem gewohnt ruhigen und kreativen Spiel ergibt das die Höchstnote.Jordi Quintillà: Note 6. Nimmt zweimal Mass, trifft zweimal herrlich. Zusammen mit dem gewohnt ruhigen und kreativen Spiel ergibt das die Höchstnote.
Victor Ruiz: Note 5,5. Einmal mehr überall anzutreffen. Laufstark, ideenreich, mit starken Dribblings.Victor Ruiz: Note 5,5. Einmal mehr überall anzutreffen. Laufstark, ideenreich, mit starken Dribblings.
Cedric Itten: Note 5. Präsent. Sein Tor erzielt er kaltblütig und ansatzlos. Muss am Ende mit Verdacht auf Knöchelverletzung raus.Cedric Itten: Note 5. Präsent. Sein Tor erzielt er kaltblütig und ansatzlos. Muss am Ende mit Verdacht auf Knöchelverletzung raus.
Boris Babic: Note 4,5. Aufopferungsvoll, im Zweikampf wuchtig. Zuweilen fehlt ihm noch das Auge für den entscheidenden Pass.Boris Babic: Note 4,5. Aufopferungsvoll, im Zweikampf wuchtig. Zuweilen fehlt ihm noch das Auge für den entscheidenden Pass.
Ermedin Demirovic: Note 4. Kämpft aufopfernd, deutet Gefährlichkeit an, ist nach der Pause oft auf sich alleine gestellt. Kaum herausragende AktionenErmedin Demirovic: Note 4. Kämpft aufopfernd, deutet Gefährlichkeit an, ist nach der Pause oft auf sich alleine gestellt. Kaum herausragende Aktionen
Betim Fazliji: Note 4,5. Kommt in der 58. Minute für den angeschlagenen Alain Wiss. Ein solider Auftritt des 20-Jährigen.Betim Fazliji: Note 4,5. Kommt in der 58. Minute für den angeschlagenen Alain Wiss. Ein solider Auftritt des 20-Jährigen.
Moreno Costanzo: Note 4,5. Kommt nach einer Stunde für Babic. Stabilisiert das defensive Mittelfeld. Ohne Fehler, aber unauffällig. Ihm fehlt Spielpraxis.Moreno Costanzo: Note 4,5. Kommt nach einer Stunde für Babic. Stabilisiert das defensive Mittelfeld. Ohne Fehler, aber unauffällig. Ihm fehlt Spielpraxis.
Axel Bakayoko: keine Note. Spielt für die letzten fünf Minuten. Zu kurz für eine Bewertung.Axel Bakayoko: keine Note. Spielt für die letzten fünf Minuten. Zu kurz für eine Bewertung.
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Quintillà der Beste, Demirovic der Schlechteste: Die Noten der FCSG-Spieler nach dem 3:1-Sieg gegen Lugano

Eine Serie wie zuletzt in der Meistersaison

Der FC St. Gallen hat mit dem Sieg den dritten Platz gefestigt – und mit einem weiteren Erfolg am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen das viertplatzierte Sion könnten die Ostschweizer die Zäsur zum Tabellenmittelfeld noch vergrössern. Nach sieben Spielen ohne Niederlage und nur einem Unentschieden lässt sich’s aus St.Galler Sicht genüsslich im Geschichtsbuch blättern.

Es gab zwar immer wieder ähnliche Serien, 2012 zum Saisonstart zum Beispiel, als das Team von Jeff Saibene zehnmal ohne Niederlage geblieben war. Dass man in sieben Spielen sechs gewann und nur einmal Unentschieden spielte, kam aber nicht mehr vor seit – der Meistersaison. Damals reihten die St.Galler fünfzehn Spiele ohne Niederlagen aneinander – und spielten dabei nur dreimal Unentschieden. Vom neunten Platz im Oktober 1999 stürmten sie damals mit Trainer Marcel Koller bis im März 2000 an die Tabellenspitze – und verliessen diese nicht mehr.

Natürlich, solche Zahlen- und Gedankenspiele bringen wenig. Und dennoch scheint der Trainer zu untertreiben, wenn er in der Sonntagspresse davon spricht, dass in St.Gallen «etwas entstehen kann». Wer das Team spielen sieht, hat längst den Eindruck, das vieles schon zusammengewachsen ist. Quintillà und Victor Ruiz geben im Mittelfeld weiterhin den spielerischen Takt vor, die schnellen Jungen in der Verteidigung fühlen sich je länger je wohler – und bisherige Ersatzkräfte wie Moreno Costanzo und Alain Wiss scheinen sich mühelos einzufügen – etwas, das nur in einer funktionierenden Mannschaft möglich ist.

Dazu kommt, dass Cedric Itten mit seinem persönlichen Erfolg wieder Selbstvertrauen tanken konnte. Für ihn gab es am Ende aber dennoch einen Wermutstropfen. Nach einem Foul von Mattia Bottani – der Tessiner traf Itten ohne böse Absicht mit gestrecktem Bein und sah dafür die rote Karte – musste der Stürmer mit Verdacht auf eine Knöchelverletzung vom Spielfeld. Noch gab es Sonntagabend keine Diagnose.

Etwas früher zu Ende ging die Partie auch für Wiss. Der Innenverteidiger ist nach seinem Kreuzbandriss noch nicht bereit für ein Spiel über 90 Minuten und hatte mit muskulären Problemen zu kämpfen. Es sind Dämpfer an einem sonst für St.Gallen überaus erfolgreichen Abend. Einen Sieg in Lugano gab es letztmals schliesslich vor mehr als zwei Jahren, im August 2017. «Ich selber hatte zuvor hier noch nie gewonnen, auch mit Sion nicht», sagte Zeidler. Als wollte er dem ohnehin gelungenen Ausflug ins Tessin noch ein Krönchen aufsetzen.

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