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FC ST.GALLEN: "Ich war nie ein Egoist"

Monatelang enttäuschte Albert Bunjaku beim FC St.Gallen. Im Winter setzte er sich öffentlich selbst unter Druck – und ist nun nach guten Leistungen und zwei Toren in zwei Spielen im Aufwind.
Daniel Walt
Albert Bunjaku traf in seiner Zeit bei den Espen 14 Mal. (Bild: NICK SOLAND (KEYSTONE))

Albert Bunjaku traf in seiner Zeit bei den Espen 14 Mal. (Bild: NICK SOLAND (KEYSTONE))

FUSSBALL. So lassen sich Fussballer gerne auswechseln. Applaus donnerte am Montagabend von den Sitzplatz-Tribünen der AFG Arena, "Albert Bunjaku!"-Rufe ertönten aus dem Espenblock. St.Gallens Mann mit der Nummer 10 verliess den Rasen in der Gewissheit, eine Schlüsselfigur beim sich abzeichnenden 2:0-Sieg gegen die Grasshoppers gewesen zu sein. Bunjaku hatte eine gute Vorstellung gezeigt und das wegweisende 1:0 erzielt. Er genoss die Ovationen: "Es war ein spezieller Moment und ein schönes Gefühl, dass die Anhänger meine Leistung goutierten", sagt der 32-Jährige.

Kritisiert, aber nicht verhöhnt
Viele Gelegenheiten, sich feiern zu lassen, hatte Albert Bunjaku in den letzten eineinhalb Jahren nicht. Nur selten glänzte er seit seinem Transfer in die Ostschweiz. Oftmals konnte der Offensivspieler die hohen Erwartungen an einen langjährigen Bundesliga-Profi und mehrfachen Nationalspieler nicht erfüllen. Prompt erntete Bunjaku Kritik. Pauschal als Fehleinkauf abgestempelt, ja gar verhöhnt wurde er von der überwiegenden Mehrheit der Fans aber nicht - anders, als dies beispielsweise vor einiger Zeit Alhassane Keita passiert war. Ein Grund dafür dürfte sein, dass Bunjaku stets Einsatz zeigte und mannschaftsdienlich spielte.

Und so ist auch der Spieler selbst überzeugt, dass er nicht nur wegen der zwei Tore in den letzten beiden Spielen wieder viel Kredit bei den Anhängern geniesst: "Sie spüren, dass ich immer alles für den Verein gebe, auch wenn es mir nicht läuft. Ich war nie ein Egoist und werde nie einer sein."

"Bälle sind mir vor Füsse gefallen"
Albert Bunjaku sagt von sich selbst, dass er einen starken Charakter habe. Davon zeugt, dass er sich im vergangenen Winter mit einer öffentlichen Aussage unter Druck setzte. "Es gibt keine Entschuldigungen und keine Ausreden mehr. Jetzt muss ich explodieren", sagte Bunjaku damals gegenüber dem "Blick". Ein mutiges Statement nach 18 mehrheitlich missglückten Monaten in der Ostschweiz. In ähnlicher Form hatte er eine solche Aussage schon getätigt, als ihn der damalige Trainer Jeff Saibene im vergangenen Sommer zum Captain gemacht hatte – ohne dass er seinen Anspruch in der Folge einlösen konnte.

Dass er dem selbst auferlegten Druck nun standhält und Leistung zeigt, sieht er auch als Belohnung für seine tägliche Arbeit im Training. "Schon zu Beginn der Rückrunde spürte ich einen Aufwärtstrend, auch wenn ich nicht getroffen habe. Und jetzt sind mir zwei Bälle vor die Füsse gefallen", so Bunjaku.

Starkes Offensivtrio

Albert Bunjakus Rückkehr in die Erfolgsspur wurde auch von gewissen Entwicklungen begünstigt, die beim FC St.Gallen seit dem Trainerwechsel von Jeff Saibene zu Joe Zinnbauer zu beobachten sind. "Unter Zinnbauer versuchen wir, mehr Ballbesitz zu haben. Das kommt mir entgegen", sagt Bunjaku, der auch die Trainingseinheiten des Deutschen lobt. In diesen stehe oftmals die Angriffsauslösung im Zentrum.

Bunjaku scheint im linken Mittelfeld, wo er seit kurzem eingesetzt wird, gut aufgehoben. Des Weiteren ist er in der St.Galler Offensive mittlerweile weniger Einzelkämpfer als früher: Neuzugang Gianluca Gaudino verstärkt das kreative Element der Ostschweizer seit der Rückrunde, und auch Danijel Aleksic ist massiv erstarkt. "Wir wachsen immer mehr zusammen", sagt Bunjaku. Und meint damit nicht nur dieses Offensivtrio, sondern die gesamte Mannschaft, deren Vizecaptain er mittlerweile ist – ohne weniger Einfluss zu nehmen als damals, als er die Binde noch trug.

"Dann können wir Grosses erreichen"
Am Sonntag spielt der FC St.Gallen auswärts gegen Basel – eine Mannschaft, gegen die Albert Bunjaku auch in schlechten Zeiten mehrfach entscheidende Treffer erzielt hat. Wie viele Tore werden es jetzt, wo der 32-Jährige einen kleinen Lauf hat? Bunjaku winkt ab: "Über solche Dinge diskutiere ich nicht", sagt er. Ein schwieriges Spiel werde es geben, einen harten Kampf erwarte er, betont er. Der FC St.Gallen sei gut beraten, Spiel für Spiel zu nehmen, denn in der Tabelle lägen die Teams eng beieinander. "Doch wenn jeder 100 Prozent abruft, können wir Grosses erreichen", sagt Albert Bunjaku. Und fügt an, er habe in seiner Karriere noch nie Europa League gespielt.

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