FC St.Gallen geht wegen Jungtalent vor Gericht

Der FC St.Gallen streitet sich mit den Migrationsbehörden. Grund sind zwei Fussballer aus Ex-Jugoslawien, die nicht im Nachwuchs spielen dürfen.

Roger Braun
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Der Brasilianer Everton: Auch er darf nur in der obersten Spielklasse ran. (Bild: ky)

Der Brasilianer Everton: Auch er darf nur in der obersten Spielklasse ran. (Bild: ky)

Die strenge Ausländergesetzgebung der Schweiz macht auch vor König Fussball nicht halt. Diese Erfahrung macht gegenwärtig der FC St.Gallen. Kürzlich engagierte der Verein zwei junge Fussballer aus Ex-Jugoslawien. Ziel war es, die beiden hoffnungsvollen Talente langsam an die erste Mannschaft heranzuführen. Einziges Problem dabei: Das Ausländergesetz lässt diese schrittweise Integration in die erste Mannschaft nicht zu. Das Staatssekretariat für Migration in Bern hat es dem FC St.Gallen verboten, die beiden Spieler in der Nachwuchsmannschaft U21 in der Promotion League einzusetzen. Ausländer, die aus einem Drittstaat stammen, seien lediglich für die beiden obersten Ligen spielberechtigt.

Nachwuchsarbeit bedroht

Der FC St.Gallen ist nicht bereit, diese Lesart des Gesetzes zu akzeptieren. «Diese Rechtspraxis macht es für uns extrem schwierig, hoffnungsvolle Talente aus Drittstaaten zu holen und hier auszubilden», sagt Chefjurist Thomas Stadelmann. Der Verein hat deshalb Beschwerde eingereicht und versucht nun auf rechtlichem Weg, die Spielbewilligung der beiden für die Promotion League zu erwirken.

Auch andere Vereine stöhnen

Der FC St.Gallen ist nicht der einzige Verein, der sich mit den Einwanderungsregeln schwer tut. Der FC Basel ging bis vor Bundesverwaltungsgericht, und auch aus anderen Sportarten sind kritische Töne zu hören. Die Behörden selber verweisen auf den politischen Willen für eine strenge Einwanderungspolitik und betonen, dass der Sport privilegiert behandelt werde.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 5. April.

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