FC St.Gallen
Eine grünweisse Welle ohne Ende: In St.Gallen ist die Generalversammlung eher Party statt langweiliger Traktandenritt

Die Generalversammlung des FC St.Gallen zeigt einmal mehr, wie gross der Rückhalt für den Verein geworden ist. Fast wird dem Zuhörer mulmig ob so viel Euphorie und Showbiz an der GV.

Ralf Streule
Ralf Streule
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Matthias Hüppi lässt den FC St.Gallen an der GV hochleben.

Matthias Hüppi lässt den FC St.Gallen an der GV hochleben.

Bild: Michel Canonica

Die Generalversammlung ist seit jeher ein feiner Seismograf für die Stimmungen in einem Fussballklub. Der FC St.Gallen weiss das, waren die Versammlungen vor einigen Jahren doch zuweilen Trauerspiele. Unterdessen hat die von Präsident Matthias Hüppi 2018 proklamierte grünweisse Welle die Ostschweiz definitiv erfasst, der grosse Erfolg der Kapitalerhöhung zeigt es. Dazu kommen Besucherrekordzahlen im Stadion und an der GV, stabile Finanzen und null negative Stimmen weit und breit – auch an der Generalversammlung, die in St.Gallen längst eher Party ist denn langweiliger Traktandenritt.

Das Loblied an der GV ist im Publikum überall zu hören: Auf das breite Aktionariat als Anachronismus im Fussballgeschäft, auf den Präsidenten, der Feuer zu entfachen weiss, auf Trainer und Sportchef, die die geforderte Offensivstrategie umsetzen. Auch wenn alles zutrifft: Fast wird dem Zuhörer mulmig ob so viel Euphorie und Showbiz an der GV.

Gut ostschweizerisch gehörte es sich hier, auf allerhand möglicher Fallen hinzuweisen. Auf das Klumpenrisiko des fein austarierten Trios Hüppi-Zeidler-Sutter. Darauf, dass die Erwartungshaltung zu gross wird – und gleichzeitig, dass bisher weder Titel noch internationale Erfolge zu feiern waren. Oder darauf, dass jeder Höhenflug mal ein Ende nimmt. Zu Beginn der zwei FCSG-freien Monate lassen wir das bleiben. Und erinnern uns an das von Fans kürzlich ausgerufene Motto: «Nögscht Johr denn richtig!»