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FC ST.GALLEN: Die Qual der Wahl um Barnetta und Aleksic

Mit 21 Punkten liegen die Ostschweizer auf dem starken vierten Platz. Auf das Publikum scheint der Funke aber noch nicht so richtig übergesprungen. Zudem kommen Fragen auf: Wer soll hinter den Spitzen spielen? Wird Marcel Herzog als Sportchef gehandelt?
GC Spieler Marko Basic (links) gegen die St.Galler mit Peter Tschernegg (Mitte), Nicolas Luechinger, im Vordergrund und Danijel Aleksic (rechts), aufgenommen am 29. Oktober im Kybunpark. (Bild: EDDY RISCH (KEYSTONE))

GC Spieler Marko Basic (links) gegen die St.Galler mit Peter Tschernegg (Mitte), Nicolas Luechinger, im Vordergrund und Danijel Aleksic (rechts), aufgenommen am 29. Oktober im Kybunpark. (Bild: EDDY RISCH (KEYSTONE))

Auf das 0:4 der Vorwoche eine Reaktion gezeigt, den Rekordmeister mit 3:1 in die Schranken gewiesen, den vierten Tabellenplatz verteidigt – Herz des FC St.Gallen, was willst du mehr? Der Sieg gegen die Grasshoppers bringt die Ostschweizer in eine gute Ausgangslage für die bis
zur Winterpause verbleibenden sechs Super-League-Partien. Es gilt, den vierten Rang zu konsolidieren, allenfalls den punktgleichen FC Zürich auf dem dritten Platz zu kitzeln.

Für diese Partien hat Trainer Giorgio Contini am Sonntag neue Inputs erhalten. Plötzlich scheint es seiner Mannschaft möglich, nicht mehr nur auf Ballbesitz zu spielen, sondern auch abzuwarten – und dabei mit nur einer Sturmspitze zu agieren.

Daniel Lopar: Note 3. Zweimal auf dem Posten. Doch der Ausgleich geht auf seine Kappe, da er Jeffren den Ball serviert. (Bild: PD)
Nicolas Lüchinger: Note 4,5. Immer wieder gefällige Offensivaktionen – mit wenig Ertrag. Defensiv ein passabler Auftritt. (Bild: PD)
Karim Haggui: Note 4,5. Der Abwehrchef wird kaum wahrgenommen, und eigentlich ist das ein gutes Zeichen. (Bild: PD)
Silvan Hefti: Note 4,5. Auch wegen Hefti hat GC fast keine Chancen. Harmoniert mit Haggui in der Innenverteidigung. (Bild: PD)
Andreas Wittwer: Note 4. Man sieht von ihm nicht viel. Fängt vor Buess’ Siegtreffer den Ball ab und lanciert den Gegenangriff. (Bild: PD)
Stjepan Kukuruzovic: Note 3,5. Er hatte schon mehr Einfluss aufs Spiel, wirkt nicht mehr so in Form wie zu Beginn der Saison. (Bild: PD)
Peter Tscharnegg: Note 5. Hat bei seinem Schuss, der an den Pfosten abgelenkt wird, Pech. Ist der Anker im Mittelfeld. (Bild: PD)
Yannis Tafer: Note 3. Tafer wirkt, wie er oft wirkt in umkämpften Partien – unauffällig. Findet nie die Bindung ins Spiel. (Bild: PD)
Danijel Aleksic: Note 5,5. Sein Führungstreffer ist eine Augenweide. Der Aktivposten – und damit bester Mann auf dem Platz. (Bild: PD)
Marco Aratore: Note 3,5. Eine Kopfballchance in der ersten Halbzeit, ansonsten eigentlich keine nennenswerten Aktionen. (Bild: PD)
Roman Buess: Note 4,5. Rackert viel, manchmal zu überhastet. Steht beim Pass von Taipi goldrichtig und markiert das 2:1. (Bild: PD)
Tranquillo Barnetta: Note 4,5. Kommt für Tafer (58.). Zuerst gelingt ihm nicht viel, bis er in der Schlussphase sehenswert trifft. (Bild: PD)
Gjelbrim Taipi: Note 5. Kommt für Kukuruzovic (78.), zu kurz für eine Note. Weil er das 2:1 vorbereitet, gibt es trotzdem eine. (Bild: PD)
Yrondu Musava-King: Note -. Kommt für Aratore (87.), zu kurz für eine Note. Nach seiner Einwechslung erhöht St. Gallen auf 3:1. (Bild: PD)
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Die Noten der FCSG-Spieler gegen die Zürcher Grasshoppers

Im Sturm ruhen die Hoffnungen auf Buess

Der Weggang Albian Ajetis war ein harter Schlag, weshalb nun die St.Galler Hoffnungen auf Roman Buess liegen, dem Torschützen zum 2:1. Der 25-Jährige ist derzeit klar Stürmer Nummer eins. Zumal bis heute Boris Babic in der Super League und Nassim Ben Kahlifa im FC St.Gallen nicht richtig angekommen sind; dabei hatte man sich gerade von Letzterem viel erhofft. «Das Tor tut mir gut, es ist Balsam für meine Seele. Meine harte Arbeit wurde belohnt», sagte der ausgepowerte Buess. Er strahlte nach dem 3:1 in den Katakomben, Danijel Aleksic tat daneben dasselbe. Der Mann des Spiels durfte gegen GC hinter den Spitzen agieren, wo er sich am liebsten aufhält. «Eigentlich ist es egal, wo ich spiele, ich muss in jeder Partie etwas machen.» Der Serbe sagte, früher hätte ihnen oft die Geduld gefehlt, nicht aber gegen GC. «Ich sage den Mitspielern immer, dass wir den Ball auch zehn Minuten lang in unseren Reihen halten können. Bis es eine Lücke gibt.»

Einer, der dieses Spiel am Sonntag beherrschte, war Peter Tschernegg. Der Österreicher war im defensiven Mittelfeld der Anker der St.Galler, fast hätte er seine starke Leistung mit einem Tor gekrönt. Doch der Pfosten hatte etwas dagegen.

Die Choreographie der St. Gallen-Fans vor dem Spiel. (Bild: Keystone)
FC St. Gallen Trainer Giorgio Contini begrüsst kurz vor Spielbeginn GC Trainer Murat Yakin. (Bild: Keystone)
Souleyman Doumbia und Nicolas Luechinger im Zweikampf. (Bild: Keystone)
Yannis Tafer wird von Arijan Qollaku von den Beinen geholt. (Bild: Keystone)
Die St.Galler bejubeln das frühe 1:0. (Bild: Ralph Ribi)
Das erste Tor erzielte Danijel Aleksic. (Bild: Ralph Ribi)
Lukas Andersen im Kampf um den Ball gegen den St. Galler Nicolas Luechinger. (Bild: Keystone)
Milan Vilotic kommt vor Roman Buess an den Ball. (Bild: Keystone)
Peter Tschernegg zieht aus grosser Distanz ab. (Bild: Ralph Ribi)
Daniel Lopar greift sich den ball im Strafraum. (Bild: Ralph Ribi)
Tranquillo Barnetta wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt. (Bild: Ralph Ribi)
Der St. Galler Tranquillo Barnetta schiesst das 3:1. (Bild: Keystone)
GC-Trainer Murat Yakin wirkt ratlos. (Bild: Ralph Ribi)
GC Trainer Murat Yakin gratuliert Giorgio Contini kurz nach Spielschluss zum Sieg. (Bild: Keystone)
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Drei Punkte gegen GC

In nächster Zeit dürfte Contini vor der Qual der Wahl stehen. Eigentlich ist die zentrale Position im offensiven Mittelfeld für Tranquillo Barnetta reserviert. Oft vergisst man, dass der Ur-St.Galler in früheren Zeiten auf der Seite brillierte. Heute agiert Barnetta lieber im Zentrum, weil er dort seine Stärken am ehesten ausspielen könne. Auch wenn er als Einwechselspieler gegen GC getroffen hat, sagt er: «Ich bin sicher nicht der geborene Joker. Von daher hoffe ich schon, dass ich am nächsten Wochenende wieder mehr spielen kann – oder gar von Anfang an.»

Bleibt zu wünschen, dass auch das Publikum Fahrt aufnimmt. Noch ist davon wenig zu spüren. Ausserhalb des Fansektors ist es zu ruhig – und der Besucherschnitt liegt weit unter jenem des Vorjahres. Woran das liegt?

Anfragen und Rückzug

Philippe Montandon soll zuerst als Sportchef angefragt worden sein, ehe der frühere St.Galler Profi in der Event AG als Leiter Sponsoring im Aussendienst anheuerte. Nun heisst es, Marcel Herzog könnte als Sportchef gehandelt werden. Herzog, auch er einst St.Galler Profi, ist derzeit der Verantwortliche Persönlichkeitsentwicklung FCO. In der Event AG steht der nächste Abgang fest: Remo Sturzenegger, Leiter Kommunikation, zieht sich zurück. (cbr)


Christian Brägger
christian.braegger@tagblatt.ch

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