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FC ST.GALLEN: Der Favorit für das Präsidentenamt

Der Beginn seiner Tätigkeit als CEO der St.Gallen Event AG war turbulent für Pascal Kesseli. Seine eingeleiteten Umstrukturierungen waren auch von Misstönen begleitet. Mittlerweile wird er als Favorit auf die Nachfolge von Dölf Früh gehandelt.
Patricia Loher
Pascal Kesseli gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Dölf Früh. (Bild: pd)

Pascal Kesseli gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Dölf Früh. (Bild: pd)

Pascal Kesseli kennt den Laden. Wahrscheinlich genauso gut wie Dölf Früh. Und deshalb wird der CEO der FC St.Gallen Event AG im Moment als Favorit auf die Nachfolge von Präsident Früh gehandelt, der sein Amt im Mai aus gesundheitlichen Gründen niederlegen muss. Kesseli, so sagen Leute, die ihn kennen, sei ein tüchtiger, innovativer Mann. Er hält sich aber meist im Hintergrund. Der 43-Jährige tritt dann in Erscheinung, wenn es Vertragsverlängerungen mit dem Hauptsponsor zu verkünden gibt. Oder, wie vor bald einem Jahr, für das Stadion ein neuer Namensgeber gefunden ist. Ob sich Früh seinen CEO ebenfalls als Nachfolger vorstellen kann? Allenfalls als geschäftsführenden Präsidenten?

DER DIKTATOR: Was will man über Christian Constantin sagen? Er war von 1992 bis 1997 erstmals Sion-Präsident ehe er sechs Jahre Pause machte. Unter ihm wurden die Sittener Schweizer Meister und mehrmals Pokalsieger. Bekannt ist C.C aber eher durch seinen autoritären Führungsstil und den unzähligen Trainerentlassungen. (Bild: Freshfocus)
DER EHEMANN: Für Ancillo Canepa reichte es nicht ganz für eine Fussballerkarriere. Doch mit den Millionen seiner Frau "gehört" ihm jetzt ein ganzer Verein. Schätzungen gehen davon aus, dass die Canepas seit ihrem Antritt 2006 rund 30 Millionen Franken in den FC Zürich investiert haben. Ancillo Canepa dürfte zwar als Manager des Wirtschaftsprüfers Ernst & Young auch nicht schlecht verdient haben. Um den FCZ durchzubringen, hätte es jedoch nie gereicht. (Bild: Freshfocus)
DER MEISTERPRÄSIDENT: Thomas Müller war von 1997 bis 2004 der starke Mann beim FC St.Gallen. Er selbst bezeichnete sich immer als ein Nichtexperte in Sachen Fussball. Gereicht hat es trotzdem oder vielleicht genau deshalb: Unter Müller wurden die Espen im Jahr 2000 sensationell Schweizer Meister. (Bild: Rainer Bolliger)
DER MÄZEN: Gilbert Facchinetti kennt jeder Fussballexperte oder –fan in der Schweiz. Von 1979 bis 2003 war er Präsident von Neuchâtel Xamax. Dabei führte er den Club von der Ersten Liga an die Schweizer Spitze. Der 81-Jährige ist heute Ehrenpräsident des Vereins. Jeder Spieler, der einmal bei Xamax angeheuert hat, erinnert sich an den verdienstvollen Präsidenten, die Vaterfigur in der «Familie Xamax». (Bild: Freshfocus)
DER TOTENGRÄBER: Ziel war die Champions League, am Ende war es der Konkurs. Im Mai 2011 wird der Tschetschene Bulat Tschagajew Hauptaktionär bei Neuchâtel Xamax. Nach nicht einmal acht Monaten und gefühlt 100 Trainer-Entlassungen wird der Club wegen fehlender Zahlungen aus der Super League ausgeschlossen. Tschagajew wird verhaftet und 2016 wegen Misswirtschaft, ungetreuer Geschäftsführung, versuchten Betrugs und Urkundenfälschung zu drei Jahren Haft verurteilt. (Bild: Freshfocus)
DER NIMMERSATTE: Anfang der Nullerjahre waren es Ukrainer, zuletzt waren es Türken: Roger Bigger fädelte mit ausländischen Investoren gleich zweimal den Beinahe-Ruin des FC Wil ein, um anschliessend als Präsident die Scherben wieder zusammenzukehren. Mittlerweile scheint er den FC Wil zum zweiten Mal vor dem finanziellen Untergang bewahrt zu haben. (Bild: Freshfocus)
DIE FRAU: Ruth Ospelt war unter anderem Telefonistin, Kioskverkäuferin und Keramikmalerin. 2003 wurde sie Assistentin des Geschäftsleiters des FC Vaduz, ehe sie 2010 dessen Vizepräsidentin wurde. Nach dem Verzicht von Vereinspräsident Albin Johan wurde Ospelt 2013 zur neuen Präsidentin gewählt. Nach ihrer Wahl führte sie den Club in die Super League, wo er noch immer spielt. (Bild: Freshfocus)
DER HEMDSÄRMELIGE: Walter Stierli gründete 1980 eine Gönnervereinigung des FC Luzern. 2005 bis 2012 war er dessen Vereinspräsidenten. Besondere mediale Aufmerksamkeit erhielt er, als er im Barrage-Spiel am 13. Juni 2009 gegen den FC Lugano nach einem Petardenwurf gegen den Schiedsrichter einschritt und die eigenen Anhänger dazu aufrief, damit aufzuhören. (Bild: Freshfocus)
DER ERFOLGREICHE: Seit 2012 ist Bernhard Heusler Präsident des FC Basel. Seither wurden die Bebbi ununterbrochen Meister. Gleichzeitig verzeichnete der Club 2016 erstmals einen Umsatz von über 100 Millionen Schweizer Franken. Heusler hat zum Ende der aktuellen Saison seinen Rücktritt bekanntgegeben. (Bild: Freshfocus)
DER WEGBEREITER: Im Dezember 1996 wurde René C. Jäggi zum Präsidenten des FC Basel gewählt, zu einem Zeitpunkt, als der Club vor dem finanziellen und sportlichen Niedergang stand. Innerhalb von fünf Jahren führte Jäggi die Bebbi in ein neues modernes Stadion, zum ersten Meistertitel nach 22 Jahren und erstmals in die Champions League. Dank seiner Beziehungen nach Japan gewann er Toyota als Hauptsponsor. 2002 trat Jäggi als Präsident zurück. (Bild: Freshfocus)
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Die Fussballclub-Präsidenten

Familienvater Kesseli ist seit 2011 Verwaltungsrat des FC St.Gallen und seit Sommer 2013 CEO der FC St.Gallen Event AG. Der in Uznach wohnhafte ehemalige Amateurfussballer folgte damals auf Bill Mistura, der den Club verlassen musste und wenig später beim HC Davos eine neue Anstellung fand.

Kesselis Einstieg in St.Gallen verlief turbulent

Die Event AG ist für die Kommunikation und Vermarktung des Clubs sowie den Stadionbetrieb verantwortlich. Ihr Ziel ist es, die FC St.Gallen AG zu finanzieren. Seien es die Toten Hosen oder ein Länderspiel: Am Ende kommen alle Einnahmen aus diesen sogenannten Drittveranstaltungen dem FC St.Gallen zugute. Die Event AG ist St.Gallens finanzieller Pfeiler. In den vergangenen Jahren lieferte sie trotz rückläufiger Zuschauerzahlen an den Heimspielen gute Arbeit ab. Die Spanier spielten in St.Gallen, Herbert Grönemeyer kam, und das Konzert von Andreas Gabalier im Juni ist fast ausverkauft. In der Saison 2012/13 wiesen erstmals seit Bestehen des Konstrukts mit der FC St.Gallen AG und FC St.Gallen Event AG beide Gesellschaften einen Gewinn aus. Aber Kesselis Einstieg vor fast vier Jahren verlief nicht ohne Misstöne. Teils langjährige Mitarbeiter mussten gehen. Kesseli erklärte das einst so: «Die Event AG war fast ein Sanierungsfall. Ihre Aufgaben hatten sich seit der Gründung stetig verändert. Die Strukturen wurden aber zu wenig angepasst und waren unausgewogen und ineffizient. Ich musste deshalb viele harte Entscheide treffen.»

Ehrenmitglied des FC Weesen

Bevor Kesseli zum FC St.Gallen stiess, war er zwölf Jahre Geschäftsführer und Teilhaber der Faserplast AG, die im thurgauischen Rickenbach bei Wil ihren Sitz hat. Kesseli reorganisierte die Firma und expandierte nach Polen. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg während dieser Zeit von 24 auf 140. Kesseli, der in Schänis aufgewachsen ist, kennt sich aber nicht nur mit faserverstärkten Kunststoffen aus, sondern auch im Fussball. Als Junior lief er einst für eine Auswahl des Ostschweizerischen Verbandes auf. Als er zwei Jahre in der Romandie verbrachte, spielte Kesseli beim FC Fribourg. Später lief er für den FC Uznach in der 1. Liga auf.

Sein letzter Club als Aktiver war der FC Weesen, den er später als Interimstrainer führte. Zudem amtete er bis 2008 während zehn Jahren als Juniorenobmann sowie Sportchef des FC Weesen. Nach seinem Rücktritt wurde Kesseli Ehrenmitglied. Wenige Monate nach seinem Start als CEO in St.Gallen sagte er: «Meine grosse Motivation ist es, den Beweis zu erbringen, dass wir mit dem FC St.Gallen profitabel sein und gleichzeitig guten Fussball zeigen können.»

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