FC ST.GALLEN: Den Wert von sechs Punkten

FUSSBALL. Der FC St.Gallen sichert sich in Bellinzona den bis anhin wichtigsten Saisonsieg. Die Ostschweizer setzen sich mit 3:1 durch und schaffen so wieder den Anschluss. Die Tore erzielen Mario Frick, Philipp Muntwiler und Sandro Calabro.

Patricia Loher/Bellinzona
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Die St.Galler Spieler feiern Sandro Calabro, dem endlich ein Tor gelungen ist. (Bild: Keystone)

Die St.Galler Spieler feiern Sandro Calabro, dem endlich ein Tor gelungen ist. (Bild: Keystone)

Als der FC St.Gallen zum erstenmal in dieser Saison das 1:0 erzielte, sicherte er sich am Ende in Neuenburg einen befreienden Sieg gegen einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf. In Bellinzona ging St.Gallen im elften Saisonspiel zum zweitenmal in Führung – und er erarbeitete sich schliesslich einen Erfolg, der in diesen schwierigen Tagen den Wert von sechs Punkten hat. Es war ein Befreiungsschlag, der die St.Galler zumindest für einen Tag vom letzten Platz wegbringt und der sie bis auf drei Punkte zu den Tessinern aufschliessen lässt.

Die Ostschweizer hatten weggesteckt, dass sie nach 49 Minuten das 1:1 hinnehmen mussten. Sie überstanden einen umstrittenen Foulpenalty dank Torhüter Germano Vailati schadlos und fanden nach Schwierigkeiten zurück zu ihrem Spiel.

Nach 75 Minuten erzwang Philipp Muntwiler das 2:1 und es passte zu diesem Abend, dass in der Nachspielzeit der zuvor viel gescholtene Sandro Calabro sein erstes Tor für seinen neuen Club erzielte. «Der parierte Penalty von Vailati war der Wendepunkt. Diese Aktion gab uns Auftrieb. Bellinzona aber war geknickt», sagte Trainer Uli Forte. Alle St.Galler hatten sich vor diesem Spiel auf die Handflächen ein «0:2» gemalt. Diese Aktion sollte mental behilflich sein beim ersten Schritt aus der Abstiegszone.

Nur einmal nicht auf der Höhe

Der FC St.Gallen war im Tessin die bessere und vor allem engagiertere Mannschaft gewesen. Am Ende wurden die Ostschweizer belohnt, nach den zuletzt guten, aber punktelosen Spielen trotzdem weiterhin an sich geglaubt zu haben. Das 2:1 Muntwilers war ein Zeichen, wie das Glück erzwungen werden kann. Bellinzonas Abwehr setzte im Gegensatz zu den St.Gallern nicht mehr nach und am Ende spedierte der Captain den Ball irgendwie über die Linie. Dabei hatte St.Gallen nach der Pause den einen oder anderen bangen Moment zu überstehen, weil Bellinzona deutlich aggressiver zurückgekommen war. Vor dem 1:1 durch Mark Edusei war St.Gallens Abwehr praktisch das einzige Mal nicht auf der Höhe ihrer Aufgabe gewesen. Edusei traf, nachdem die Tessiner dreimal in Folge gescheitert waren. Dass der FC St.Gallen in jener Phase zwar wankte, aber nicht fiel, kann durchaus als ein Zeichen gewertet werden, dass die Mannschaft intakt ist. Sie hatte von Beginn weg viel versucht, war aggressiv und mit viel Engagement am Werk.

So gingen die Gäste nach einer halben Stunde in Führung. Dabei war Fernandos Vorarbeit ebenso schön wie der Abschluss. Durchgesetzt hatte sich Mario Frick, nach einer beeindruckenden Einzelleistung erzielte er aus linker Position sein erstes Saisontor.

Keiner fällt ab

Der FC St.Gallen hatte sich in diesem Abstiegskampf den Vorsprung zur Pause verdient – so, wie er in den Spielen zuvor ebenfalls mehr verdient gehabt hätte als lediglich zwei Niederlagen.

Die Ostschweizer waren mutig und wirkten auch defensiv kompakt. In der Startphase allerdings hatten die St. Galler ihre Nervosität nicht verbergen können. Sie kämpften einmal mehr bravourös, erarbeiteten sich auch eine Überlegenheit, doch vieles blieb Stückwerk. Aber insgesamt lieferte St. Gallen in Anbetracht der schwierigen Lage eine bemerkenswerte Leistung ab. Keiner fiel ab. Fernando beispielsweise gelang wohl eines seiner besten Spiele für den FC St.Gallen.