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FC ST.GALLEN: Continis Frust über den Schiedsrichter

Nach der chaotischen Woche in der Vereinsleitung ist der Punkt in Zürich ein Stimmungsaufheller. Doch auch einen Tag später ist Giorgio Continis Ärger über den Schiedsrichter noch nicht verraucht.
Patricia Loher
Jubel nach dem 1:1. Wenig später wird Gjelbrim Taipi (rechts) des Feldes verwiesen. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Jubel nach dem 1:1. Wenig später wird Gjelbrim Taipi (rechts) des Feldes verwiesen. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Patricia Loher

Eigentlich hatte Gjelbrim Taipi eine gute Partie gespielt. Der Albaner, der auf diese Saison hin aus Schaffhausen nach St.Gallen gekommen ist, war ein bissiger Zweikämpfer und emsiger Arbeiter. Auch dank dem 24-Jährigen liess die Mannschaft in der ersten Halbzeit im Letzigrund nur wenig zu. In der 51. Minute leitete Taipi zudem mit einem präzisen langen Ball auf den eingewechselten Danijel Aleksic St.Gallens Ausgleich ein, es hätte für Taipi also ein guter Abend werden können. Nur leistete er sich wenige Minuten nach dem 1:1 gegenüber dem Schiedsrichter eine verbale Entgleisung, welche die rote Karte zur Folge hatte. Der Platzverweis reduzierte St.Gallens Siegchance beim Aufsteiger und Leader auf ein Minimum, am Ende sahen sich die Gäste gar gezwungen, gegen die anstürmenden Zürcher ein Bollwerk zu errichten. Noch nie habe er auf ein 5-4-0 setzen müssen, sagte Coach Giorgio Contini hinterher und fügte an: «Es war ein guter Punkt.»

Jubel nach dem 1:1. Wenig später wird Gjelbrim Taipi (rechts) des Feldes verwiesen. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Jubel nach dem 1:1. Wenig später wird Gjelbrim Taipi (rechts) des Feldes verwiesen. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Taipi muss mit einer Busse rechnen

Taipi, der sich bei Schiedsrichter Adrien Jaccottet für die verbale Attacke entschuldigte, wird intern sanktioniert. «Es gibt einen Bussenkatalog für Tätlichkeiten und Unsportlichkeiten», so Contini, der die rote Karte schon kurz nach dem Spiel als «korrekt» taxiert hatte. Natürlich war der Platzverweis gegen Taipi St.Gallens Frust des Abends. Nur: Es war nicht der einzige.

Daniel Lopar: Note 4. Der Goalie war kaum gefordert, da der FC Zürich an diesem Abend vor allem am eigenen Unvermögen scheiterte. (Bild: PD)
Philippe Koch: Note 4. Der frühere Spieler des FC Zürich lieferte eine solide, unaufgeregte Partie ab. (Bild: PD)
Karim Haggui: Note 4,5. Hatte Glück, dass sein Kopfball kurz nach der Pause im eigenen Strafraum nur an die Latte ging. (Bild: PD)
Silvan Hefti: Note 5. Am Schluss mit Fortune, als sein Fehler gegen einen Zürcher ohne Folgen blieb. Lange sehr sicher. (Bild: PD)
Andreas Wittwer: Note 4. Der Berner blieb so wie seine Kollegen in der Abwehr ohne groben Fehler. (Bild: PD)
Gjelbrim Taipi: Note 2,5. Seine unnötige verbale Attacke gegen den Schiedsrichter hatte die rote Karte zur Folge. (Bild: PD)
Stjepan Kukuruzovic: Note 4,5. Lancierte St. Gallen einen Angriff, hatte er seine Füsse mit im Spiel. Sehr präsent. (Bild: PD)
Yannis Tafer: Note 3. Er fand nie ins Spiel und musste den Platz nach 45 Minuten bereits wieder verlassen. (Bild: PD)
Tranquillo Barnetta: Note 4. Auffällig, wie er immer wieder den Ball forderte. Aber die Fehlerquote war zu hoch. (Bild: PD)
Marco Aratore: Note 4. Der zuletzt beste St. Galler lieferte eine durchschnittliche Leistung ab. (Bild: PD)
Roman Buess: Note 3,5. Er wurde kaum erfolgsversprechend eingesetzt. Ein Tor wurde ihm wegen Abseits aberkannt. (Bild: PD)
Danijel Aleksic: Note 5. Der Serbe kam für Tafer nach der Pause und erzielte fast mit der ersten Ballberührung das 1:1. (Bild: PD)
Alain Wiss: Note 4. Der Zentralschweizer half nach dem Platzverweis mit, die Defensive zusammenzuhalten. (Bild: PD)
Yroundu Musavu-King: Note -. Kam in der 82. Minute für Aratore. Zuwenig Zeit für eine Bewertung. (Bild: PD)
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Die Noten der Espen gegen Zürich

Das Führungstor für die Zürcher fiel nach einer Abseitsposition von Moussa Koné. Auch einen Tag nach dem 1:1 war der Ärger bei Contini noch nicht ganz verraucht. «Eigentlich bringt es nichts, sich noch länger aufzuregen. Und ich weiss, dass wir auch wieder einmal profitieren werden. Aber man darf doch sagen, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt», so der Trainer. «Nach dem Handspiel vor dem 2:2 gegen die Young Boys mussten wir wieder einen irregulären Treffer hinnehmen. Das ist ärgerlich» - was das YB-Tor angeht, gehen die Meinungen allerdings auseinander. So hat Schiedsrichter-Chef Cyril Zimmermann den Entscheid verteidigt.

Zusätzlich zum Abseits-Tor des FCZ habe der Schiedsrichter auch andere Dinge zu St.Gallens Ungunsten übersehen. «Das kann eine Mannschaft, die so viel Aufwand betreiben muss, um zu Chancen zu kommen, zermürben», so Contini. «Von uns wird stets erwartet, dass wir uns entschuldigen. Ich erwarte aber auch von den Schiedsrichtern, dass sie hinstehen und Fehler eingestehen können.»

Die St.Galler Fans machen mit ihrem Transparent der Clubführung eines klar: "Chaos isch üsen Part, nöd dä vom Vorstand." (Bild: Freshfocus)
Der Führungstreffer der Hausherren ist früh gefallen: Moussa Koné erzielt das Tor zum 1:0 in der 19. Minute. (Bild: Freshfocus)
Torschütze Moussa Koné jubelt nach seinem Führungstreffer. (Bild: Freshfocus)
Teamkollege Adrian Winter (rechts) gratuliert dem Torschützen. (Bild: Freshfocus)
Da hat er sich wohl daran erinnert, dass er auch einmal das grün-weisse Trirkot anhatte: Der FCZ-Spieler Roberto Rodriguez vergibt gegen Karim Haggui und Goalie Daniel Lopar eine einfache Torchance. (Bild: Freshfocus)
Die beiden Teams haben sich trotz holprigem Rasen nichts geschenkt: Der Zürcher Moussa Koné im Zweikampf gegen Silvan Hefti. (Bild: Freshfocus)
Und hoch das Bein: FCZ-Spieler Alain Nef versucht mit einem Karatekick ähnlichen Manöver Tranquillo Barnetta in die Quere zu kommen. (Bild: Freshfocus)
Da kann sich die Clubführung von der Leistung der St.Galler Spieler auf dem Feld eine Scheibe abschneiden: Trainer Giorgio Contini jubelt nach dem Tor zum 1:1. (Bild: Freshfocus)
Der St.Galler Stjepan Kukuruzovic und Kay Voser im Zweikampf. (Bild: Freshfocus)
Er hätte von seiner Mannschaft wahrscheinlich mehr erwartet: FCZ-Trainer Uli Forte. (Bild: Freshfocus)
Der St.Galler Danijel Aleksic jubelt nach dem Tor zum 1:1 mit Roman Buess und Gjelbrim Taipi vor den Fans. (Bild: Freshfocus)
Der Zürcher Alain Nef und Karim Haggui im Kopfballduell. (Bild: Freshfocus)
FCSG-Torhüter Daniel Lopar mit angespannter Miene. (Bild: Freshfocus)
Das Duell mit den hohen Beinen: FCZ-Spieler Moussa Koné gegen Silvan Hefti im Zweikampf. (Bild: Freshfocus)
Mit seinem Temperament sorgt er dafür, dass seine Teamkollegen ab der 55. Minute nur noch zu zehnt weiterkämpfen: Gjelbrim Taipi wird von Schiedsrichter Adrien Jaccottet in die Kabine geschickt. (Bild: Freshfocus)
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FCSG und FCZ teilen sich die Punkte

Für St.Gallen war es im siebten Spiel das dritte Unentschieden. Mehr möglich gewesen wäre in Zürich nur, hätten die St.Galler die Partie zu elft zu Ende spielen können und hätten sie sich in der Offensive nicht derart schwer getan. «Im Umschaltspiel nach vorne begingen wir zu viele Fehler», sagte Contini. In der Spielstatistik waren nach 90 Minuten bloss zwei Abschlüsse auf das gegnerische Tor aufgeführt.

Die Ostschweizer halten sich im engen Mittelfeld der Tabelle wacker. Ihr Vorsprung auf den Abstiegsplatz beträgt vier Punkte, der Rückstand auf den Leader fünf Zähler. Wohin ihr Weg führen kann, bleibt ungewiss. Nach dem Cupspiel am kommenden Sonntag beim FC Linth aus der 2. Liga interregional empfängt der FC St.Gallen am Mittwoch, 20. September, den FC Basel, ehe er im Kybunpark auf den FC Thun trifft. Danach dürfte die Tabelle mehr Konturen haben.

Engagiert an der Seitenlinie: Giorgio Contini. (Bild: Andy Mueller/freshfocus (freshfocus))

Engagiert an der Seitenlinie: Giorgio Contini. (Bild: Andy Mueller/freshfocus (freshfocus))

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