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Ex-Espe Tréand vor Xamax - FCSG: «Das letzte halbe Jahr unter Zinnbauer war schwierig»

Zwei Jahre spielte Geoffrey Tréand für den FC St.Gallen – dann verliess er den Club, weil er bei Trainer Joe Zinnbauer in Ungnade gefallen war. Am kommenden Sonntag trifft der Franzose mit Xamax nun das erste Mal wieder auf seinen Ex-Verein.
Daniel Walt
Schwierige Zusammenarbeit: Ex-FCSG-Flügel Geoffrey Tréand (links) und sein damaliger Trainer Joe Zinnbauer (Bilder: Freshfocus/Keystone)

Schwierige Zusammenarbeit: Ex-FCSG-Flügel Geoffrey Tréand (links) und sein damaliger Trainer Joe Zinnbauer (Bilder: Freshfocus/Keystone)

Geoffrey Tréand ist ein ruhiger, freundlicher Zeitgenosse – keiner von der Sorte Fussballer, die nachtreten, wenn sie einen Verein verlassen haben. Er respektiere den FC St.Gallen, einen grossen Club im Schweizer Fussball, sagt er. Für Dölf Früh, den Ex-Präsidenten der Ostschweizer, empfindet er nach wie vor viel Wertschätzung. Und fast noch mehr bewundert er die treuen, lautstarken Anhänger des FC St.Gallen – derart, dass er sich aufs Rückspiel Anfang Dezember in einem gut gefüllten Kybunpark fast noch mehr freut als auf sein Wiedersehen mit dem Ex-Club am kommenden Sonntag in Neuenburg.

Die ganz spezielle Atmosphäre, welche die FCSG-Fans zu kreieren wissen, lobte Geoffrey Tréand schon kurz nach seiner Ankunft im Sommer 2014. Von seinen zwei Jahren in der Ostschweiz sind ihm denn auch insbesondere die schönen Momente in Erinnerung geblieben. Zwei ragen heraus: Die Geburt seines Sohnes in der Klinik Stephanshorn im August 2015 – und sein Tor gegen den FC Luzern als frischgebackener Vater Stunden später.

«Ich empfand es als Ungerechtigkeit»

Als im Herbst 2015 Joe Zinnbauer Trainer des FC St.Gallen wurde, verschlechterte sich die sportliche Situation von Geoffrey Tréand zusehends. «Die letzten Monate waren sehr schwierig», resümiert Tréand und fügt an, es werde immer kompliziert, wenn der Trainer nicht mehr auf einen zähle. Auch zum Thema Joe Zinnbauer vermeidet Tréand polemische Worte – er erwähnt allerdings, dass er seine permanente Nichtberücksichtigung in der zweiten Saisonhälfte als Ungerechtigkeit empfunden habe. Informationen, wonach Zinnbauer insbesondere mit französischsprechenden Spielern wie ihm oder Yannis Tafer Probleme gehabt habe, kommentiert Tréand wie folgt:

«Es gab kein Vertrauensverhältnis zwischen uns. Wenn tatsächlich die Sprache der Grund dafür war, fände ich das nicht sehr professionell.»

Weiter möchte sich Geoffrey Tréand über seine letzten Monate in St.Gallen nicht mehr auslassen. Verfolgt hat er das Schicksal der Ostschweizer freilich auch nach seinem Transfer zum FC Aarau im Sommer 2016. «Unter Giorgio Contini lief es besser. Und mit Peter Zeidler hat der FC St.Gallen jetzt einen sehr guten Trainer», hält er fest. Kontakt hält er nach wie vor mit Yannis Tafer, den er kurz nach seinem Weggang auch einmal in der Ostschweiz besucht hat. «Wir werden vor dem Spiel vom Sonntag sicher miteinander telefonieren», sagt der 32-Jährige.

Näher an der Heimat

Seit Sommer 2017 steht Geoffrey Tréand im Kader von Neuchâtel Xamax. Mit elf Toren und zwölf Assists leistete er in der vergangenen Saison einen beträchtlichen Beitrag zum Wiederaufstieg der Neuenburger.

Ein sicherer sportlicher Wert war der Franzose auch eine Spielzeit zuvor beim FC Aarau gewesen. Mit gewissen Entwicklungen im Verein war er aber nicht mehr zufrieden. Zudem sah er keine realistische Chance, mit Aarau in absehbarer Zeit wieder in die Super League aufzusteigen. Vor allem aber wollte er nach drei Jahren in der Deutschschweiz mit seiner Familie wieder näher an seiner Heimat sein, die im französischen Annemasse liegt, gleich über der Grenze bei Genf. Deshalb verzichtete er sogar auf einen Monatslohn und zahlte noch etwas aus dem eigenen Sack drauf, um vorzeitig aus seinem Vertrag bei Aarau aussteigen und zu Xamax wechseln zu können.

Kein Jubel im Kybunpark

Seit 2010 wechselte Geoffrey Tréand spätestens alle zwei Jahre den Club. Die Gründe waren unterschiedlich: Sein erstes Engagement bei Xamax endete mit dem von Präsident Bulat Tschagajew verursachten Konkurs im Chaos. Ein wegen Präsident Christian Constantin ebenfalls turbulentes Gastspiel beim FC Sion war bereits nach einem halben Jahr wieder vorbei. In der Folge spielte Tréand zwei Saisons für Servette, bevor er zum FC St.Gallen kam. «Trotz der zahlreichen Wechsel habe ich mich immer mit den Vereinen identifiziert, bei denen ich unter Vertrag stand», betont Geoffrey Tréand.

Auch wenn man nie zu 100 Prozent sicher sein könne: Xamax werde sehr wahrscheinlich der Club sein, bei dem er seine Karriere beenden werde, sagt Tréand. Seine Aufgabe beim Aufsteiger sieht der 32-Jährige darin, seine Erfahrungen weiterzugeben und einen Beitrag ans grosse Ziel Ligaerhalt zu leisten.

Dabei helfen könnte ein Sieg gegen den FC St.Gallen am Sonntag – mit einem entscheidenden Tor von Tréand wie im Frühling 2011 in jenem denkwürdigen Spiel, in dem die Ostschweizer auf der Maladière gegen acht Neuenburger in der Nachspielzeit verloren? «Ein Treffer wäre schön», antwortet Tréand. Im Heimstadion würde er ein persönliches Erfolgserlebnis auch feiern. Nicht so beim Rückspiel im Dezember im Kybunpark: «Dort würde ich bei einem Tor aufs Jubeln verzichten», sagt er. Da ist er wieder, der Respekt von Geoffrey Tréand vor dem FC St.Gallen und dessen Anhängern.

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