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Ex-Espe Maric trifft auf früheren Club: «Es ist speziell, wieder im St.Galler Stadion zu spielen»

Wenn der FC St.Gallen heute um 16 Uhr im Kybunpark gegen den FC Lugano aufläuft, so ist das für Mijat Maric eine besondere Begegnung. Denn vor genau zehn Jahren stand der 34-Jährige Innenverteidiger noch im Dienst der Ostschweizer.
Alexandra Pavlovic
Nach Jahren im Ausland spielt Mijat Maric nun wieder für Lugano. (Bild:Urs Lindt/freshfocus)

Nach Jahren im Ausland spielt Mijat Maric nun wieder für Lugano. (Bild:Urs Lindt/freshfocus)

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Es ist wie nach Hause kommen, wenn auch in etwas anderer Konstellation, sagt Luganos Spieler Mijat Maric über die bevorstehende Begegnung mit dem FC St.Gallen. Vor zehn Jahren ist der Innenverteidiger hier zum letzten Mal aufgelaufen, damals noch im Trikot der St.Galler.

Espenmoos, Bratwurst und der Espenblock

2003 war Maric als 19-Jähriger von Lugano in die Ostschweiz transferiert worden. Wenn der 34-Jährige heute an die Zeit zurückdenkt, sind ihm vor allem drei Dinge präsent: das Stadion Espenmoos, die St.Galler Bratwurst und der Espenblock. «Eine solche Atmosphäre wie in St.Gallen findest du kein zweites Mal auf der Welt», sagt er. Gerne erinnert sich der Rechtsfuss an seine Zeit als FC-St.Gallen-Spieler zurück, nahm hier doch seine Profikarriere ihren Anfang.

Der Start in St.Gallen verlief für Mijat Maric allerdings etwas schwierig. Mit Anfang 20 war er das erste Mal auf sich allein gestellt. Für ihn als Familienmensch eine völlig neue Situation, mit der er erst einmal zurecht kommen musste. Erschwerend kam hinzu, dass er kein Wort Deutsch sprach und die Kultur in der Ostschweiz anders war als im Tessin. Doch Maric biss sich durch, lernte die Sprache, trainierte, wollte zeigen, dass der Club auf ihn setzen konnte. Und es passte. Unter Heinz Peischl wurde Maric eine feste Grösse, lernte neue Freunde und auch seine zukünftige Frau kennen. «Ich bin der Region und dem Verein für diese Zeit noch heute sehr dankbar. Mir wurde hier eine Chance geboten, mich zu beweisen, und ich konnte meine Leidenschaft endlich zum Beruf machen.»

Trainer Antonio Conte machte ihn stärker

Drei Saisons lief das gut. Danach folgten Trainerwechsel, der Tessiner musste immer mal wieder mit der Bank vorliebnehmen, wurde an Luzern ausgeliehen und schliesslich doch wieder zurück nach St.Gallen geholt. Keine einfache Zeit für einen jungen Spieler, der auch den Traum hatte, irgendwann einmal international zu spielen. Die Folge davon: Maric hatte das ewige Hin und Her satt und wollte weg. Nicht nur weil er spielen wollte, sondern auch, weil er für die Schweizer U21-National­mannschaft auflief. «Für mich ein Grund mehr, einen Schritt ­ weiterzugehen und mir in einem neuen Team einen Stammplatz zu sichern», erzählt er heute. 2008 öffnete sich für ihn schliesslich die Tür zur internationalen Fussballwelt: Der Weg führte ins italienische Bari.

Obwohl der Sprache mächtig und mit ausreichend Spielerfahrung, hatte der Tessiner auch hier seine Startschwierigkeiten. «Ich hatte mehr als hundert Spiele in der Super League bestritten, dachte, ich hätte genug Spielpraxis.» Doch Maric irrte sich. Auf die harte Tour lernte er, dass in Italien niemand auf den 1,88-Meter-Mann gewartet hatte. Was in Bari zählte, waren Geduld, Kampfgeist und mentale Stärke. Drei Eigenschaften, welche er noch nicht zur Genüge besass – dank seines damaligen Trainers Antonio Conte aber erlernt hatte.

«Irgendwann geht für jeden eine Tür auf», habe Conte seinen Spielern stets gepredigt.

Worte, die sich auch in Marics Kopf eingebrannt hatten. «Dank ihm habe ich gelernt, dass man manchmal einen Schritt zurückgehen muss, um zwei Schritte vorwärtszukommen.» Nach nur einem Jahr in Italien ging Marics Karriereweg jedoch weiter, diesmal in der belgischen Liga. Zuerst wechselte er zum KAS Eupen, dann zum Club KSC Lokeren. Hier blieb er. In den folgenden neun Jahren wurde Belgien schliesslich sein neues Zuhause. Der Schweizer mit kroatischen Wurzeln spielte wieder regel­mässig, schaffte mit Eupen den Aufstieg von der zweiten in die höchste belgische Liga, wurde zweimal Cupsieger mit Lokeren und schliesslich deren Captain. Gerade solche Momente seien es, die all die schwierigen Phasen von früher vergessen lassen, sagt der 34-Jährige.

Als 21-Jähriger war Maric (rechts) fester Bestandteil des FC St.Gallen. (Archivbild: Michel Canonica, St.Gallen 16. März 2006)

Als 21-Jähriger war Maric (rechts) fester Bestandteil des FC St.Gallen. (Archivbild: Michel Canonica, St.Gallen 16. März 2006)

Nicht Espenmoos, sondern Kybunpark

Für Lokeren war Mijat Maric ein Glücksgriff. Gerne hätte der Verein sein Aushängeschild länger behalten, doch vor einigen ­Wochen liessen die Belgier ihn dennoch weiterziehen. «Dass ich eines Tages meine Karriere in einem Schweizer Club beende, war für mich klar. Meine Wunschvereine waren Lugano oder St.Gallen», sagt Maric. Mit beiden verbindet er viel: Lugano war sein Jugendverein, in St.Gallen startete seine Profikarriere. Mit den Ostschweizern stand er vor einigen Jahren sogar in Kontakt, doch aus einer Rückkehr in die Schweiz wurde vorerst nichts. Dann klopfte der FC Lugano vor rund einem Monat an - der 34-Jährige zögerte keine Sekunde und sagte zu. «Ich bin ehrlich, der jüngste Spieler bin ich nicht. Umso geehrter fühle ich mich, dass ein Super-League-Club meine Dienste in Anspruch nehmen will.» Noch sei es ein komisches Gefühl, wieder in der Schweiz zu sein. Irgendwie realisiere er es noch gar nicht, so schnell ging alles. Dank seiner Teamkameraden habe er sich mittlerweile aber etwas eingelebt.

Heute nun kehrt Maric als Lugano-Spieler in die Ostschweiz zurück und trifft auf seinen früheren Club St.Gallen. Spielen wird er diesmal aber nicht im Espenmoos, sondern im Kybunpark.

«Es ist zwar einiges anders als damals. Dennoch ist es speziell, nach so vielen Jahren wieder in einem St.Galler Stadion zu spielen und auf ehemalige Mitspieler zu treffen.»

Entsprechend gross sei ­seine Freude auf die Partie, die gegen St.Gallen keine leichte sein werde. «Es wird ein harter Kampf, nicht umsonst steht das Team um Peter Zeidler auf dem zweiten Tabellenplatz.» Sollte es für einen Sieg seiner Mannschaft nicht reichen, sei das in sportlicher Hinsicht ärgerlich, für ihn persönlich hat es dennoch etwas Positives: «Ich kann endlich wieder die St.Galler Stadionatmosphäre und den Espenblock geniessen. Und wer weiss, vielleicht bleibt nach Spielschluss sogar noch Zeit für eine Bratwurst.»

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