«Es gibt eine Vereinbarung»: FC Rorschach-Goldach fordert von St.Gallen seinen Transferanteil für Silvan Hefti

Silvan Hefti brachte dem FC St.Gallen viel Geld. Doch Heftis Mutterklub muss auf seine Beteiligung weiter warten. Spielt der FC St.Gallen auf Zeit?

Christian Brägger
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Beteiligung 1,5 Millionen Franken. So hoch ist der mehr oder weniger bestätigte Erlös für St.Gallen nach Silvan Heftis Wechsel zu YB. Hinzu kommt eine Weiterbeteiligung bei einem künftigen Transfer. Aus dem Klubumfeld des FC Rorschach-Goldach ist nun zu hören, dass es für ihn in der Causa ebenfalls um Geld geht. Viel Geld. Relevant sind jedoch ausschliesslich die besagten 1,5 Millionen Franken.

FC St.Gallen spielt auf Zeit

Hefti ist Goldacher. Der Bub hat die Anfänge seiner Juniorenzeit im heimischen FC Goldach verbracht, schloss sich als Elfjähriger dem FC St.Gallen an. Als Hefti im Jahr 2012 für die Junioren des Super-League-Klubs offiziell qualifiziert wurde, bedang sich der FC Goldach dank Silvans Vater Carlo beim damaligen FCSG-Sportchef Heinz Peischl eine vertraglich zugesicherte, prozentuale Beteiligung bei einem künftigen Transfer aus. Solche Verträge waren zu jener Zeit üblich, um sich abzusichern, auch weil es um die Ausbildungsentschädigungen immer ein «Gschiss» gab. Bei Silvan Hefti beträgt diese Beteiligung etwa 7,5 Prozent, später soll sie dem Vernehmen nach auf 100'000 Franken als maximal fälliger Betrag abgeändert worden sein. Sie würde hinfällig, sobald Hefti 23 Jahre alt ist – der Wechsel nach Bern erfolgte zwei Monate vor dem 23. Geburtstag.

Aus dem FC Goldach ist 2017 nach der Zusammenlegung mit Rorschach der FC Rorschach-Goldach entstanden, vertragliche Vereinbarungen, Rechten und Pflichten gingen nach dieser sogenannten Kombinationsfusion in den neuen Verein über. Aber auf den Anteil aus dem Hefti-Transfer wartet der FC Rorschach-Goldach noch immer. Der FC St.Gallen spielt offenbar auf Zeit. Zwar sollen sich seine Exponenten bald einmal beim FC Rorschach-Goldach gemeldet haben, doch ging es dem Vernehmen nach mehr darum, welche Position der Klub vom Bodensee vertragstechnisch einzunehmen gedenke.

Präsident Hundsbichler: «Es gibt eine Vereinbarung»

Markus Hundsbichler, Präsident FC Rorschach-Goldach.

Markus Hundsbichler, Präsident FC Rorschach-Goldach.

PD

Auf Anfrage sagt Markus Hundsbichler, der Präsident des FC Rorschach-Goldach:

«Es gibt eine Vereinbarung. Details zum Inhalt können wir weder geben noch kommentieren und sind reine Spekulation.»

Aus Kreisen des FC Rorschach-Goldach ist dennoch zu hören, dass man den Vertrag habe prüfen lassen. Und dieser rechtsgültig sei. Hundsbichler ist bestens vertraut mit den Gepflogenheiten im Fussball, er sitzt auch im Komitee der 1. Liga und ist Mitglied beim Verbandsrat des Fussballverbandes. Hundsbichler sagt lediglich noch, dass es irrelevant sei, ob YB mit St.Gallen Ratenzahlungen vereinbart habe.

FCSG-Präsident Hüppi will befriedigende Lösung für alle

Im Breitensport ist das Überleben für die regionalen Vereine schwierig, gerade wegen Corona. Für den FC Rorschach-Goldach käme die zu erhaltende Summe einem Lottosechser gleich, auch er ist auf Geld angewiesen und wird seine Haltung kaum ändern. Zumal er sich 2019 bei Nias Heftis Wechsel von St.Gallen zum FC Thun schlecht behandelt fühlte, wie man hört. Bei diesem Transfer gab es ebenfalls einen ausserordentlichen Kontrakt: Aber weil St.Gallen den jüngeren der Hefti-Brüder für 25'000 Franken hergab, sah der FC Rorschach-Goldach nur 3000 Franken. St.Gallens Präsident Matthias Hüppi sagt jedenfalls auf Anfrage:

FCSG-Präsident Matthias Hüppi.

FCSG-Präsident Matthias Hüppi.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE
«Es braucht seine Zeit, aber es wird eine vernünftige und für alle Seiten befriedigende Lösung geben.»

Es wäre ein fatales Zeichen, wenn der FC St.Gallen eine adäquate Zahlung verweigerte. Zumal es ebendiese regionalen Klubs sind, die sein Nachwuchsprojekt Future Champs Ostschweiz mit Jungen beliefern, kooperieren, die Basis bilden. Und somit die Partner sind, die mit im Boot sitzen. Detail: Finanzchef bei Rorschach-Goldach ist Ferruccio Vanin, einst Verwaltungsrat beim FC St.Gallen und CEO im Nachwuchs. Zudem gehören dem Fusionsverein langjährige Gönner des DienstagClubs an, der Sponsorenvereinigung zu Gunsten des FC St.Gallen.