Kommentar

Es geht weiter: Der FC St.Gallen darf wieder vom Meistertitel träumen

Es ist eine gute Nachricht: Der Spielbetrieb in den beiden höchsten Ligen wird am 19. Juni wieder aufgenommen. So bekommt der FC St.Gallen doch noch die Chance, erstmals seit 20 Jahren wieder Meister zu werden.

Patricia Loher
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Patricia Loher, Ressortleiterin Sport

Patricia Loher, Ressortleiterin Sport

Hanspeter Schiess

Als das Coronavirus Ende Februar den Lauf der Ostschweizer stoppte, war es nach Wochen der Meisterträume ein bitterer Moment. Es herrschte keine Euphorie mehr, im Lockdown war der Sport plötzlich nur noch eine Randnotiz. Nun aber soll der Fussball auf dem Weg zurück in die Normalität wieder ein bisschen unterhalten, nur am TV zwar, aber immerhin.

St.Gallen hat vor bald drei Wochen als erstes Team das Training wieder aufgenommen – ungeachtet der finanziellen Konsequenzen, weil Kurzarbeit so nicht mehr möglich war. Sportlich könnten sich die Ostschweizer damit aber einen Vorsprung erarbeitet haben. Denn das Programm ab dem 19. Juni ist happig – und St.Gallens Spielstil aufwendig.

Nur, es gibt eben auch die wirtschaftliche Seite. Geisterspiele sind teuer. Sie nagen an der Substanz. Und das Hilfspaket des Bundes ist an Bedingungen geknüpft. St.Gallen will deshalb auf Darlehen verzichten.

Doch die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass sich der Club wieder Vertrauen erarbeitet hat. 6000 verkaufte Saisonkarten unterstreichen das. Möglicherweise muss der FC St.Gallen den Gürtel trotzdem noch einmal enger schnallen. Vielleicht muss er Spieler abgeben. Aber er wird Mittel und Wege finden, um den heftigen Sturm zu überstehen.

Die nächsten Wochen werden finanziell ein Kraftakt. Doch St.Gallens Mannschaft ist ein Glücksfall. Deshalb darf seit Freitag wieder von einer Sternstunde im Ostschweizer Fussball geträumt werden.