"Es gab keine Verhandlungsbasis"

FUSSBALL. Der Fall Goran Karanovic spitzt sich immer weiter zu. Der Stürmer wirft dem FC St.Gallen vor, ihm nach einem Treffen kein Angebot für einen mehrjährigen Vertrag unterbreitet zu haben. Der Verein wehrt sich.

Daniel Walt
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Goran Karanovic war letzte Saison treffsicherster Stürmer der Ostschweizer. Sein Verbleib in St.Gallen ist nun aber ungewisser denn je. (Bild: Benjamin Manser)

Goran Karanovic war letzte Saison treffsicherster Stürmer der Ostschweizer. Sein Verbleib in St.Gallen ist nun aber ungewisser denn je. (Bild: Benjamin Manser)

Der FC St.Gallen und sein treffsicherster Stürmer Goran Karanovic liegen seit Wochen übers Kreuz. Hauptstreitpunkt: Hat sich Karanovics Mitte Juni ausgelaufener Vertrag wegen einer Klausel automatisch verlängert, wie der Verein überzeugt ist? Oder greift die Klausel nicht, was Karanovic und sein Berater sagen? Nun hat sich eine zweite Konfliktfront aufgetan: Goran Karanovic erhebt öffentlich den Vorwurf, der Verein habe ihn nach einem ersten Treffen nicht mehr kontaktiert.

"Nichts mehr gehört"
Der Verein habe ihm in einem Gespräch vor der Sommerpause angekündigt, ihm ein Angebot über mehrere Jahre zu machen, teilte Goran Karanovic auf Anfrage mit. "Seit damals habe ich nichts mehr gehört und auch kein Angebot erhalten", so Karanovic gegenüber dem Tagblatt.

"Klare Rückmeldung erhalten"
Daniel Last, Mediensprecher des FC St.Gallen, widerspricht der Darstellung des Angreifers: "Goran Karanovic und sein Berater haben von uns zu jenem Treffen eine klare, ehrliche Rückmeldung erhalten. Ihre und unsere Vorstellungen lagen derart weit auseinander, dass es schlicht keine Verhandlungsbasis gab", so Last. Nichtsdestotrotz habe der FC St.Gallen für nächste Woche einen Termin für Vertragsverhandlungen eingeplant. "Das sollte aussagekräftig genug sein für unsere Einstellung", sagt Last.

Ungewisser denn je
Damit scheint es aktuell ungewisser denn je, ob Goran Karanovic nochmals das Trikot des FC St.Gallen tragen wird. Der Angreifer ist bis dato nicht wieder ins Mannschaftstraining mit den Ostschweizern eingestiegen, obwohl ihn der Verein dazu aufgefordert hat. Lenkt eine der beiden Seiten nicht noch ein, dürfte der Streit um die Frage, ob sich sein ausgelaufener Vertrag automatisch verlängert hat oder nicht, von einem Gericht geklärt werden. Und auch eine Einigung über einen neuen, mehrjährigen Vertrag scheint aufgrund der massiv unterschiedlichen Vorstellungen der beiden Seiten schwierig zu realisieren.