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ENTTHRONT: Vor dem Spiel gegen den FCSG: Ungewohnte Basler Zeiten

Basel fühlt sich im Stolz verletzt, weil die Young Boys Meister geworden sind. Trotzdem fordert Trainer Raphael Wicky, dass die Mannschaft die Saison gut abschliesst – und heute ab 16 Uhr in St. Gallen eine Serie fortsetzt.
Pascal Berger
St. Gallens Marco Aratore (links) gegen Basels Mohamed Elyounoussi. (Bild: Georgios Kefalas/KEY (17. Februar 2018))

St. Gallens Marco Aratore (links) gegen Basels Mohamed Elyounoussi. (Bild: Georgios Kefalas/KEY (17. Februar 2018))

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: <strong style="margin: 0px; padding: 0px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent;"><em style="margin: 0px; padding: 0px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent;">www.tagblatt.ch/epaper</em></strong>

Es war im Winter, als die Lage der Liga in Basel noch nicht Alarm auslöste. Zwei Punkte betrug der Rückstand auf die Young Boys, nur zwei Punkte. Wer also wollte bei dieser Nichtigkeit ernsthaft am neuen Meistertitel in Serie zweifeln?

Der Verein hatte im Sommer eine neue Führung bekommen, einen neuen Trainer auch. Aber geblieben war das Selbstbewusstsein, national unverändert den Rhythmus zu bestimmen. Also sagte Sportchef Marco Streller im Januar noch: «Für uns zählt nur der Titel. Der zweite Platz wäre eine Niederlage für uns. Es gibt keinen zweiten Platz für den FCB. Kommt es anders, müssen wir uns wieder unterhalten.» Streller ist einer der Neuen im Gremium, das den Club lenkt. Und jetzt sieht er sich mit einer Situation konfrontiert, die ungewohnt ist: Der FC Basel ist von entfesselten Young Boys abgehängt worden und muss sich damit abfinden, dass die Saison ohne Meisterfeier endet. Einen Pokalgewinn wird es auch im Cup nicht geben: Aus diesem Wettbewerb verabschiedete sich die Mannschaft Ende Februar – beim 0:2 im Halbfinal gegen die Young Boys.

Die – zumindest temporäre – Degradierung zur Schweizer Nummer zwei schmerzt die Basler. «Wir müssen anerkennen, wenn ein Gegner besser ist», sagt Streller, gibt aber auch zu, dass der Wandel einiges an Emotionen ausgelöst hat: «Wir fühlen uns extrem im Stolz verletzt.» Gleichzeitig soll das ein Antrieb sein, «wieder aufzustehen und nächste Saison anzugreifen». So tönt es auch von Trainer Raphael Wicky, der sich als fairer Sportsmann erwies und eine Gratulation nach Bern schickte: «YB war das beste Team in dieser Saison.»

Unzulänglichkeiten wurden in der Champions League kaschiert

Streller und Wicky hatten andere Pläne, als sie vor zehn Monaten anfingen. Sie bauten das Kader um und glaubten, auch auf diese Weise die Konkurrenz wie üblich auf Distanz zu halten. Sie kündigten einen Stilwechsel an, sie wollten einen neuen FC Basel präsentieren, einen jungen, dynamischen, mit möglichst vielen Einheimischen. Bis zum Winter wurden einige Unzulänglichkeiten mit bemerkenswerten Auftritten in der Champions League kaschiert. Aber wer redet heute noch davon? Vom Vorstoss in den Achtelfinal gegen Manchester City? Vom Sieg in England? Dafür ist beim FC Basel zu viel passiert, das man von ihm aus den vergangenen Jahren nicht kennt. Streller bemüht sich zwar darum, nicht gleich alles zu schwarz zu sehen. Redet davon, dass «alles neu war im Club». Sagt, «dass wir noch nicht einmal ein Jahr im Amt sind». Und plädiert für Zeit.

Wie viel Umbruch verträgt eine Mannschaft?

Trotzdem stellen sich auch grundsätzliche Fragen, zum Beispiel: Wie viel Umbruch verträgt eine Mannschaft in kurzer Zeit? In der Winterpause zum Beispiel zog Manuel Akanji nach Dortmund, Renato Steffen wechselte zu Wolfsburg. Dafür kehrten Fabian Frei und Valentin Stocker aus Deutschland zurück. Nur: Die zwei erwiesen sich noch nicht als tragende Säulen. Und Léo Lacroix, der Akanji ersetzen sollte, leistete sich einige Aussetzer. Das Gesicht könnte nun erneut Retuschen erfahren. Michael Lang, Thomas Vaclik oder Mohamed Elyounoussi gelten als Kandidaten, die bei einem angemessenen Angebot aus dem Ausland kaum zu halten sind.

Bevor sich Wicky der Zukunft widmet, will er «die Saison gut abschliessen und möglichst viele Punkte holen». Platz zwei ist nicht mehr in Gefahr, die Teilnahme an der Qualifikation für die Champions League also gesichert. St. Gallen heisst die nächste Aufgabe. Es ist ein Gegner, mit dem die Basler in dieser Saison nicht nur gute Erfahrungen gemacht haben. Zum einen gab es daheim ein 0:2 im Februar – und ausgerechnet der an die St. Galler ausgeliehene Cédric Itten erzielte beide Tore. Und im vergangenen September verlor Basel im Kybunpark beim 1:2 ein Spiel, «in dem wir bis zur Pause die schwächste Halbzeit der bisherigen Saison ablieferten», so Wicky. Jetzt sagt er: «Wir müssen herausfinden, warum es Phasen gab, in denen wir uns nicht auf Topniveau bewegten.» Um mit Blick auf Sonntag anzufügen: «Wir haben die Ambition, zum zehnten Mal in Folge unbesiegt zu bleiben – wohlwissend, dass wir auf einen Gegner treffen, der über Qualität verfügt, sonst wäre er nicht Vierter.»

Bald bricht die Pause an, die Zeit, in der er durchschnaufen kann nach seinem ersten Jahr als Coach auf Profistufe. Und vor dem Start in die Vorbereitung wird er das, was hinter ihm liegt, aufgearbeitet haben: «Danach gibt es nur eines: nach vorne schauen.»

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