Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kommentar

Enthusiasmus interruptus – wie der FC St.Gallen seine Fans zur Verzweiflung bringt

Nach jeder starken Leistung folgt die Enttäuschung. Dieses Muster hat sich beim FCSG etabliert. Kein Wunder, dass die von Präsident Matthias Hüppi proklamierte «grün-weisse Bewegung» in der Ostschweiz auf sich warten lässt.
Martin Oswald
Ein junger Fan im Kybunpark. (Bild: Michel Canonica)

Ein junger Fan im Kybunpark. (Bild: Michel Canonica)

Der FC St.Gallen schlägt zum Auftakt der Rückrunde im eigenen Stadion den FC Zürich. Dreimal erheben sich die Fans von ihren Sitzen und beklatschen begeistert die Darbietung auf dem Rasen. Ein paar Tage später entführt die Mannschaft von Peter Zeidler beinahe drei Punkte aus Basel. Anhänger der Ostschweizer sind sich einige: Diese Mannschaft hat Potenzial.

Doch beim darauffolgenden Heimspiel gegen das «kleine» Thun, passierte genau das, was in jüngster Zeit immer passiert. Es folgt die Enttäuschung – gerade rechtzeitig, bevor im Umfeld des FC St.Gallen so etwas wie Euphorie entsteht. Und das ist aus mehreren Gründen bitter.

Die neue Führung um Präsident Matthias Hüppi hat aufgeräumt im Umfeld des Klubs, seine offene und leidenschaftliche Art kommt an in der Ostschweiz. Auch Sportchef Alain Sutter legt Wert auf ehrliche Arbeit und gegenseitige Wertschätzung. Und schliesslich hat der FC St.Gallen mit Peter Zeidler einen Trainer, der mit seinem Feuer, seiner offensiven Spielphilosophie und seiner charmanten Offenheit für diesen Verein wie gemacht scheint. Dieser Führungs-Crew wäre Erfolg zu gönnen.

Auch die Mannschaft hat ein Gesicht – so schwierig die Identifikation für den Fan auch ist, beim heute viel zu raschen Wechsel des Personals. So muss der Fan die überdurchschnittlich guten Spieler wie Quintilla, Ashimeru oder Sierro so lange geniessen, wie sie da sind. Und das aktuelle Ensemble würde die Herzen der Zuschauer im Nu erobern, wenn es denn vor eigenem Anhang eine Heimspielstärke an den Tag legen würde, die dereinst im Espenmoos typisch war für Grün-Weiss. Doch genau dieser Funke wird mit bestechender Vorhersehbarkeit immer wieder aufs Neue erloschen.

Es bräuchte so wenig und der Kybunpark wäre mal wieder gefüllt. Es bräuchte so wenig und die bequemen Fussball-Beobachter würden mal wieder ins Stadion kommen, statt das Spiel im Pay-TV zu verfolgen. Es bräuchte so wenig und die grün-weisse Bewegung würde vom Rheintal bis kurz vor Winterthur die Menschen der Ostschweiz erfassen.

Aber nicht umsonst pflegen Anhänger des ältesten Klubs von Festlandeuropa zu sagen: Der FC St.Gallen ist gut für den Charakter. Man lernt mit Enttäuschungen und Niederlagen umzugehen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.