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ENTDECKUNG: FCSG-Nachwuchshoffnung van der Werff: "Meine Eltern waren nervöser als ich"

Nach seinen ersten Einsätzen für den FC St.Gallen gibt es für Nachwuchsspieler Jasper van der Werff viel Lob. Auf dem Boden bleiben, mahnt der Verein. Viel spricht dafür, dass der 19-Jährige aus Speicher dies schafft.
Ralf Streule
Jasper van der Werff nach seinem starken Start: «Ich war stolz, nur schon auf der Bank sitzen zu dürfen.» (Bild: Benjamin Manser)

Jasper van der Werff nach seinem starken Start: «Ich war stolz, nur schon auf der Bank sitzen zu dürfen.» (Bild: Benjamin Manser)

Ralf Streule

Nachwuchsfussballer Jasper van der Werff, 19-jährig. Wie das klingt! Nach holländischem Supertalent, aus der Ajax-Nachwuchsakademie vielleicht? Nach künftigem Retter der angeschlagenen holländischen Nationalmannschaft? Nach einem Mini-van-der-Vaart? – Nicht ganz. Der Ausserrhödler Jasper van der Werff stammt aus dem Nachwuchs des FC St. Gallen – und ist in der ersten Mannschaft der Ostschweizer auf dem steilen Weg nach oben. Im Auswärtsspiel gegen Basel war’s ein solides bis starkes Debüt, im Heimspiel danach gegen Lugano war der Verteidiger aus Sicht der St. Galler Zuschauer und des «Blicks» bereits «Mann des Spiels».

Einem Interviewtermin wird seitens des Clubs nur zögernd zugestimmt. Junge Spieler gelte es zu schützen – wer hoch fliege, könne schnell hart landen. Der Eindruck nach einer halben Stunde Gespräch: Eine harte Landung würde den 19-Jährigen wohl ebenso wenig aus der Bahn werfen, wie es seine ersten Einsätze in der ersten Mannschaft taten. Er spricht bodenständig, geht mit den Lobesworten der vergangenen Tage bescheiden um.

«Ihn zeichnet die Ruhe am Ball aus»

Die Eltern Van der Werff sind vor gut 20 Jahren von Holland in die Schweiz gezogen, nach Speicher, wo das Talent aufwuchs und noch heute lebt. Fussball spielt eine Hauptrolle in der Familie. Der ­Vater war Amateurfussballer, Jaspers älterer Bruder Sebastiaan machte den Weg über den St. Galler Nachwuchs zum SC Brühl und den FC Gossau, der jüngere Bruder Florian folgt bei der U15 St. Gallens. Als Kind fiel Jasper im Dorf-Fussballclub schnell auf. Also stiess er zum Nachwuchs des FC St. Gallen, durchlief dort alle Stufen, absolvierte während der Sekundarschulzeit gleichzeitig die Ausbildung an der nationalen Fussballakademie in Emmen. Spätestens ab der U18 war für ihn klar: Er wollte den Weg gehen, auf eine Profikarriere setzen. ­Einen Plan B gibt es nur in Ansätzen – im Sommer schliesst er die United School of Sports in St. Gallen ab, bis dann aber hofft er, ­bereits einen Profivertrag bei St. Gallen im Sack zu haben. Vieles spricht für ihn. Auch Trainer Giorgio Contini ist angetan. «Ihn zeichnet die Ruhe am Ball aus, er spielt ohne Stress, weicht nicht zurück.» Athletische Defizite mache er mit spielerischen Mitteln und seinem Vorwärtsdrang wett.

Erstmals Luft bei den Profis schnuppern konnte Van der Werff im vergangenen Sommer im Trainingslager. Im Winter dann wurde es konkreter. «Ich spürte, dass ich mich gut präsentierte in den Trainings.» Und auch wenn das Tempo hoch sei auf Super-League-Niveau: Beeindrucken liess er sich nicht. In den zwei Spielen überzeugte er mit seinem selbstbewussten, selbstverständlichen Auftritt. Er sei selber überrascht, wie locker er die Partien angegangen sei. «Bei Spielen mit dem Nachwuchs war ich oft aufgeregter.» Seine Eltern seien vor dem Spiel nervöser gewesen als er. So locker er den Schritt nimmt, so locker dürfte er auch einen allfälligen Rückschlag nehmen. «Es ist klar, dass ich jetzt nicht immer .spielen werde. Ich war stolz, nur schon auf der Bank sitzen zu dürfen.» Vielleicht wird ja auch das Nachwuchsnationalteam wieder Thema. In der Schweizer U16 war er im Einsatz, zuletzt gab es keine Aufgebote mehr.

Apropos: Für welche Nation schlägt das Herz des Doppelbürgers? In seinem Kinderzimmer seien einst auch Poster von Ajax Amsterdam gehangen, gibt er zu. Dennoch sei er eher für die Schweiz, wenn es um sportliche Aufeinandertreffen gehe. Eine rein diplomatische Aussage? Er fügt lachend an: Im Sommer an der WM müsse er sich ohnehin nicht entscheiden.

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