Endlich zurück ins Stadion – FCSG-Präsident Matthias Hüppi über Bundesratsentscheid hocherfreut: «Das ist für uns ein wichtiger Schritt»

Der FC St.Gallen darf ab 1. Oktober 11'000 Zuschauer zulassen. Ob der Vizemeister das macht, ist allerdings offen.

Patricia Loher
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Matthias Hüppi, Präsident des FC St.Gallen, darf bald wieder mehr als bloss 1000 Zuschauer im Kybunpark begrüssen.

Matthias Hüppi, Präsident des FC St.Gallen, darf bald wieder mehr als bloss 1000 Zuschauer im Kybunpark begrüssen.

Michel Canonica

St.Gallens Präsident Matthias Hüppi ist «hocherfreut» über den Entscheid des Bundesrates. Ab dem 1. Oktober dürfen die Stadien unter strengen Auflagen wieder zu zwei Dritteln besetzt werden.

Das ist deutlich mehr als erhofft. Nachdem noch zum Meisterschaftsende vor einem Monat das Gerücht eines Grossveranstaltungsverbots bis im März die Runde gemacht hatte, gingen die Klubs bis vor einer Woche davon aus, dass höchstens die Hälfte der Kapazitäten wieder genutzt werden können.

Hüppi: «Volle Kanne»

Schon am 4. Oktober gegen Servette will der FC St.Gallen vor besser besetzten Rängen spielen. «Volle Kanne», sagt Hüppi. «Der Entscheid des Bundesrats gibt uns die Chance, unseren Saisonabonnenten wieder Zugang zu gewähren. Nach der grossen Solidarität der vergangenen Wochen ist das für uns ein wichtiger Schritt.»

8500 Anhänger haben für die neue Saison ein Abonnement gekauft– ohne zu wissen, wann sie wieder ins Stadion dürfen. Zuletzt hatte der FC St.Gallen wegen der ungewissen Situation den Saisonkartenverkauf gestoppt und eine Warteliste erstellt. Die Meisterschaft beginnt für St.Gallen am 20. September mit dem Heimspiel gegen Sion.

Schränkt St.Gallen die Anzahl freiwillig ein?

Noch ist aber offen, wie viel Publikum der FC St.Gallen ab dem 4. Oktober tatsächlich zulassen wird. Ohne Stehplätze beträgt die Kapazität des Kybunparks gut 17'000 Zuschauer, also dürften ab Oktober rund 11'000 Personen zugegen sein. Hüppi sagt aber:

«Die Menschenströme müssen kanalisiert und die Abstände eingehalten werden. Wir sind daran, alles fein säuberlich auszuarbeiten.»

Möglich scheint, dass St.Gallen die Zuschauerzahlen vorerst freiwillig einschränkt, um die Auflagen reibungsloser zu erfüllen.

Zwei junge Glückspilze haben ein Ticket gewonnen für das Heimspiel im Juni gegen Thun.

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Benjamin Manser

Weil die Meisterschaftsspiele im Profi-Eishockey und Profifussball über die Kantonsgrenzen hinweg einheitlich beurteilt und bewilligt werden sollen, fallen die Vorgaben detaillierter aus als für andere Grossanlässe.

So sind nur personalisierte Sitzplätze erlaubt, um das Contact-Tracing sicherzustellen. Das heisst, bei jeder im Stadion anwesenden Person muss eine Rückverfolgung der Kontakte möglich sein. Für das Contact-Tracing sind die Kantone zuständig, für die korrekt hinterlegten Daten der Besucher die Veranstalter.

Es herrscht eine Maskenpflicht, die Klubs sind angehalten, eine Missachtung zu sanktionieren, allenfalls mit Stadionverbot. Gästefans sind keine zugelassen, zudem sollen die Personenströme gut gelenkt sein. Das Konsumieren von Alkohol ist nur auf den Sitzplätzen erlaubt, also nicht stehend in den Gängen oder vor dem Stadion. Bundesrat Alain Berset an der Medienkonferenz:

«Der Alkohol darf das Einhalten des Schutzkonzepts nicht gefährden»

Hüppi sagt: «Wir als Veranstalter werden in die Pflicht genommen. Es ist eine grosse Übung: Die Zuschauerzahl ist eingeschränkt, für die Kontrollen müssen wir jedoch mehr Personal stellen.» Und weiter:

«Aber wir sind zufrieden mit dem, was wir haben.»

Jedes Spiel muss zudem von den kantonalen Behörden genehmigt werden. Sollte sich die epidemiologische Lage in St.Gallen verschlechtern, würden auch für die Sportklubs wieder Wolken aufziehen.

Pascal Wicki, der Sicherheitschef der FC St.Gallen Event AG, hat in den vergangenen Wochen ein Schutzkonzept erarbeitet, das nach den Entscheiden des Bundesrats vom Mittwoch noch angepasst und vom Kanton bewilligt werden muss. Hüppi sagt:

«In Sachen Schutzkonzept sind wir zu Spezialisten geworden.»

Das habe sich herumgesprochen, Veranstalter ausserhalb des Sportes hätten sich beim FC St.Gallen nach den Schutzmassnahmen des Super-League-Klubs erkundigt.

Noch sei es aber zu früh, der Öffentlichkeit einen Einblick in dieses umfassende Papier zu gewähren, sagt der Präsident. Aber natürlich werden die Abläufe im Kybunpark sowohl für die Zuschauer als auch für die Angestellten ab Oktober gewöhnungsbedürftig sein.