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St.Gallens Jubiläumsspiel: Eine Party ohne Punkte

Der FC St. Gallen kann sich zum 140. Geburtstag nicht beschenken. Gegen Luzern verliert er mit 1:2, weil er die fulminante Startphase nicht in Tore ummünzt – und danach plötzlich harmlos wird.
Ralf Streule

Als Tranquillo Barnetta in der 92. Minute den Ball herrlich ins Goal schlenzte und damit den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielte, wurde deutlich, welche Chance die Spieler an diesem Abend verpasst hatten. Lauter Jubel brandete durchs ausverkaufte Stadion. Wäre das Tor früher gefallen oder hätte der FC St. Gallen in der ersten Halbzeit in Führung gehen können: Es wäre ein grossartiger Abend mit sehr viel Gänsehautstimmung geworden.

Nach dem 1:2 aber war die Katerstimmung riesig. Einmal mehr hatten die St. Galler gegen Luzern verloren, inzwischen ist es das neunte Mal in Folge. Und einmal mehr hatten sie es nicht geschafft, in einem gutbesuchten Heimspiel Werbung in eigener Sache zu machen.

Eine Choreografie, der Jubiläumsbus, Meistertrainer Marcel Koller und spezielle Trikots – nur das Resultat liess zu wünschen übrig. (Bild: Bilder: Michel Canonica)

Eine Choreografie, der Jubiläumsbus, Meistertrainer Marcel Koller und spezielle Trikots – nur das Resultat liess zu wünschen übrig. (Bild: Bilder: Michel Canonica)

Fahnenmeer, Ehemalige, Spezialdress

Eigentlich hatte das Rahmenprogramm ja die Mission für St. Gallen deutlich vorgegeben: Im Geburtstagsspiel musste ein Sieg her. Ein weisses Fahnenmeer zum 140-jährigen Geburtstag des Clubs hatte die Spieler förmlich aufgepeitscht. In gestreiftem Grün-Weiss waren sie angetreten – wie einst die Mannschaften der Gründungszeit. Und rund 60 ehemalige Spieler und Trainer des FC St. Gallen sassen zur Unterstützung auf der Tribüne. Zum Beispiel Meistertrainer Marcel Koller. Oder der Captain der Cup-Sieger-Mannschaft von 1969, Kurt Grünig. Oder Alex Tachie-Mensah, St. Galler Rekordtorschütze mit 64 Treffern zwischen 2002 und 2009.

(Bilder: Michel Canonica)(Bilder: Michel Canonica)
FCSG-Jubiläum: Bilder von den Jubiläumsaktivitäten rund ums Stadion und im StadionMichel Canonica / TAGBLATTFCSG-Jubiläum: Bilder von den Jubiläumsaktivitäten rund ums Stadion und im Stadion
Michel Canonica / TAGBLATT
40 Bilder

So feiert die FCSG-Familie den 140. Geburtstag

Das alles trieb die St. Galler tatsächlich an – zumindest war dies in den ersten Minuten so, als sie viel Druck ausübten. Barnetta sagte nach dem Spiel:

«In dieser Phase spielten wir gut. Sehr gut sogar.»

Und Luzern-Trainer Thomas Häberli sprach von «sehr schwierigen ersten Minuten». Erst mit der Zeit fand Luzern ein Mittel gegen die aufsässigen St. Galler, konnte etwas Ordnung ins Spiel bringen – und nun seinerseits zu Gegenstössen ansetzen. Eine entscheidende Wende im Spiel gab es nach einer halben Stunde. Silvan Hefti traf nach einem Corner nur die Latte. Im darauffolgenden Angriff der Luzerner schien der 17-jährige Leonidas Stergiou eine Situation klären zu können, verschätzte sich aber bei der Ballannahme. Was Marvin Schulz, alleine vor Dejan Stojanovic, ausnutzte. Das 0:1 war ein harter Schlag – für Ster­giou, der zu Beginn eine ausserordentlich gute Partie gezeigt hatte. Aber auch für die Zuschauer, die plötzlich nicht mehr in Feierlaune waren. Und auch für die Spieler, die bis zum Ende der Partie nicht mehr über diesen – zu ­jenem Zeitpunkt unverdienten – Rückschlag hinwegkamen.

In der zweiten Halbzeit zu umständlich

Die St. Galler kamen zwar mit Schwung aus der Pause. Sie kämpften aber mit alten Schwächen: Bis vor den Strafraum ­spielten sie sich ordentlich durch. Dort aber versandeten ihre Versuche regelmässig. Zudem unterlief ihnen vor lauter Offensivdrang ein entscheidender Abwehrfehler, den wiederum Schulz in der 51. Minute zum 0:2 ausnutzte. Zwar hatten die Ostschweizer am Ende ein Cornerverhältnis von 8:1 erspielt – ihre Aktionen waren aber oft zu umständlich. Die Luzerner, die mit dem Sieg eine sich anbahnende Krise abwenden konnten, waren besonders im Mittelfeld physisch überlegen. Und wenn die St. Galler einmal in Abschlussposition kamen, vergaben sie überhastet.

Es tue ihm leid für alle, die mitgefiebert hätten, sagte St. Gallens Trainer Peter Zeidler am Ende.

«Ich hätte mir gewünscht, dass das 1:2 früher fällt, es wäre richtig spannend geworden.»

Aber eben: Die Wünsche wurden zum Geburtstag nicht erfüllt. St. Gallen muss sich in einer ­Woche gegen Basel beschenken.

Telegramm FC St.Gallen - FC Luzern

Stadion: Kybunpark, Zuschauer: 18'790 (ausverkauft), Schiedsrichter: Dudic

Tore  35. Schulz 0:1. 51. Schulz (Demhasaj) 0:2. Barnetta (Bakayoko) 1:2.

Einwechslungen St. Gallen:  46. Bakayoko für Stergiou. 66. Guillemenot für Vilotic. 80. Ruiz für Ashimeru.

Einwechslungen Luzern:  60. Vargas für Eleke. 84. Custodio für Demhasaj. 93. Kakabadse für Schneuwly.

Verwarnungen St. Gallen:  11. Lüchinger (Foul). 63. Quintillà (Foul). 93. Kutesa (Foul).

Verwarnungen Luzern:  61. Schwegler (Foul). 94. Cudtodio (Foul).

Bemerkungen: 33. Lattenschuss Hefti. 68. Lattenschuss Ndenge.

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