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Ein Sturmlauf ohne Tore: Der FC St.Gallen spielt Basel vor über 16'900 Fans an die Wand, trifft aber nicht

Der FC St.Gallen legt im Spitzenspiel gegen den FC Basel einen begeisternden Auftritt auf den Rasen. Die in jeder Beziehung dominanten Ostschweizer machen eigentlich alles richtig – ausser dass sie das Tor nicht treffen. Derweil verkommen Fanproteste gegen Fahnenverbote und Kollektivstrafen zur Randnotiz.
Daniel Walt
Es ist zum Haareraufen für die Spieler des FC St.Gallen: Trotz diverser Grosschancen gewinnen die Ostschweizer gegen Basel nicht. (Bild: Keystone)

Es ist zum Haareraufen für die Spieler des FC St.Gallen: Trotz diverser Grosschancen gewinnen die Ostschweizer gegen Basel nicht. (Bild: Keystone)

Die Tore

  • Fehlanzeige

Die Spiel-Analyse

Basel-Schreck Cedric Itten muss im Duell gegen seinen Ex-Club vorerst auf der Ersatzbank Platz nehmen. Zu stark haben seine Sturm-Konkurrenten Ermedin Demirovic und Jérémy Guillemenot zuletzt gespielt, als dass Trainer Peter Zeidler etwas im Angriff ändern möchte. Mit dem Mumm von vier Meisterschaftssiegen in Folge starten die Ostschweizer denn auch aggressiv in die Partie. Die Espen suchen mit schnellem Kombinationsspiel den Weg nach vorne und dominieren Basel vom Anpfiff an klar. Ein Abschluss von Babic nach vier Minuten wird von Jonas Omlin abgewehrt. Der Basel-Goalie muss weitere Abschlussversuche des Heimteams klären, und ein Schuss geht knapp über das Basler Gehäuse. Zwei harmlose Abschlüsse der Gäste werden zur sicheren Beute von St.Gallen-Torhüter Dejan Stojanovic.

Ansonsten haben die Basler dem Ostschweizer Angriffswirbel im ersten Umgang praktisch nichts entgegenzusetzen. Dementsprechend nervös tigert Basel-Trainer Marcel Koller an der Seitenlinie herum – er ist sichtlich unzufrieden mit der Darbietung seines Teams. Angetrieben von den Fans schnüren die Espen die Gäste insbesondere in der Phase vor dem Halbzeitpfiff regelrecht ein und kommen zu mehreren Topchancen, so beispielsweise durch Babic und Görtler. Ein Tor – und das ist das einzige Versäumnis des FCSG in dieser begeisternden ersten Halbzeit – will vor 16'912 Zuschauerinnen und Zuschauern aber nicht fallen.

St.Gallens Jérémy Guillemenot im Duell mit Basels Taulant Xhaka. (Bild: Keystone)

St.Gallens Jérémy Guillemenot im Duell mit Basels Taulant Xhaka. (Bild: Keystone)

Halbzeit 2 beginnt, wie der erste Umgang aufgehört hat: mit einer St.Galler Chance. Demirovic köpfelt den Ball nach einer Flanke Muheims aber direkt in Omlins Arme. In der Folge setzt auch Basel einige Nadelstiche, tonangebend bleibt aber der FC St.Gallen. Allerdings steigt die Fehlerquote im Angriffsspiel des Heimteams, sodass die Chancen weniger werden. Und diese, beispielsweise ein Schuss von Quintillà nach knapp 65 Minuten, führen weiterhin zu nichts Zählbarem.

Nach 69 Minuten ist die Zeit von Cedric Itten dann gekommen: Er wird für Boris Babic eingewechselt. In der 75. Minute bedient ebendieser Itten nach einem Angriff über die linke Seite mustergültig Ruiz. Der zieht vor dem Strafraum freistehend ab, sein Schuss zischt aber knapp über das Tor. Die St.Galler drücken in der Folge zwar weiterhin auf die Führung, die hochverdient wäre. Ein Tor will an diesem wunderbaren Fussballnachmittag aber partout nicht mehr fallen – auch nicht für Basel, das in der 88. Minute durch Ademi zu seiner grössten Chance kommt. Der Appenzeller schiesst aber deutlich über das Tor. Drei Punkte für Basel – das wäre aus St.Galler Sicht allerdings ein schlechter Witz gewesen. Aufgrund der gezeigten Leistungen sind die Bebbi schon mit einem Punkt bestens bedient.

Der Beste

Silvan Hefti. Aus einer sehr starken St.Galler Mannschaft ragt der Captain heraus. Defensiv lässt Silvan Hefti praktisch nichts zu, zudem schaltet er sich immer wieder gefährlich in die Offensive ein. Nach rund 70 Minuten muss Hefti verletzt raus. Laut Trainer Peter Zeidler ist sein Knie geschwollen, eine Diagnose steht noch aus.

Der Schlechteste

Keiner. In einer Mannschaft, die Basel praktisch über 90 Minuten an die Wand spielt, fällt niemand ab.

Dejan Stojanovic: Note 4,5. Gute Ausstrahlung, wenn man die hohen Bälle im Fünfmeterraum ausschliesst. Nur zweimal beschäftigt – das sagt gegen den Leader Basel alles.Dejan Stojanovic: Note 4,5. Gute Ausstrahlung, wenn man die hohen Bälle im Fünfmeterraum ausschliesst. Nur zweimal beschäftigt – das sagt gegen den Leader Basel alles.
Silvan Hefti: Note 5. Chance zur Führung vor der Pause. Ein Schnitzer zu Beginn, danach sehr stilsicher, mit Offensivdrang und zweikampfstark. Muss angeschlagen raus.Silvan Hefti: Note 5. Chance zur Führung vor der Pause. Ein Schnitzer zu Beginn, danach sehr stilsicher, mit Offensivdrang und zweikampfstark. Muss angeschlagen raus.
Yannis Letard: Note 5. Strahlt absolute Souveränität aus und lässt im defensiven Zentrum nichts anbrennen.Yannis Letard: Note 5. Strahlt absolute Souveränität aus und lässt im defensiven Zentrum nichts anbrennen.
Leonidas Stergiou: Note 4,5. Behauptet sich gegen Cabral. Einzig im Kopfballspiel hat er bisweilen Mühe. Aber schneller wie Stergiou ist keiner.Leonidas Stergiou: Note 4,5. Behauptet sich gegen Cabral. Einzig im Kopfballspiel hat er bisweilen Mühe. Aber schneller wie Stergiou ist keiner.
Miro Muheim: Note 5. Sucht immer wieder das Kombinationsspiel mit Ruiz. Für Stocker gibts auf Muheims Seite kein Durchkommen.Miro Muheim: Note 5. Sucht immer wieder das Kombinationsspiel mit Ruiz. Für Stocker gibts auf Muheims Seite kein Durchkommen.
Victor Ruiz: Note 5. Trickreich, verspielt, Ruiz wie er leibt und lebt. Der Spanier hat auch Pausen und in der 77. Minute den Matchball auf dem Fuss.Victor Ruiz: Note 5. Trickreich, verspielt, Ruiz wie er leibt und lebt. Der Spanier hat auch Pausen und in der 77. Minute den Matchball auf dem Fuss.
Lukas Görtler: Note 5. Kämpferisch und läuferisch einwandfrei. Spielerisch ein paar Mängel. Am Schluss ist der Deutsche am Ende seiner Kräfte.Lukas Görtler: Note 5. Kämpferisch und läuferisch einwandfrei. Spielerisch ein paar Mängel. Am Schluss ist der Deutsche am Ende seiner Kräfte.
Jordi Quintillà: Note 5. Ein gefälliger Schuss aus der Distanz zu Beginn. Die ruhige Hand, die das St. Galler Spiel aus der Defensive lenkt.Jordi Quintillà: Note 5. Ein gefälliger Schuss aus der Distanz zu Beginn. Die ruhige Hand, die das St. Galler Spiel aus der Defensive lenkt.
Boris Babic: Note 5. Eine auffällige erste Halbzeit. Kann Omlin mit einem Distanzschuss fast bezwingen. In der zweiten Halbzeit zollt Babic dem grossen Laufpensum Tribut.Boris Babic: Note 5. Eine auffällige erste Halbzeit. Kann Omlin mit einem Distanzschuss fast bezwingen. In der zweiten Halbzeit zollt Babic dem grossen Laufpensum Tribut.
Ermedin Demirovic: Note 4,5. Bisweilen fehlt ihm im Abschluss die letzte Entschlossenheit. Segelt in der 52. Minute knapp am Ball vorbei. Rennt viel.Ermedin Demirovic: Note 4,5. Bisweilen fehlt ihm im Abschluss die letzte Entschlossenheit. Segelt in der 52. Minute knapp am Ball vorbei. Rennt viel.
Cedric Itten: Note 4,5. Kommt für Babic (69.). Der Basler ist nicht in Topform – sonst hätte er mit dem Ball und aus den Chancen auf Höhe Sechzehner mehr gemacht.Cedric Itten: Note 4,5. Kommt für Babic (69.). Der Basler ist nicht in Topform – sonst hätte er mit dem Ball und aus den Chancen auf Höhe Sechzehner mehr gemacht.
Alessandro Kräuchi: Note 4,5. Kommt für den angeschlagenen Hefti (71.) – und taucht plötzlich vor Omlin auf. Hinten ein Fehler.Alessandro Kräuchi: Note 4,5. Kommt für den angeschlagenen Hefti (71.) – und taucht plötzlich vor Omlin auf. Hinten ein Fehler.
Jérémy Guillemenot: Note 5. Hat viele Freiheiten, deshalb in der Offensive der Dreh- und Angelpunkt. Wird oft hart angegangen, manchmal fällt er zu leicht, manchmal ein bisschen kopflos.Jérémy Guillemenot: Note 5. Hat viele Freiheiten, deshalb in der Offensive der Dreh- und Angelpunkt. Wird oft hart angegangen, manchmal fällt er zu leicht, manchmal ein bisschen kopflos.
13 Bilder

Captain Hefti ragt heraus, niemand fällt ab: Die Noten der FCSG-Spieler gegen den FC Basel

Die Fans

Beim letzten Heimspiel gegen Thun gab es trotz des 4:0-Siegs der Espen Missstimmung im Kybunpark. Der harte Kern des Espenblocks zog während 90 Minuten einen Stimmungsboykott durch und forderte auf einem Flugblatt von Präsident Matthias Hüppi, unter Beweis zu stellen, dass sein Herz grün-weiss sei. Auslöser: Die Stadtpolizei hatte nach dem Pyro-Exzess im Heimspiel gegen Servette ein Fahnen- und Choreoverbot verhängt, und der Club hatte das umgehend akzeptiert.

Umso mehr sorgten andere Anhängerinnen und Anhänger gegen Thun für Stimmung: Demonstrativ stimmten sie Gesänge an und starteten sogar die La-Ola-Welle. Nach dem Schlusspfiff gab es dann Pfiffe gegen die Stimmungs-Boykotteure, als diese die Mannschaft plötzlich doch wieder feierten.

Gegen Basel machen die St.Galler Anhänger im Espenblock Stimmung: mit Fahnen und ohne Pyros. Eine kleine Solidaritätskundgebung unter Hardcore-Fans gibt es dafür von Basler Seite: Vor Anpfiff wird im Gästeblock eine riesige Plastikblache aufgezogen. Auf einem Transparent steht: «Auch wenn wir Euch den Einblick geben, fehlt Euch die Einsicht»:

(Bild: Daniel Walt)

(Bild: Daniel Walt)

Nachdem die Blache wieder entfernt worden ist, zünden die Basler Anhänger Pyros sowie einige Raketen. Und platzieren zudem eine klare Botschaft:

(Bild: Ralph Ribi)

(Bild: Ralph Ribi)

In der Folge sagen auch die St.Galler Anhänger per Transparent Nein zu allen Kollektivstrafen:

(Bild: Daniel Walt)

(Bild: Daniel Walt)

Die Historie

Seit kurzem bewirbt der FC St.Gallen seine Heimspiele mit historischen Bildern aus Partien gegen den jeweiligen Gegner. Dieses Mal ist eine Szene aus einem Spiel der Saison 1984/85 an der Reihe:

(Bild: Screenshot Instagram/FCSG)

(Bild: Screenshot Instagram/FCSG)

Fido und Pax sind beim FCSG und beim FCB als grosse Sponsoren Vergangenheit, genauso wie das Espenmoos, das die Kulisse für die damalige Partie bot. Die beiden Vereine sind aber quicklebendig, wie die attraktive Partie im sehr gut gefüllten Kybunpark am Sonntag aufzeigt.

Die Reaktionen

Lukas Görtler, Mittelfeldspieler FC St.Gallen: «Ich bin kaputt, aber jetzt ist ja Länderspielpause. Mit der Partie, die wir abgeliefert haben, bin ich hochzufrieden – jeder glaubt an sich sowie an den Matchplan und geht euphorisch in die Spiele. Das einzige, was wir uns heute ankreiden lassen müssen, ist, dass wir den Ball nicht über die Linie gebracht haben. Ob es zwei verlorene Punkte sind? Das will ich nicht sagen. Wir haben immerhin gegen den Tabellenführer gespielt und sind die einzige Mannschaft, die gegen die Basler bisher vier Punkte geholt hat. Trotzdem: Es wäre mehr drin gewesen.»

Raoul Petretta, Verteidiger FC Basel: «Es war eine Abwehrschlacht. Defensiv haben wir nicht so viel zugelassen, aber gegen vorne haben wir es heute nicht gut gemacht. Wir haben drei strenge Wochen hinter uns, aber das soll keine Ausrede sein. Am Schluss hätten wir aufgrund der Chance von Kemal Ademi ja sogar noch gewinnen können.»

Marcel Koller, Trainer FC Basel: «Wir haben ein sehr intensives Spiel mit einem starken FC St.Gallen gesehen, der das Publikum natürlich hinter sich hatte. Wir wussten, dass es nach unserem Europacup-Auftritt am Donnerstag nicht einfach werden würde heute. Am Schluss hätten wir sogar noch gewinnen können, was natürlich weniger verdient gewesen wäre. Aber wir hätten die drei Punkte natürlich gerne genommen.»

Peter Zeidler, Trainer FC St.Gallen: «Am Schluss wäre sogar noch eine Niederlage möglich gewesen – normalerweise macht Kemal Ademi das Tor, wenn er alleine vor dem gegnerischen Goalie auftaucht. Ansonsten haben wir nahtlos das fortgesetzt, was wir in den vergangenen Partien gezeigt haben. Und das ist uns nun gegen die aktuell beste Mannschaft der Schweiz gelungen. Es war eine gute Leistung, wir haben Werbung für den FC St.Gallen gemacht. Wir freuen uns über die 17 Punkte, die wir haben, das ist für uns gut. Und am Freitag tragen wir jetzt unsere Europacup-Partie aus – es steht ein Freundschaftsspiel gegen den VfB Stuttgart an.»

Das Spiel im Liveticker nachlesen:

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