Ein Sommerspaziergang mit Wermutstropfen: Der FC St.Gallen deklassiert Austria Lustenau im Testspiel – Bänderverletzung bei Betim Fazliji

Gleich mit 5:0 gewinnt der Schweizer Vizemeister gegen das Team aus der zweiten österreichischen Liga. Die Erkenntnisse aus St.Galler Sicht: Das bewährte Team hat nichts von seinem Selbstverständnis eingebüsst. Und die Neuen zeigen, dass mit ihnen zu rechnen ist. Kwadwo Duah überzeugt mit schnellen Vorstössen, Florian Kamberi mit Wucht und starken Freistössen.

Ralf Streule
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Das St.Galler Dreigestirn: (v.l.) Präsident Matthias Hüppi, Sportchef Alain Sutter und Trainer Peter Zeidler.
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Cheftrainer Peter Zeidler mit Verteidiger Yannis Letard.
St.Gallens neuer Torhüter Lukas Watkowiak.
Boubacar Traorè, Lorenzo Gonzalez, Boris Babic und Vincent Rüfli (v.l.).
Goalie Lukas Watkowiak.
St.Gallens Neuzugang Kwawo Duah gegen den Lustenauer Michael Lageder.
Cheftrainer Peter Zeidler (rechts) mit Sportchef Alain Sutter.
Im Zweikampf: Fabio Solimando vom FCSG gegen Lustenaus Daniel Steinwender.
Aufmerksamer Beobachter: Sportchef Alain Sutter.
Umstrittene Werbung: Ein Spieler von Austria Lustenau führt das Logo der Brauerei Mohren spazieren.
St.Gallens Neuerwerbung Florian Kamberi (links) gegen Christoph Freitag.
Die St.Galler Musa Nuhu, Alessandro Kräuchi und Florian Kamberi (v.l.) jubeln nach dem 3:0.
Der St.Galler Betim Fazliji wird verletzt ausgewechselt.
Leonidas Stergiou in Aktion.
Jérémy Guillemenot im Duell mit Torhüter Dominik Schierl.
Jordi Quintillà (links) und André Ribeiro klatschen sich ab.

Das St.Galler Dreigestirn: (v.l.) Präsident Matthias Hüppi, Sportchef Alain Sutter und Trainer Peter Zeidler.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus

Ein bisschen «Espen on Tour» gab es am Freitagabend doch noch für den FC St.Gallen. Ein bisschen Fussball auf dem Land also, ein bisschen Nähe zum Publikum, trotz Coronazeiten. 900 Personen waren in der Rheinau in St.Margrethen zugegen, als die St.Galler im ersten Test der Saisonvorbereitung Austria Lustenau forderten. Alles in coronakonformem Rahmen natürlich, mit Handynummer-Abgabe am Eingang, in drei Sektoren unterteiltem Zuschauerraum - und mit dem Hinweis, auf Selfies mit oder Umarmungen mit Spielern zu verzichten. Testspiel light, gewissermassen.

St.Gallen von Beginn weg bereit

Auf die leichte Schulter hingegen nahmen die St.Galler die erste Begegnung der Saisonvorbereitung nicht. Was sich darin zeigte, das Trainer Peter Zeidler seine Spieler von Beginn weg nach vorne peitschte. Und darin, dass er zunächst keine Experimente machte in Sachen Aufstellung. Die Bewährten der vergangenen Saison war auf dem Platz, in der Offensive ergänzt mit Nachwuchshoffnung Angelo Campos. Die Ostschweizer bestimmten von Beginn weg das Tempo, überforderten das Team aus der 2. österreichischen Liga. So kam Lukas Görtler schon nach drei Minuten zu einem Lattenschuss. Der erste Torerfolg dann war André Ribeiro vergönnt, der auf Vorlage von Jérémy Guillemenot per Kopf traf. Liederlich gingen die St.Galler danach mit weiteren Chancen um, Campos und Guillemenot vergaben alleine vor Torhüter Dominik Schierl. Ein präziser Pass von Victor Ruiz aus dem Mittelfeld brachte Campos ein weiteres Mal in Abschlussposition. Diesmal traf der 20-Jährige via Pfosten.

Jérémy Guillemenot setzt sich gegen Michael Lageder durch.

Jérémy Guillemenot setzt sich gegen Michael Lageder durch.

Claudio Thoma / freshfocus

Mann der ersten Halbzeit war einer, der auch als Mann der vergangenen Rückrunde bezeichnet werden kann. Görtler agierte überlegt, war guter Passgeber und lautstarker Antreiber in einem. Eine Schrecksekunde gab es bereits früh im Spiel. Betim Fazliji musste schon nach elf Minuten nach einem Zweikampf ausgewechselt werden und hinkte später in Richtung Garderobe. Die erste Diagnose: Fazliji dürfte eine Bänderverletzung im rechten Fuss davontragen. Offen ist, wie lange er pausieren muss.

«Zweite Garde» bringt die Tore drei bis fünf

In der zweiten Halbzeit wechselte Zeidler auf allen Positionen durch. Dass diese «zweite Garde» zwar etwas weniger eingespielt, aber nicht minder bereit ist, zeigte sich schnell. Für Spieler wie Fabio Solimando (Pfostenschuss), Nicolas Lüchinger oder Adonis Ajeti war endlich wieder Spielpraxis angesagt. Und Florian Kamberi überzeugte gleich mit viel Laufbereitschaft und zwei starken Freistössen. Mit dem ersten Versuch traf er das Lattenkreuz, Musah Nuhu versenkte den Abpraller. Die Tore von Kamberi zum 4:0 und Kwadwoh Duah folgten gleich darauf. Das Sturmduo zeigte, dass es vieles mitbringt. Und macht Hoffnung auf mehr. Zum Beispiel zum nächsten Testspiel. Am Samstag, 29. August ist der SC Freiburg im Kybunpark zu Gast.

Zeidler freute sich am Ende über einen fast durchwegs gelungenen Abend. Die beiden neuen Stürmer seien angekommen. «Und auch Spieler wie Lüchinger und Nuhu haben gezeigt, dass sie noch da sind. Das freut mich besonders.» Wermutstropfen nebst Fazlijis mutmasslich längerem Ausfall: «Dass wir mit den Leuten hier nicht in Kontakt treten können.» Testspiel light, halt.

Telegramm

FC St.Gallen - Austria Lustenau 5:0 (2:0)

Rheinau St. Margrethen, 900 Zuschauer, Sr. Gianforte.

Tore: 6. Minute: Ribeiro 1:0; 31. Campos 2:0. 50. Nuhu 3:0. 54. Kamberi 4:0. 56. Duah 5:0.

St.Gallen: 1. Halbzeit: Zigi; Hefti, Stergiou, Fazliji, Muheim; Görtler, Quintillà, Ruiz; Ribeiro; Guillemenot, Campos.

2. Halbzeit: Watkowiak; Lüchinger, Nuhu, Letard (74. Quintillà), Ajeti; Fabiano; Kräuchi, Staubli, Solimando; Kamberi, Duah.

Austria Lustenau: Schierl; Lageder, Freitag, Ranacher (58. Dos Santos), Cissokho; Tiefenbach, Baiye, Grabher, Berger (11. Gmeiner); Maier (58. Steinwender), Anoff.

Bemerkungen: St.Gallen ohne Babic, Gonzalez und Rüfli (rekonvaleszent/verletzt). 3. Lattenschuss Görtler. 63. Pfostenschuss Solimando. - Verwarnungen: 35. Gmeiner (Foul). Gelb-Rot: 60./78. Tiefenbach.

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