«Ein Meilenstein der jüngeren FCSG-Geschichte»: Vor dem Spitzenspiel gegen die Berner Young Boys ist der Kybunpark ausverkauft

Der FC St.Gallen kann beim Spitzenkampf gegen YB am Sonntag auf zahlreiche Unterstützung von den Zuschauerrängen zählen: Erstmals seit 2013 ist der Kybunpark – Jubiläumsaktionen ausgenommen – ausverkauft. 

Luca Ghiselli
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Grün-Weiss, wohin man blickt: Auch das Jubiläumsspiel am Ostersamstag 2019 war ausverkauft – allerdings wegen der zahlreichen Vergünstigungen.

Grün-Weiss, wohin man blickt: Auch das Jubiläumsspiel am Ostersamstag 2019 war ausverkauft – allerdings wegen der zahlreichen Vergünstigungen.

Bild: Michel Canonica, 20. April 2019

Es hat sich schon seit Tagen abgezeichnet, jetzt ist es offiziell: Vor dem Spitzenspiel der Super League zwischen dem FC St.Gallen und den Berner Young Boys kommenden Sonntag bleibt die Tageskasse geschlossen. Die Heimstätte der Ostschweizer ist bis auf den letzten Platz ausverkauft. Das war schon bei der 1:3-Niederlage im Heimspiel gegen den FC Zürich vor der Winterpause der Fall.

Die Tickets waren aber als Dankeschön fürs Jubiläumsjahr 2019 stark vergünstigt für 18.79 Franken das Stück verkauft worden. Und auch im Jubiläumsspiel selbst – am 20. April 2019 gegen den FC Luzern – war der Kybunpark bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit dem selben «Schönheitsfehler», dass die Karten zum Teil stark vergünstigt angeboten wurden. 

Alles deutet auf ein packendes Duell hin

Die Ausgangslage vor dem Heimspiel des FC St.Gallen gegen die Berner Young Boys am Sonntag könnte packender kaum sein: Die beiden Mannschaften führen mit je 44 Punkten die Tabelle der Super League an. Beide Teams strauchelten am vergangenen Wochenende – die Berner unterlagen auswärts Lugano, die Ostschweizer konnten keine Punkte aus Luzern mitnehmen. Und die beiden bisherigen Duelle zwischen Grünweiss und Gelbschwarz verliefen in dieser Saison extrem packend: Zweimal unterlagen die St.Galler den Young Boys in spektakulären Partien äusserst unglücklich – im August mit 2:3 zu Hause, im November mit 3:4 auswärts.

Kein Wunder also, ist der Kybunpark bei Anpfiff kommenden Sonntag um 16 Uhr bis auf den letzten Platz gefüllt. Oder? «Es ist schon bemerkenswert», sagt FCSG-Medienchef Daniel Last auf Anfrage. Letztmals ohne Jubiläumsaktion ausverkauft war der Kybunpark, der damals noch AFG Arena hiess, am 7. April 2013 gegen den FC Basel. Also vor fast sieben Jahren.

Der letzte «richtig» ausverkaufte Fussball-Nachmittag mit FCSG-Beteiligung im Kybunpark, der damals noch AFG Arena hiess: Die Partie endete 1:1 unentschieden, das St.Galler Tor erzielte der heutige Servettien Sébastien Wüthrich auf Vorlage von Kristian Nushi.

Der letzte «richtig» ausverkaufte Fussball-Nachmittag mit FCSG-Beteiligung im Kybunpark, der damals noch AFG Arena hiess: Die Partie endete 1:1 unentschieden, das St.Galler Tor erzielte der heutige Servettien Sébastien Wüthrich auf Vorlage von Kristian Nushi. 

Bild: Urs Bucher, 7. April 2013

Abgesehen davon vermochten nur Spiele der Schweizer Nationalmannschaft oder andere Länderspiele das Stadion restlos auzuverkaufen. «Wir haben mit dem ausverkauften Haus am Sonntag einen weiteren Meilenstein der jüngeren Vergangenheit erreicht.»

19'500 Zuschauer kamen beim Heimspiel gegen den FC Basel mit Sommer, Schär, Streller und Co. in die AFG Arena.

19'500 Zuschauer kamen beim Heimspiel gegen den FC Basel mit Sommer, Schär, Streller und Co. in die AFG Arena.

Bild: Urs Bucher, 7. April 2013

«Die Unterstützung ist immens wichtig für das Team»

Auftrieb für die Mannschaft von Peter Zeidler also, die nach der Niederlage in Luzern Anfang Woche mit dem Kreuzbandriss Boris Babics einen zweiten Dämpfer in der Euphoriekurve verzeichnen musste, die seit Beginn der Rückrunde immer nur steil nach oben gezeigt hatte. Last sagt:

«Natürlich nimmt die Mannschaft wahr, dass das Spiel ausverkauft ist, und freut sich auf die Unterstützung.»
FCSG-Mediensprecher Daniel Last.

FCSG-Mediensprecher Daniel Last.

Bild: Michel Canonica

Und weiter: «Wir haben ja grundsätzlich eine treue Fanbasis, und auch bei den Auswärtsspielen haben wir einen fantastischen Support. Das ist immens wichtig für das Team.»

Für den FC St.Gallen selbst ändert sich mit der Nachricht des ausverkauften Stadions in der Vorbereitung auf das Spitzenspiel aber nicht viel. «Für uns ist es sozusagen ein normaler Spieltag.» Man werde einzig das Personalaufgebot dem Zuschauerandrang anpassen. 

Der Zuschauer-Saisonrekord fällt bereits wieder

Und schliesslich spült es dem FCSG mit dem vollen Stadion (bereits beim letzten Heimspiel gegen Servette Genf wurde der bisherige Saisonrekord mit 16'256 Zuschauern überboten) auch zusätzliche Einnahmen in die Kasse. Ein schöner Nebeneffekt der grün-weissen Euphorie. Daniel Last sagt:

«Das gestiegene Zuschauerinteresse ist eine schöne Bestätigung für die Leistungen der Mannschaft und das wiedergewonnene Vertrauen breiter Bevölkerungskreise in den FCSG.»

Auf dieser Basis wolle der FCSG weiterarbeiten. «Mit voller Kraft.» Dann ist auch gegen den Co-Tabellenführer alles möglich. Bei einem Sieg stehen die St.Galler wieder alleine zuoberst in der Super-League-Tabelle. Und wer hält das jetzt noch für unwahrscheinlich?

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Christian Brägger