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Ein Fanprotest, Scharmützel und drei Gegentore: Der FC St.Gallen wird seinen Luzern-Fluch einfach nicht los

Der FC St.Gallen verliert auch das achte Spiel in Folge gegen Luzern. Bei der 0:3-Pleite hinterlässt das Team von Peter Zeidler sowohl defensiv als auch offensiv einen schwachen, uninspirierten Eindruck.
Daniel Walt
Für den FC St.Gallen und seinen Trainer Peter Zeidler gab es in Luzern wieder einmal nichts zu holen. (Bild: Freshfocus)

Für den FC St.Gallen und seinen Trainer Peter Zeidler gab es in Luzern wieder einmal nichts zu holen. (Bild: Freshfocus)

Die Tore

  • 1:0, 44. Minute, Torschütze: Pascal Schürpf. Eine Flanke von halbrechts findet in der Mitte den Kopf von Pascal Schürpf. Der FCL-Angreifer kann praktisch unbedrängt zur Führung einnicken.
  • 2:0, 54. Minute, Torschütze: Christian Schneuwly. Silvan Hefti kommt auf der rechten Abwehrseite ins Stolpern, nachdem er einen Zweikampf gewonnen hat. Schürpf kann in der Folge alleine davonziehen. Captain Christian Schneuwly verwertet seine präzise Hereingabe in der Mitte sicher.
  • 3:0, 85. Minute, Torschütze: Blessing Eleke. Einen Weitschuss von Schneuwly kann Goalie Lopar zwar noch abwehren. Im Gewusel danach setzt sich Blessing Eleke aber herrlich durch und trifft zum 3:0.

Die Spiel-Analyse

Das Heimteam startet stark in die Partie und wirbelt die St.Galler insbesondere auf deren rechter Abwehrseite durcheinander. Auffällig ist dabei insbesondere FCL-Angreifer Blessing Eleke, dem ein Treffer wegen Offsides annulliert wird. Einmal muss zudem FCSG-Goalie Lopar eingreifen, der das Tor für den gesperrten Stojanovic hütet.

Nach 15 Minuten fangen sich die St.Galler und haben die bis anhin grösste Chance der Partie: Ashimeru zieht von ausserhalb des Strafraums ab, sein Schuss streift noch den Aussenpfosten. Nachher flacht die Partie zusehends ab und ist von Ungenauigkeiten hüben wie drüben geprägt. Eine Nachlässigkeit in der St.Galler Innenverteidigung führt dann kurz vor dem Pausenpfiff zur nicht unverdienten Führung für Luzern: Eine Flanke von halbrechts kann Schürpf praktisch unbedrängt einnicken.

Nach der Pause versuchen die St.Galler zwar auf den Rückstand zu reagieren. Ein Stolperer von Captain Silvan Hefti ermöglicht es 1:0-Torschütze Schürpf aber, auf der linken Angriffsseite davonzuziehen und in der Mitte Schneuwly zu bedienen – und schon steht es 2:0 fürs Heimteam. Espen-Trainer Zeidler reagiert mit einem Doppelwechsel: Für den schwachen Guillemenot und Koch kommen Rapp und Barnetta. Ausser einem Abschluss des ebenfalls schwachen Sierro resultiert aber nichts Erwähnenswertes aus den Bemühungen der Ostschweizer. Schlimmer noch: Die St.Galler laufen schliesslich sogar in eine noch deutlichere Niederlage herein. Blessing Eleke, der nach 79 Minuten mit einem herrlichen Schlenzer nur die Torumrandung getroffen hat, macht sein Tor nach 85 Minuten doch noch.

Der Beste

In einem schwachen Espen-Ensemble hebt sich am ehesten noch Majeed Ashimeru positiv ab. Praktisch jede Offensivaktion der St.Galler läuft über den Ghanaer. Entscheidendes gelingt aber auch ihm nicht.

Der Schlechteste

Kandidaten für diese zweifelhafte Auszeichnung gäbe es an diesem Sonntag mehrere: Jérémy Guillemenot beispielsweise oder Vincent Sierro. Wir entscheiden uns aber für Silvan Hefti. Der Captain zieht einen schwachen Nachmittag ein und sieht bei den ersten beiden Gegentoren ganz schlecht aus.

Tranquillo Barnetta: Note 3,5. Kommt für Koch (59.). Kann für einmal keine Impulse geben.Tranquillo Barnetta: Note 3,5. Kommt für Koch (59.). Kann für einmal keine Impulse geben.
Leonidas Stergiou: Note 3,5. Anfänglich zweikampfstark, wird dann schwächer. Beim 0:1 fehlt die Verständigung mit Quintillà. Beim 0:3 lässt ihn Eleke stehen.Leonidas Stergiou: Note 3,5. Anfänglich zweikampfstark, wird dann schwächer. Beim 0:1 fehlt die Verständigung mit Quintillà. Beim 0:3 lässt ihn Eleke stehen.
Jérémy Guillemenot: Note 3. Hat einen schweren Stand und nicht eine einzige Aktion.Jérémy Guillemenot: Note 3. Hat einen schweren Stand und nicht eine einzige Aktion.
Simone Rapp: Note 3,5. Kommt für Guillemenot (59.). Auch Rapp hat keine Aktionen.Simone Rapp: Note 3,5. Kommt für Guillemenot (59.). Auch Rapp hat keine Aktionen.
Vincent Sierro: Note 3. Rettet einmal vor der Pause. Aber das ist nicht der Sierro, den man kennt und sehen will.Vincent Sierro: Note 3. Rettet einmal vor der Pause. Aber das ist nicht der Sierro, den man kennt und sehen will.
Andreas Wittwer: Note 4. Alles wie gehabt. Wittwer spielt, und er spielt passabel. In der Offensive tritt er weniger in Erscheinung als auch schon.Andreas Wittwer: Note 4. Alles wie gehabt. Wittwer spielt, und er spielt passabel. In der Offensive tritt er weniger in Erscheinung als auch schon.
Victor Ruiz Abril: Note -. Kommt in den Schlussminuten. Zu kurz für eine Bewertung.Victor Ruiz Abril: Note -. Kommt in den Schlussminuten. Zu kurz für eine Bewertung.
Silvan Hefti: Note 2,5. Es ist nicht sein Tag. Verliert beim 0:1 vor der Pause das Kopfballduell gegen Schürpf. Vor dem 0:2 vertändelt er im Zweikampf mit Eleke den Ball. Beim 0:3 ist der Captain ebenfalls in der Statistenrolle. Schwamm drüber!Silvan Hefti: Note 2,5. Es ist nicht sein Tag. Verliert beim 0:1 vor der Pause das Kopfballduell gegen Schürpf. Vor dem 0:2 vertändelt er im Zweikampf mit Eleke den Ball. Beim 0:3 ist der Captain ebenfalls in der Statistenrolle. Schwamm drüber!
Dereck Kutesa: Note 3,5. Einige gute Ansätze, aber dann taucht er wieder völlig ab.Dereck Kutesa: Note 3,5. Einige gute Ansätze, aber dann taucht er wieder völlig ab.
Axel Bakayoko: Note 4. Fühlt sich im Sturm viel wohler. Gut sichtbar, als er in den letzten 30 Minuten verteidigen muss.Axel Bakayoko: Note 4. Fühlt sich im Sturm viel wohler. Gut sichtbar, als er in den letzten 30 Minuten verteidigen muss.
Daniel Lopar: Note 4. Vertritt den gesperrten Stojanovic. Lopar agiert solide bei seinem zweiten Saisoneinsatz. Hält, was er halten kann. Aber nicht mehrDaniel Lopar: Note 4. Vertritt den gesperrten Stojanovic. Lopar agiert solide bei seinem zweiten Saisoneinsatz. Hält, was er halten kann. Aber nicht mehr
Philippe Koch: Note 3,5. Koch spielt – die Überraschung vor der Partie. Bis zur Auswechslung (60.) macht er es ordentlich.Philippe Koch: Note 3,5. Koch spielt – die Überraschung vor der Partie. Bis zur Auswechslung (60.) macht er es ordentlich.
Majeed Ashimeru: Note 4,5. Noch der beste St. Galler. Sein Abschluss (12.) streift den Pfosten. Offensiv oft in Bewegung, wirblig. Baut mit der Zeit ab.Majeed Ashimeru: Note 4,5. Noch der beste St. Galler. Sein Abschluss (12.) streift den Pfosten. Offensiv oft in Bewegung, wirblig. Baut mit der Zeit ab.
Jordi Quintillà: Note 3,5. Grundsätzlich solide, aber es fehlen die Ideen. Am Ursprung des 0:1 agiert er zu wenig resolut.Jordi Quintillà: Note 3,5. Grundsätzlich solide, aber es fehlen die Ideen. Am Ursprung des 0:1 agiert er zu wenig resolut.
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Ashimeru der Beste, Hefti der Schlechteste: Die Noten der FCSG-Spieler gegen den FC Sion

Das Comeback

Er war monatelang verletzt. Unter Trainer Peter Zeidler fiel er ausser Rang und Traktanden. Und im Winter hätte der FC St.Gallen ihm keine Steine in den Weg gelegt, wenn er einen neuen Verein gefunden hätte: Philippe Koch. Am Sonntag stand der Verteidiger völlig überraschend in der Startformation. Dies, weil Nicolas Lüchinger verletzt ausfiel.

Nach genau einem Jahr kam Philippe Koch wieder zum Einsatz für Grünweiss. (Archivbild: Jil Lohse)

Nach genau einem Jahr kam Philippe Koch wieder zum Einsatz für Grünweiss. (Archivbild: Jil Lohse)

Ein hübsches Detail in der Comeback-Geschichte: Seinen letzten Einsatz für Grünweiss bestritt Philippe Koch genau vor einem Jahr: Am 10. März 2018 wurde Koch beim 4:1-Sieg der Ostschweizer in Lausanne von Trainer Giorgio Contini nach 73 Minuten für Nassim Ben Khalifa eingewechselt.

Philippe Koch machte seine Sache auf der rechten Abwehrseite so schlecht nicht. Nach 58 Minuten war sein Arbeitstag aber zu Ende, für ihn kam Tranquillo Barnetta.

Die Fans

Wenn der FC St.Gallen und der FC Luzern aufeinandertreffen, knallt es meistens – nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Die Anhänger der Ostschweizer und jene der Innerschweizer können sich nämlich nicht ab. Beispiele gefällig?

  • Immer wieder Zusammenstösse und massive verbale Beleidigungen zwischen Anhängergruppen der beiden Clubs. Und zwar bei Spielen in St.Gallen wie auch in Luzern. Fanfeindschaft pur halt.
  • Luzerner Fans trieben 2015 einen Mann, der sich als Jude und FCSG-Fan verkleidet hatte, vom Bahnhof Winkeln zum St.Galler Stadion.
  • Ein Espen-Chaot warf 2016 einen Böller auf den Rasen der Swissporarena. Ein Luzerner Zuschauer erlitt deswegen einen Hörschaden.

Vor der Partie vom Sonntag machten die FCSG-Anhänger Schlagzeilen, weil sie ankündigten, nicht im Extrazug, sondern individuell anzureisen. Zudem wollten sie wegen angeblich schikanöser Eingangskontrollen und der schlechten Sicht aufs Feld nicht im Gästesektor Platz nehmen, sondern in den benachbarten Sektor gehen. Der FC Luzern reagierte mit Unverständnis und kündigte an, die Sicherheitsmassnahmen für den Match zu erhöhen.

Die St.Galler zogen ihre Ankündigung durch und nahmen im benachbarten Sektor Platz:

(Bild: dwa)

(Bild: dwa)

Und die Luzerner Fans schienen für die Kritik am Gästesektor in der Swissporarena sogar ein gewisses Verständnis zu haben, wie sie auf einem Transparent festhielten:

«25 Stotz för 90 Minute Gfängnis – jetzt werd üch sogar St.Galle zom Verhängnis!»

Während des Spiels blieb die Lage ruhig. Nach dem Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC St. Gallen kam es zu einem Scharmützel zwischen den beiden Fangruppen. Nachdem die Anhänger der beiden Mannschaften die Swissporarena verliessen, trafen sie auf der Horwerstrasse aufeinander. Die Luzerner Polizei musste einschreiten und setzte unter anderem Gummischrot ein. Eine Person verletzte sich dabei. Gemäss Medienmitteilung der Luzerner Polizei nahmen die Behörden eine Person fest.

(Quelle: Leservideo)

Die Reaktionen

Philippe Koch, Verteidiger FC St.Gallen: Auch ich war überrascht, dass ich heute in der Startformation stand. Aber Fussball ist ein schnelllebiges Geschäft. Ich habe in jedem Training Vollgas gegeben und dem Trainer gezeigt, dass er mich bringen kann und dass ich parat bin. Zum Spiel: Gegen Xamax haben wir mit einem Mann weniger eine Superleistung gezeigt, heute ist uns das nicht gelungen. Gegen vorne waren wir teils ideenlos und hinten anfällig.

Peter Zeidler, Trainer FC St.Gallen: Wieder einmal fahren wir mit leeren Händen aus Luzern nach Hause. Die Luzerner haben offensiver begonnen, als ich sie aus der Vorrunde kannte. Trotzdem ist die erste Halbzeit einigermassen planmässig gelaufen – bis auf das 1:0 kurz vor der Pause. Dieses Tor darf so nicht entstehen, genauso wie das 2:0. Am Schlussresultat gibt es nichts zu deuteln.

Silvan Hefti, Captain FC St.Gallen: Klar, als Defensivspieler ist man meist irgendwie beteiligt, wenn es Gegentore gibt. Aber heute war es definitiv nicht mein Nachmittag. Schwierig zu sagen, woran es gelegen hat, dass wir schon wieder gegen den FC Luzern verloren haben. Wir haben die Tore zu einfach erhalten und waren gegen vorne zu wenig zwingend, um hier etwas zu holen.

Thomas Häberli, Trainer FC Luzern: Wir sind gut ins Spiel gekommen. Nach 15 Minuten drehte St.Gallen auf und kam auch zu Chancen. Das 1:0 kurz vor der Pause war natürlich unheimlich wichtig, dieser Treffer gab uns viel Energie. Wie wir dann in der zweiten Halbzeit gespielt haben, macht mich wirklich stolz.

Das Spiel im Liveticker nachlesen:

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