Drohender Stojanovic-Abgang: Jetzt testet der FC St.Gallen einen Nachwuchsgoalie
des FC Liverpool 

Der 22-Jährige Goalie Shamal George hat sich dem Training des
FC St.Gallen angeschlossen. Wird er der Ersatz für Dejan Stojanovic, der allenfalls zum FC Middlesbrough wechselt? 

Ralf Streule, Christian Brägger
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Shamal George ist beim FC St.Gallen im Probetraining.

Shamal George ist beim FC St.Gallen im Probetraining.

Bild: Getty

Der FC St.Gallen hat gleich mehrere Goalie-Probleme. Die Nummern zwei und drei, Jonathan Klinsmann und Nico Strübi, sind verletzt. Und zuletzt machte im Trainingslager in La Manga die Runde, dass die Nummer eins Dejan Stojanovic schon bald zum FC Middlesbrough wechseln könnte. Die St.Galler haben prompt reagiert – und testen seit Freitagmorgen einen neuen Goalie, der nur schon aufgrund des Renommees seines Clubs aufhorchen lässt. 

Der 22-jährige Shamal George stammt von der U23 des FC Liverpool, spielt seit seiner Kindheit beim englischen Traditionsclub. Die augenzwinkernde Bemerkung von Peter Zeidler vom Vortag scheint damit also ihr Wahres zu haben: Vielleicht lasse er ja seine Kontakte zu Liverpool-Coach Jürgen Klopp spielen, hatte der St.Galler Trainer am Donnerstag gesagt.

Meist in der dritt- oder vierthöchsten englischen Liga gespielt

Mit der ersten Mannschaft Liverpools kam Shamal George bisher nicht zu Meisterschafts-Einsätzen. Zuletzt war der 1,91 Meter grosse Goalie von der U23 Liverpools an Teams aus der dritt- oder vierthöchsten englischen Liga ausgeliehen. 

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Bild: Christian Brägger

Noch gibt es seitens des FC St.Gallen keine Informationen über einen allfälligen Wechsel Georges in die Ostschweiz. Eine erste Kostprobe seines Könnens wird der junge Goalie am Freitag im Test gegen Bayer Leverkusen zeigen. Dass ein Torhüter für die Rückrunde verpflichtet wird, ist wahrscheinlich, egal ob Stojanovic den Club verlässt oder nicht. Denn mit den 17-Jährigen St.Galler Nachwuchsgoalies Armin Abaz und Leutrim Pali als Backups hinter Stojanovic ist die personelle Lage auf der Torhüter-Position eher dünn. 

Zeidler sagt: «Mir gefällt und mich beeindruckt sehr, dass wir so handlungsfähig sind. Dass wir sofort reagieren können.» Die St.Galler hatten Shamal George noch am Donnerstagabend einfliegen lassen, er wird bis zum Ende des Trainingslagers bei den Ostschweizern bleiben.

«Wenn wir nicht ein wirkliches Interesse an Shamal hätten, hätten wir ihn nicht hierher nach La Manga gebracht.»

Diese Worte Alain Sutters und das Verhalten Zeidlers lassen den Schluss zu, dass die Aktion nicht erst seit Donnerstag und der offiziellen Bekanntgabe des Stojanovic-Angebots geplant war.

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