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DREI PUNKTE: Effizienter FC St.Gallen wieder einmal im Glück

Zwei Chancen, zwei Tore: St.Gallen setzt sich beim FC Sion mit 2:1 durch. In der ersten Halbzeit trifft Marco Aratore, nach der Pause erhöht Nassim Ben Khalifa auf 2:0. Trotzdem müssen die Gäste noch bangen.
Patricia Loher, Sitten
St.Gallens Marco Aratore im Zweikampf mit Elsad Zverotic. (Bild: Urs Lindt/freshfocus (Urs Lindt/freshfocus))

St.Gallens Marco Aratore im Zweikampf mit Elsad Zverotic. (Bild: Urs Lindt/freshfocus (Urs Lindt/freshfocus))

Vielleicht hat sich Christian Constantin das Spiel am TV angesehen. Möglicherweise aber genoss der 60-Jährige in den Walliser Bergen einfach das schöne Herbstwetter. Ins Stadion begab sich Sions Präsident, wenige Tage nachdem gegen ihn eine 14-monatige Sperre ausgesprochen worden war, jedenfalls nicht. Im Tourbillon im Umlauf waren lediglich einige Constantin-Masken, welche die Anhänger aus Solidarität mit dem Präsidenten verkauften. Am Abend wurde bekannt, dass Constantin gegen die Sanktionen Rekurs einlegen wird.

Die Anhänger im Tourbillon trugen gestern Christian-Constantin-Masken. (Bild: Urs Lindt/freshfocus (Urs Lindt/freshfocus))

Die Anhänger im Tourbillon trugen gestern Christian-Constantin-Masken. (Bild: Urs Lindt/freshfocus (Urs Lindt/freshfocus))

Constantin dürfte es kaum bereut haben, sich nicht über die Sperre hinweggesetzt zu haben. Denn auch so ist das Ungemach für seine Mannschaft schon gross genug. Zwar war ihr Auftritt gegen St. Gallen nicht schlecht. Sion war über weite Strecken gar das bessere Team. Nur: Zwei Wochen nach dem bitteren 1:6 bei den Young Boys erwischte St. Gallen die Walliser mit einer beeindruckenden Effizienz. Nach zwei Chancen führten die St. Galler in der 57. Minute mit 2:0. «Es war ein glücklicher Erfolg», sagte auch Trainer Giorgio Contini. Der Sieg war für die Ostschweizer ein guter Lohn, weil sie eine schlechte erste Halbzeit abgeliefert hatten. Sion spielte, Sion dominierte. St.Gallen kam praktisch nicht ins Spiel und hatte es seinem Goalie Daniel Lopar zu verdanken, nach einer halben Stunde nicht schon hoffnungslos im Rückstand zu sein.

Vor dem Spiel wurden Masken mit Constantins Gesicht verkauft. (Bild: Keystone)
Die Masken kosteten fünf Franken. Ein fünftel der Einnahmen fliesst in die Jugendarbeit des FC Sion. (Bild: Keystone)
Die Zuschauer tragen die Constantin-Masken im Stadion. (Bild: Keystone)
Auf dem Platz geht es zur Sache. Kasami im Zweikampf mit Ben Khalifa. (Bild: Keystone)
Alain Wiss wird von Christian Zock gefoult. (Bild: Keystone)
Lange Gesichter bei den Wallisern nach dem 2:0 für den FC St.Gallen. (Bild: Keystone)
Adryan tritt zum Penalty gegen Daniel Lopar an. (Bild: Keystone)
Alain Wiss will den Ball erobern. (Bild: Keystone)
Nicolas Luechinger im Zweikampf mit dem Ex-St.Galler Ermir Lenjani. (Bild: Keystone)
Sion-Trainer Paolo Tramezzani steht nach der Niederlage unter Druck. (Bild: Keystone)
Paulo Ricardo nach der Niederlage gegen den FC St.Gallen. (Bild: Keystone)
Adryan und Marco Schneuwly nach dem Spiel. (Bild: Keystone)
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Die Espen gewinnen im Tourbillon

Die Gäste leisteten sich im Spielaufbau viel zu viele Fehler. So war es ihnen kaum einmal möglich, sich aus der Dauerumklammerung der Walliser zu befreien. St.Gallens Tor in der 33. Minute fiel deshalb praktisch aus dem Nichts. Es war der zweite gute Angriff der Ostschweizer in diesem Spiel, Alain Wiss bediente Danijel Aleksic, der die Lücke in Sions Abwehr und Marco Aratore fand. Der Mittelfeldspieler traf abgeklärt und sehenswert zum 1:0. Für St.Gallens besten Torschützen war es bereits der sechste Saisontreffer. Im Vergleich mit der vergangenen Saison habe er nun eine offensivere Rolle inne, sagte der Basler. «Ich bin näher am Tor.» Aber natürlich, auch Aratore gestand auf die Frage, was am Ende den Unterschied ausgemacht habe: «Wir erzielten die Tore.»

Erster Saisontreffer für Ben Khalifa

Nach der Pause kamen die St.Galler den Wallisern ein bisschen näher. Sie standen nun höher, ihr Zweikampfverhalten war besser. Damit verhinderten sie, dass Sion mit seinen schnellen, technisch versierten Spielern wieder so druckvoll auftreten konnte wie noch zu Beginn des Spiels. So war das zweite St. Galler Tor dann doch mehr verdient und vor allem wurde es wie schon das erste schön herausgespielt: In der 57. Minute bediente Aleksic präzis Nassim Ben Khalifa, der zwei Sittener stehen liess und auf 2:0 erhöhte. Während sich Aleksic den zweiten Assist an diesem Tag gutschreiben liess, war es für Ben Khalifa, der im Sommer aus Lausanne gekommen ist, das erste Tor für St.Gallen.

Yannis Tafer wird in der 83. Minute für Aratore eingewechselt. (Bild: pd)
Daniel Lopar: Note 5. Dank ihm bleibt seine Mannschaft überhaupt im Spiel. Zeigt in der ersten Hälfte beim Stand von 0:0 drei herausragende Paraden. (Bild: pd)
Nicolas Lüchinger: Note 4. Der Verteidiger zeigt ein gutes Zweikampfverhalten – bis zur 76. Minute, als er einen Penalty verschuldet. (Bild: pd)
Karim Haggui: Note 4,5. Der Abwehrspieler gerät immer wieder massiv unter Druck. Klärt aber viele brenzlige Aktionen routiniert. (Bild: pd)
Yrondu Musavu-King. Note 3,5. Im Zweikampf in Ordnung. Jeder zweite Ball in der Spieleröffnung missglückt dem Defensivspieler jedoch. (Bild: pd)
Andreas Wittwer: Note 3,5. Hat zu Beginn öfters das Nachsehen, steigert sich aber vor allem im Zweikampfverhalten. (Bild: pd)
Danijel Aleksic: Note 5. Der Serbe bereitete beide Tore mustergültig vor. So kennt man Aleksic von früher und so ist er unverzichtbar. (Bild: pd)
Alain Wiss: Note 3,5. Sein Pass auf Aleksic leitet die Führung ein. War aber schon präsenter als gestern. (Bild: pd)
Stjepan Kukuruzovic: Note 3,5. Dem Mittelfeldspieler unterlaufen zu viele Fehler im Spielaufbau, was für ihn ungewöhnlich ist. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 5. Er macht Albian Ajeti vergessen. Das 1:0 erzielt St.Gallens bester Torschütze kaltblütig. (Bild: pd)
Roman Buess: Note 3,5. Der Stürmer rackert, bleibt aber unauffällig. Vor der Pause mit einer Aktion, die der Goalie allerdings klärt. (Bild: pd)
Nassim Ben Khalifa: Note 4,5. Das 2:0 erzielt der Stürmer sehr schön. Lange aber wirkt Ben Khalifa im Zweikampf zu wenig widerstandsfähig. (Bild: pd)
Boris Babic. Der junge Stürmer kommt für Buess. Zehn Minuten sind zu wenig für eine Bewertung. (Bild: pd)
Gjelbrim Taipi kommt kurz vor Schluss für Ben Khalifa. (Bild: pd)
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Die Bewertungen der Espen gegen den FC Sion

Obwohl diese 2:0-Führung wie ein Geschenk des Himmels war, gelang es den Gästen nicht, ihr Sorge zu tragen. «Wir haben uns zu wenig clever angestellt», so Contini. Der Trainer sprach damit Kontermöglichkeiten an, die sein Team nicht nutzte. Und die Situation in der 76. Minute, als Nicolas Lüchinger einen Penalty verschuldete, den Adryan zum 1:2 verwertete. Danach hatten die Ostschweizer einige bange Minuten und viele wütende Angriffe der Gastgeber zu überstehen, ehe sie ihren fünften Saisonsieg auf sicher hatten. «Heute war einiges nicht gut», sagte Contini. «Aber wir hatten zuletzt auch öfters Pech. Deshalb müssen wir uns für diesen Sieg nicht schämen.»

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