Drei Abgänge beim FCSG: Die nächste Kaderbereinigung – Verlust von viel Routine 

Vor der Abreise ins Trainingslager sind bei den Ostschweizern drei Entscheide hinsichtlich der Kaderplanung gefallen. Sie treffen Alain Wiss, Philippe Koch und Andreas Wittwer: Ihre im Sommer auslaufenden Verträge werden nicht verlängert.

Christian Brägger
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Training nach der Winterpause: Roman Buess (vorne links), Andreas Wittwer, Alain Wiss und Torhüter Daniel Lopar (vorne rechts). (Bild: Andy Mueller/freshfocus)

Training nach der Winterpause: Roman Buess (vorne links), Andreas Wittwer, Alain Wiss und Torhüter Daniel Lopar (vorne rechts). (Bild: Andy Mueller/freshfocus)

Es ist nicht immer einfach, den Überblick in der Kaderstrategie des FC St.Gallen zu behalten. Alain Wiss beispielsweise spielte in der Vorrunde sehr zum Rätsel Aussenstehender lange überhaupt keine Rolle, ehe er wie ein Phönix aus der Asche stieg und eher unerwartet noch auf 365  Spielminuten kam. Nach dem Ende der Vorrunde kursierten sogar Gerüchte, die Ostschweizer würden den Kontrakt mit dem 28-jährigen Zentralschweizer ein weiteres Mal verlängern wollen. Nach den Weihnachtsferien ist die aktuelle Lage nun aber folgende, wenn auch nicht offiziell bestätigt: Wiss könnte den Club noch in dieser Transferperiode bei einem passenden Angebot verlassen. Definitiv bestätigt ist indes, dass sich spätestens am Ende dieser Saison die Wege nach vier Jahren trennen werden. St.Gallens Sportchef Alain Sutter sagt:

«Es ist richtig, dass wir Wiss’ auslaufenden Vertrag und auch die Kontrakte von Andreas Wittwer und Philippe Koch nicht verlängern.»

Eher unerwartet ist also die Tatsache, dass Wittwer den FC  St.Gallen in knapp fünf Monaten wird verlassen müssen. Der 28-jährige Linksverteidiger, eine Frohnatur und wichtig fürs Mannschaftsgefüge, war in der Vorrunde einer der Eckpfeiler und wenigen Konstanten der Ostschweizer; er kam in jeder Meisterschaftspartie zum Einsatz. Bei Koch hingegen ist die Faktenlage eine andere: Der 27-Jährige, ebenfalls ein Verteidiger, kam in bisher eineinhalb Jahren vor allem wegen Verletzungen zu selten und unter Trainer Peter Zeidler überhaupt nie zum Einsatz, um sich für eine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses aufzudrängen. Weil überdies der Platz auf der für den Spielbetrieb zu meldenden Kontingentsliste eng werden dürfte für den FC  St.Gallen (25  Spieler haben darauf Platz), scheint es auch gar nicht so abwegig, dass Koch für die Rückrunde noch von dieser gestrichen wird und somit nicht mehr einsatzberechtigt wäre.

Stürmer Nassim Ben Khalifa. (Bild: Jil Lohse)

Stürmer Nassim Ben Khalifa. (Bild: Jil Lohse)

Schon länger steht ausserdem fest, dass spätestens im Sommer Roman Buess und Nassim Ben Khalifa, der bei Sutter mehrmals um die Freigabe gebeten hat, nicht mehr dem FC St.Gallen angehören werden. Ob Ben Khalifa unter diesen Umständen morgen die Reise ins Trainingslager nach La Manga überhaupt mitmacht?

Tschernegg wird in die Heimat wechseln

Peter Tschernegg.

Peter Tschernegg.

Aus Österreich ist überdies zu vernehmen, dass Peter Tschernegg nicht mehr für den Tabellensechsten der Super League aufläuft. Der 26-jährige Steirer dürfte eher heute als morgen in der Heimat einen Kontrakt unterschreiben. Interessenten soll es viele geben, wer den Zuschlag bekommt, ist offen. Da Tschernegg unter Zeidler sportlich einen schweren Stand hatte, würde es verwundern, wenn dem Wunschwechsel des Mittelfeldspielers von Seite der Ostschweizer nicht entsprochen würde. Und so kann man es drehen und wenden, wie man will: Der FC St.Gallen wird in naher Zukunft – zumindest vorerst – eher gewollt als ungewollt viel Routine einbüssen.

Ach ja, Fussball spielt er übrigens auch noch: In Schaffhausens Lipo Park findet heute ab 14.30 Uhr auf Kunstrasen das erste Testspiel gegen das Challenge-League-Team statt. So Frau Holle will.

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