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Diese fünf Baustellen warten auf Zeidler beim FCSG

Der neue Trainer Peter Zeidler weiss wahrscheinlich, wo er beim FC St.Gallen ansetzen muss. Falls nicht: Hier als Begrüssungsgeschenk sein Ämtliplan.
Ralf Streule
Enttäuschte St.Galler in Sitten nach der sechsten Niederlage in Folge. (Bild: Keystone)

Enttäuschte St.Galler in Sitten nach der sechsten Niederlage in Folge. (Bild: Keystone)

Die einzige Konstante des FC St. Gallen in der zu Ende gehenden Saison war das Auf und Ab. Soll dies in der kommenden Saison besser werden, muss der neue Trainer Peter Zeidler an vielen Punkten ansetzen.

Die wacklige Defensive

Hier ist am einfachsten eine Schwachstelle auszumachen. Es reicht der Blick auf die Tabelle. 69 Gegentore sind Saisonrekord, sogar Absteiger Lausanne kommt auf weniger. Da bringt es auch nichts, mit 52 erzielten Toren die drittbeste Offensive des Landes zu stellen. Was fehlt, ist der konstante, vielseitige Verteidiger. Auf der einen Seite gibt es Aufräumer wie Karim Haggui oder Yrondu Musavu-King, die aber entweder zu langsam oder in der Vorwärtsbewegung zu unsicher sind. Auf der anderen jene wie Alain Wiss oder Silvan Hefti, die im Spiel nach vorne sicher, aber dafür keine wahren Angsteinflösser sind. Zeidler muss den Spielern entweder neue Energien und Eigenschaften einflössen – oder schlicht Sportchef Alain Sutter um einen neuen, kopfballstarken Innenverteidiger mit Ausstrahlung und Ballsicherheit bitten.

Der Energiehaushalt

Der FC St. Gallen scheint auf dem Zahnfleisch zu laufen. Vor allem in den Heimspielen gegen die Young Boys, gegen Luzern und Basel, als man in der ersten Hälfte ein hohes Tempo ging, wurde dies deutlich. War das Training zu intensiv? Oder zu wenig? Oder gab es Fehler im Formaufbau der Spieler? Interimstrainer Boro Kuzmanovic auf die Frage, ob sein Team konditionelle Schwächen habe: «Ich denke nicht. Ich gehe davon aus, dass die Profis fit sind.» Er wies aber darauf hin, dass sein Team den Rhythmus besser steuern und sich auch einmal zurücknehmen müsse. Vielsagend ist diesbezüglich der Hinweis eines Spielers, dass man zwar fit sei, aber die falschen Wege gehe – und damit zu viel Energie verpuffe. Der neue Trainer muss es schaffen, eine über 90 Minuten konkurrenzfähige Mannschaft aufzubauen – ob er nun an gescheiteren Laufwegen oder an der Kondition arbeitet.

Das vage Mittelfeld

Runar Sigurjonsson ist der sichere Wert im Mittelfeld. Er überzeugt als Vollstrecker, Passgeber und als physisch robuster Regisseur. Eine Hauptfrage ist: Bleibt die Leihgabe oder wechselt sie zurück zu den Grasshoppers? Ohnehin gibt es unter Zeidler wohl im Mittelfeld Handlungsbedarf. Der Trainer setzt auf Gegenpressing, das körperliche Robustheit und Geschwindigkeit voraussetzt – und hat dafür mit den Technikern Danijel Aleksic, Stjepan Kukuruzovic oder Yannis Tafer wohl nicht die richtigen Spieler zur Hand. Auch hier dürfte er den einen oder anderen Namen auf die Wunschliste nehmen.

Die Frage der Identität

Der neue FC St. Gallen soll Identität stiften und in der Region verankert sein, so will es die Führung. Wichtig dafür sind derzeit der Ur-St. Galler Tranquillo Barnetta oder die jungen Spieler aus der Region wie Jasper van der Werff, der unter Giorgio Contini in der ersten Mannschaft Fuss gefasst hat. Auch Zeidler als Lehrer und Menschenkenner dürfte den «weichen Faktor» Identität stark gewichten. Dass der Ruf nach Jungen und oder nach Oldie Barnetta nicht zwingend mit mehr Stabilität einhergeht, dürfte aber auch er wissen. Diese Gratwanderung könnte zu einer der grössten Zeidler’schen Herausforderungen werden.

Die Goaliefrage

Daniel Lopar oder Dejan Stojanovic? Diese Frage hat weder Contini noch Boro Kuzmanovic schlüssig beantwortet. Obschon es einer Mannschaft mit eher wackliger Defensive definitiv gut täte, wenn sie eine unbestrittene Nummer eins im Tor hinter sich wüsste. Zeidler muss sich deshalb entscheiden. Ob er in der Analyse Lopars bessere Reflexe (und seine Ostschweizer Herkunft) oder Stojanovics körperliche Vorteile stärker gewichtet, ist letztlich egal. Hauptsache, er bekennt in der Goaliefrage Farbe.

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