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Kommentar

Die Stunde der Wahrheit für Hüppi und Sutter: Analyse zum Saisonstart des FC St.Gallen

Der Abschluss der vergangenen Saison hinterliess seine Spuren. Ein neuer Trainer und neue Spieler mussten her - Neustart heisst die Devise. Ungeachtet dessen, ob der FC St.Gallen unter Trainer Zeidler eine gute Mischung aus jungen Wilden und gelassenen Routiniers gefunden hat: Das Team wird Zeit brauchen, um zusammenzuwachsen.
Patricia Loher
Patricia Loher. (Bild: Hanspeter Schiess)

Patricia Loher. (Bild: Hanspeter Schiess)

Beim FC St.Gallen folgt dem Umsturz auf Führungsebene der Umbruch auf dem Platz. Die Ostschweizer haben nicht nur einen neuen Trainer, sondern gleich auch ein komplett neues Team verpflichtet, den elf Neuzugängen stehen zehn Abgänge gegenüber. Der FC St.Gallen wird in der Saison 2018/19, die für ihn heute mit dem Auswärtsspiel in Basel beginnt, also ein neues Gesicht präsentieren. Sportchef Alain Sutter und Präsident Matthias Hüppi werden sich erstmals messen lassen müssen. An der Seitenlinie steht nun ihr Trainer, auf dem Platz steht nun ihre Mannschaft. Trotz Hoffnungsträger Peter Zeidler ist wohl aber vor allem Geduld gefragt.

Gekommen sind viele junge, unbekannte Spieler. Zuweilen war es schwierig, bei all den Transfermeldungen den Überblick zu behalten. Sportchef Sutter und der neue Coach Zeidler haben sich auf dem Transfermarkt für eine radikale und riskante Variante entschieden, was auch mit dem miserablen Abschluss der vergangenen Saison zusammenhängt. Die sieben Niederlagen in Serie, vor allem die bedenkliche Darbietung beim 0:3 in der letzten Partie gegen Absteiger Lausanne, hinterliessen Spuren, die mit den vielen neuen Spieler verwischt werden sollen. Der Umbruch war aber vor allem auch die Folge von Zeidlers Vorstellungen. Seit seinem Engagement in Sitten ist der Deutsche bekannt für ein offensives Pressing, für ein schnelles Umschaltspiel. Eine Voraussetzung dafür sind junge und topfitte Akteure. Es ist eine Spezialität von Zeidler, den Nachwuchs zu formen.

Natürlich schmerzen vor allem die Abgänge von Captain Toko und Runar Sigurjonsson, die St. Gallen gerne weiterverpflichtet hätte. Obwohl es auf den ersten Blick schwierig ist, das aktuelle Leistungspotenzial einzuschätzen, hält sich auf dem zweiten Blick der Substanzverlust doch in Grenzen. Die Innenverteidigung haben die Ostschweizer mit dem Transfer von Milan Vilotic als Ersatz von Karim Haggui gar aufgewertet. Im Mittelfeld kommt mit dem vom FC Basel verpflichteten Dereck Kutesa ein robuster Spieler hinzu und Majeed Ashimeru ist ein technisch ausgezeichneter Akteur. Zudem wurden mit Vincent Sierro und Axel Bakayoko zwei Spieler auf Leihbasis geholt, die Zeidler aus gemeinsamen Zeiten in Sitten beziehungsweise Sochaux kennt.

Was aber ebenso wichtig ist: St. Gallen verfügt mit Nassim Ben Khalifa, Marco Aratore, Alain Wiss oder Stjepan Kukuruzovic noch immer auch über genügend erfahrene Akteure. Wichtig für dieses Team im Umbruch wird sein, dass sie sich einbringen – auch Tranquillo Barnettas Meinung hat im Club weiterhin Gewicht, selbst wenn er wegen Kniebeschwerden zum Saisonstart dem Kader nicht angehört. Und natürlich ist es wünschenswert, wenn nach dem neuen Captain Silvan Hefti bald wieder ein eigener Spieler den Sprung in die erste Mannschaft schafft. Auch wenn die Hoffnung besteht, dass St.Gallen eine gute Mischung gefunden hat zwischen jungen Wilden und routinierten Spielern, muss doch auch damit gerechnet werden, dass dieses Team Zeit braucht, bis es zusammenwächst. Zeidler hat wohl mit gutem Grund, zumindest öffentlich, auf eine Zielsetzung verzichtet.

Bei der Beurteilung der Leistungen sollte trotz der Schnelllebigkeit dieses Geschäfts der Blick zurück nicht vergessen werden. Der FC St.Gallen kommt aus turbulenten Zeiten, deren Auswirkungen sich auf dem Platz bis anhin im Rahmen hielten. Aber natürlich haben all die Machtkämpfe, die Präsidentenwechsel, die lange Zeit des Nicht-Installierens eines Sportchefs durch Hüppis Vorgänger Stefan Hernandez nicht nur Geld, sondern auch Zeit gekostet. Sutter übernahm den Posten als Sportchef erst im Januar, als die heute beginnende Saison eigentlich schon hätte aufgegleist sein müssen. Erschwerend kam hinzu, dass die Misswirtschaft der früheren Jahre St.Gallen finanziell in eine verzwickte Lage gebracht hat.

Es ist illusorisch zu glauben, der Ostschweizer Club könne in einem überhitzten Fussballgeschäft gestandene Spieler aus besseren europäischen Ligen holen. Bestenfalls sind Leihgeschäfte möglich wie im Fall von Sierro, der beim Bundesligaverein Freiburg lange verletzt war. Die Ostschweizer sind nach wie vor ein Club, der Spielern wieder auf die Beine helfen oder jungen Akteuren aus unteren Ligen ein Sprungbrett sein kann. Vielleicht ist Sutter und Zeidler der eine oder andere Glücksgriff gelungen, der dem neugestarteten Projekt FC St.Gallen Auftrieb verleiht.

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