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Die Geschichte wiederholt sich: Winterthur ist Cup-Endstation für den FC St.Gallen

Nach 2012 verliert der FC St.Gallen erneut gegen den unterklassigen FC Winterthur im Cup. Der FC St.Gallen war die dominierende Mannschaft, bis eine rote Karte in der ersten Halbzeit gegen Torhüter Klinsmann die Kräfteverhältnisse änderte.
Martin Oswald
Winterthurs Ousmane Doumbia gegen St.Gallens Moreno Costanzo. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)

Winterthurs Ousmane Doumbia gegen St.Gallens Moreno Costanzo. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)

Die Tore

  • 1:0, 48. Minute, Anas Mahamid: Der Winterthurer wird an der Strafraumgrenze schön angespielt und kann den Ball unbedrängt in die weite Torecke schlenzen. Goalie Stojanovic antizipiert die richtige Ecke, kann den Ball aber nicht abwehren.
  • 2:0, 93. Minute, Da Silva: Ein Konter perfekt vorgetragen, ein Pass in den Rücken der Abwehr und Nuno Da Silva schiebt den Ball ins leere Tor.

Die Spiel-Analyse

Für einen stimmungsvollen Fussballabend war an diesem Freitag auf der Winterthurer Schützenwiese alles angerichtet. Warme, spätsommerliche Temperaturen, ein volles Stadion und zwei Fanlager, die für ausgezeichnete Stimmung sorgten.

Die Taktik des FC Winterthur war schon vor Spielbeginn klar. Trainer Ralf Loose wählte eine defensive Aufstellung mit einer Vierer-Abwehrkette und einer Doppel-Sechs davor. Die St.Galler Offensive mit Itten, Ruiz und Guillemenot sorgte dann auch von Beginn weg für jede Menge Arbeit beim Heimteam. Drei Eckbälle und drei gefährliche Schüsse aus der Distanz, das die Bilanz nach den ersten zehn Spielminuten. Das Team von Trainer Peter Zeidler machte rasch klar, dass sie dieses Cupspiel nicht auf die leichte Schulter nehmen würden.

Es dauerte bis zur 23. Minute, bis der Unterklassige ein erstes Signal aussandte. Einen Schuss von Sliskovic konnte Torhüter Klinsmann mit dem Fuss abwehen, dann verpasste Doumbia im Nachschuss den Führungstreffer mit einem Schlenzer nur um Haaresbreite.

Die umstrittene rote Karte

Schiedsrichter Nikolaj Haenni zeigt St.Gallens Torhüter Jonathan Klinsmann die Rote Karte. (Foto: KEYSTONE/Melanie Duchene)

Schiedsrichter Nikolaj Haenni zeigt St.Gallens Torhüter Jonathan Klinsmann die Rote Karte. (Foto: KEYSTONE/Melanie Duchene)

In der 31. Minute nahm das Spiel eine unerwartete Wende. Der zuvor tadellose Schlussmann Jonathan Klinsmann kam gegen den heranstürmenden Roman Buess zu spät, foulte ihn ausserhalb des Strafraums und kassierte von Schiedsrichter Nikolaj Hänni die rote Karte. Die TV-Bilder zeigen keine eindeutige Berührung, das wäre selbst mit dem VAR knifflig zu entscheiden gewesen. Stojanovic übernahm die Position zwischen den Pfosten, Stürmer Guillemenot musste dafür sichtlich sauer vom Platz. Die Gäste brauchten einige Minuten, um sich von diesem Mini-Schock zu erholen. Erst Sekunden vor dem Pausenpfiff setzte Lukas Görtler mit einem Schlenzer an die Lattenunterkante ein Ausrufezeichen. Gemessen an den Chancen war das O:O eine zu dürftige Ausbeute nach 45 Minuten.

Kaum hatte die zweite Halbzeit begonnen, lag die Mannschaft von Trainer Zeidler im Rückstand. Anas Mahamid bezwang Stojanovic mit einem platzierten Flachschuss – die Schützenwiese bebte. Jetzt mussten sich die mitgereisten Fans des FCSG um ihre Mannschaft sorgen. Offensiv ging gar nichts mehr. Bis zur nächsten Chance dauerte es bis in die 62. Minute. Görtler lancierte Itten im Strafraum, doch der Stürmer traf den Ball nicht wunschgemäss – darüber. Cedric Itten war es denn auch, der kurz darauf um ein Haar den Ausgleich erzielt hätte, doch FCW-Goalie Spiegel kratzte den Ball spektakulär aus dem Lattenkreuz. Immer wieder eröffneten sich nun dem Heimteam Konterchancen, die stets gefährlich wurden, da der FC St.Gallen die Abwehr zunehmend entblösste. So zerrannen die Minuten und auf der Schützenwiese sangen sich die Mehrheit der 8000 Zuschauer freudig dem Schlusspfiff entgegen.

Unglaublich aber wahr: In der 90. Minute sah Itten seinen Schuss von Schlussmann Spiegel abgewehrt, der aufgerückte Vilotic hätte den Abpraller mit etwas Glück im Tor versenken können, wohl müssen. Eine Zeigerumdrehung waren erneut Itten und schliesslich Vilotic, die den Ausgleich verpassten. Dann passierte, was passieren musste. Der FC Winterthur machte in der 93. Minute mit dem 2:0 den Deckel auf diesen Cupsieg drauf.

Der Beste

Der St.Galler Offensive kann man an diesem Abend nur einen Vorwurf machen. Itten, Ruiz und Co. haben aus vielen sich erarbeiteten Chancen kein Tor erzielt.

Dejan Stojanovic: Note 2. Muss für Klinsmann nach etwa einer halben Stunde übernehmen. Und lässt in der 48. Minute einen harmlosen Schlenzer von Anas passieren.Dejan Stojanovic: Note 2. Muss für Klinsmann nach etwa einer halben Stunde übernehmen. Und lässt in der 48. Minute einen harmlosen Schlenzer von Anas passieren.
Milan Vilotic: Note 3,5. Hebt das Abseits vor der roten Karte auf, ist nicht immer auf der Höhe und noch nicht der Vilotic der vergangenen Rückrunde. Am Schluss mit zwei Grosschancen.Milan Vilotic: Note 3,5. Hebt das Abseits vor der roten Karte auf, ist nicht immer auf der Höhe und noch nicht der Vilotic der vergangenen Rückrunde. Am Schluss mit zwei Grosschancen.
Silvan Hefti: Note 3,5. Zwei, drei gute Läufe. Hat aber ein paar Stellungsfehler, wie beim Gegentreffer zum 0:1 Silvan Hefti: Note 3,5. Zwei, drei gute Läufe. Hat aber ein paar Stellungsfehler, wie beim Gegentreffer zum 0:1
Leonidas Stergiou: Note 4. Lässt sich in der 20. Minute gar zu leicht ausdribbeln, ansonsten stabil und kopfballsicher. Leonidas Stergiou: Note 4. Lässt sich in der 20. Minute gar zu leicht ausdribbeln, ansonsten stabil und kopfballsicher.
Victor Ruiz: Note 3,5. Wirkt über weite Strecken agil und kämpferisch, manchmal aber etwas eigensinnig.Victor Ruiz: Note 3,5. Wirkt über weite Strecken agil und kämpferisch, manchmal aber etwas eigensinnig.
Lukas Görtler: Note 4,5. Trifft kurz vor der Pause die Latte, auch ansonsten mit guten Szenen, auch als Vorkämpfer. Lukas Görtler: Note 4,5. Trifft kurz vor der Pause die Latte, auch ansonsten mit guten Szenen, auch als Vorkämpfer.
Jordi Quintillà: Note 3,5. Tritt wenig in Erscheinung. Von ihm müsste spielerisch bedeutend mehr kommen. Jordi Quintillà: Note 3,5. Tritt wenig in Erscheinung. Von ihm müsste spielerisch bedeutend mehr kommen.
Boris Babic: Note 3,5. Wird in der 63. Minute eingewechselt und verzeichnet zwei ungefährliche Abschlüsse. Boris Babic: Note 3,5. Wird in der 63. Minute eingewechselt und verzeichnet zwei ungefährliche Abschlüsse.
Cedric Itten: Note 4. Sehr bemüht, aber glücklos, weil er oft isoliert ist. Vergibt in der zweiten Halbzeit eine Grosschance zum 1:1 und hat Pech, als er Spiegel mit einem Schuss zur Glanztat zwingt.Cedric Itten: Note 4. Sehr bemüht, aber glücklos, weil er oft isoliert ist. Vergibt in der zweiten Halbzeit eine Grosschance zum 1:1 und hat Pech, als er Spiegel mit einem Schuss zur Glanztat zwingt.
Vincent Rüfli: Note 3,5. Ein Stolperer im eigenen Sechzehner. Beim Gegentor wirkt er unbeholfen, sonst okay. Vincent Rüfli: Note 3,5. Ein Stolperer im eigenen Sechzehner. Beim Gegentor wirkt er unbeholfen, sonst okay.
Moreno Costanzo: Note 3,5. Versucht viel, ein schöner Schlenzer zu Beginn. Kann das Spiel nicht wie erhofft prägen und muss in der 62. Minute raus.Moreno Costanzo: Note 3,5. Versucht viel, ein schöner Schlenzer zu Beginn. Kann das Spiel nicht wie erhofft prägen und muss in der 62. Minute raus.
Jérémy Guillemenot: Note 3,5. Zwei gefährliche Abschlüsse. Muss in der 32. Minute für Stojanovic weichen – und verreisst sich deshalb das Leibchen. Jérémy Guillemenot: Note 3,5. Zwei gefährliche Abschlüsse. Muss in der 32. Minute für Stojanovic weichen – und verreisst sich deshalb das Leibchen.
Jonathan Klinsmann: Note 2. Spielt für Stojanovic. Als Klinsmann in der 31. Minute zu spät herauskommt, sieht er nach der Notbremse an Buess die rote Karte. Allein: Hat der Goalie den Stürmer tatsächlich getroffen? Man weiss es nicht wirklich.Jonathan Klinsmann: Note 2. Spielt für Stojanovic. Als Klinsmann in der 31. Minute zu spät herauskommt, sieht er nach der Notbremse an Buess die rote Karte. Allein: Hat der Goalie den Stürmer tatsächlich getroffen? Man weiss es nicht wirklich.
13 Bilder

Durchschnitt ungenügend: Die Noten der FCSG-Spieler nach der Cup-Pleite gegen Winterthur – Bestnote 4,5 für Lukas Görtler

Der Schlechteste

Kein Abend für die beiden Torhüter. Jonathan Klinsmann beendete einen seiner raren Einsätze durch die rote Karte bereits vorzeitig. Dejan Stojanovic sah beim Treffer von Mahamid nicht gut aus.

Der Abwesende

Die Vorfreude auf das Spiel gegen seinen Ex-Club war gross bei Davide Callà. Doch ein Muskelfaserriss in der Wade verhinderte seinen Einsatz. Trainer Ralf Lose schloss einen Einsatz des Kämpfers bereits im Vorfeld aus.

Der Schiedsrichter

Nikolaj Hänni hatte in dieser emotionalen Begegnung keine leichte Aufgabe, meisterte diese jedoch weitgehend tadellos. Das Foul von Jonathan Klinsmann muss im Fall einer Berührung mit der roten Karte geahndet werden. Ob Stürmer Buess tatsächlich getroffen wurde, oder sich nur geschickt fallen liess, kann aufgrund der TV-Bilder nicht restlos aufgeklärt werden.

Die Fans

Ein Blick in die Kurve der FCSG-Fans vor dem Anpfiff. (Bild: Martin Oswald)

Ein Blick in die Kurve der FCSG-Fans vor dem Anpfiff. (Bild: Martin Oswald)

Das Spiel im Liveticker nachlesen:

Erinnerungen an vergangene Cup-Fights

Das sagten die Ex-Espen Buess, Callà, Taipi und Lose zum Spiel.

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