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Nach drei Niederlagen in Serie: Der Motor des FC St.Gallen stottert

Der FC St. Gallen erlebt unter Trainer Peter Zeidler die erste Baisse. Am Samstag zu Hause gegen Xamax sind die Ostschweizer im Zugzwang. Vor allem offensiv muss
St. Gallen einen Gang höher schalten.
Patricia Loher
Dereck Kutesa: Der Kampf muss weitergehen. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Dereck Kutesa: Der Kampf muss weitergehen. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Kurz vor der Winterpause ist Sand im Getriebe des FC St. Gallen. Erstmals überhaupt in dieser Saison haben die Ostschweizer drei Niederlagen in Folge kassiert, und so beträgt ihr Vorsprung auf den Barrageplatz zwei Runden vor den Ferien bloss noch drei Punkte. Dramatisieren will man die Situation bei den St. Gallern nicht. Zumal den drittklassierten FC Zürich und das an sechster Stelle platzierte St. Gallen nur gerade vier Punkte trennen. Trotzdem sagte Trainer Peter Zeidler nach dem 0:2 in Thun: «Die Lage ist ernst.»

Zwar hatte sein Team den Gegner lange im Griff gehabt, sein Spiel war auch durchaus schön anzusehen. Am Ende aber war der Auftritt eben doch nicht mehr als brotlose Kunst. Zeidler störte sich am Samstag vor allem an der fehlenden Reaktion seines Teams gegen eigentlich harmlose Berner Oberländer nach dem Rückstand in der 55. Minute.

Gegen Xamax muss ein Sieg her

Das Spiel in Thun bestätigte aber auch: Der neu zusammengesetzte FC St. Gallen hat sich in 16 Spielen noch nicht stabilisiert, einiges passt noch nicht richtig zusammen. Am nächsten Samstag braucht er zu Hause gegen das Tabellenletzte Xamax jedenfalls eine Steigerung und einen Sieg, um für einen Moment durchatmen zu können. Eine Woche später reisen die Ostschweizer zum FC Luzern.

Nebst der bekannten Schwäche, zu viele Tore zu kassieren, hat sich zuletzt auch die fehlende offensive Durchschlagskraft akzentuiert. Fast schon sinnbildlich vergab in Thun St. Gallens ansonsten so zuverlässiger Vincent Sierro in der 18. Minute einen Elfmeter auf eine für ihn untypische legere Art. Zudem nutzten auch Tranquillo Barnetta und Yannis Tafer ihre Möglichkeiten nicht, St. Gallen in Führung zu bringen. Offensichtlich wurde aber doch auch, dass die Mannschaft von Coach Zeidler im Angriff nicht mehr derart leichtfüssig aufspielt wie zeitweise im Sommer. Es fällt ihr trotz eines immensen Aufwands schwerer, sich in den Sechzehnmeterraum vorzuarbeiten.

Tranquillo Barnetta: Note 4. Er verlangt immer wieder den Ball und wirkt präsent. Doch seine stehenden Bälle müssten noch gefährlicher sein.
Yannis Tafer: Note 2,5. Am Engagement liegt es nicht. Aber es unterlaufen ihm viel zu viele technische Fehler.
Vincent Sierro: Note 3. Der Walliser, eigentlich ein sicherer Wert, tritt einen Penalty zu lässig – streift damit nur die Latte.
Andreas Wittwer: Note 4. Bei seinem früheren Club spielt Wittwer so, wie man ihn kennt: Defensiv solid und mit einem grossen Kämpferherzen.
Nassim Ben Khalifa: Note 3,5. Ist meistens auf sich alleine gestellt, weil kaum gute Bälle in die gefährliche Zone gespielt werden.
Dejan Stojanovic: Note 4. Hat bis in die Schlussphase praktisch keine Arbeit, kassiert aber trotzdem zwei Gegentore.
Silvan Hefti: Note 3,5. Der Captain spielt lange gefällig, hat der Thuner Steigerung aber zu wenig entgegenzusetzen.
Dereck Kutesa: Note 4. Der Genfer zeigt eine starke erste Halbzeit und beschäftigt alleine oft bis zu drei Thuner.
Axel Bakayoko: Note -. Wird in der 75. Minute eingewechselt. Die Zeit ist zu knapp für eine Benotung.
Slimen Kchouk: Note 3,5. Bildet mit Wiss überraschend die Innenverteidigung. Zwei, dreimal unsicher.
Majeed Ashimeru: Note 3. Der Ghanaer wird für Kchouk eingewechselt. Steht vor dem 0:2 zu weit weg vom Torschützen.
Alain Wiss: Note 4. Der Zentralschweizer darf wieder einmal von Beginn weg spielen. Wiss erfüllt seine Aufgabe gut.
Jordi Quintillà: Note 3,5. Beginnt gut, baut dann aber ab und es unterlaufen ihm zu viele Ballverluste.
Roman Buess: Note -. Kommt in der 75. Minute, was nicht reicht für eine Note.
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Kutesa der Beste, Tafer der Schlechteste: Die Noten der FCSG-Spieler gegen den FC Thun

Zudem wird bei einem Blick auf die Statistik klar: Der FC St. Gallen ist in der Offensive vor allem auf Sierro und Barnetta angewiesen. Treffen sie nicht oder ziehen sie einen schwächeren Tag ein, ist kaum einer da, der die Lücke schliesst. In den vergangenen acht Spielen haben die St. Galler elf Tore erzielt, dabei ging lediglich ein Treffer auf das Konto eines gelernten Stürmers: Roman Buess traf in Lugano, als sein Team bereits 0:3 im Rückstand lag. Nassim Ben Khalifa und Kekuta Manneh warten weiterhin auf ihr erstes Saisontor. St. Gallen vermisst Cedric Itten. Der Basler fällt seit September aus, ist aber mit Barnetta noch immer zweitbester St. Galler Torschütze. Und so stellt sich für die Verantwortlichen beim FC St. Gallen um Sportchef Alain Sutter derzeit vor allem eine Frage: Muss im Winter auf dem Transfermarkt reagiert werden? In Anbetracht der Entwicklung der vergangenen Wochen dürfte St. Gallen nicht darum herumkommen, sich nach einem Stürmer umzusehen.

Defensiv hingegen hinterliessen die St. Galler in Thun trotz zweier Gegentore und insgesamt sieben Umstellungen einen stabileren Eindruck als auch schon. Zeidler hatte die Taktik angepasst und auf zwei defensive Mittelfeldspieler gesetzt. Das habe lange gut geklappt, sagte er. «Wir liessen wenig zu.» Eine über weite Strecken gute Partie lieferte in der Innenverteidigung Alain Wiss, der damit die Chance erhalten müsste, zu weiteren Einsätzen zu gelangen.

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