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Ein starker FC Wil verpasst
die Cup-Überraschung:
1:2-Niederlage gegen den FC Zürich

Im Cup-Sechzehntelfinal gegen den FC Zürich gehen die Ostschweizer in Führung und halten die Partie bis zum Schluss ausgeglichen.
Ralf Streule
Der Wiler Bledian Krasniqi (links) im Zweikampf mit Antonio Marchesano. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Der Wiler Bledian Krasniqi (links) im Zweikampf mit Antonio Marchesano. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Die Tore

  • 1:0, 15. Minute, Torschütze: Valon Fazliu. Die Vorbereitung ist eine Co-Produktion zweier Spieler, die in Zürich ausgebildet wurden. Bledian Krasniqi setzt sich in einem Laufduell im Mittelfeld sehenswert durch, passt zu Filip Stojilkovic in die Spitze. Dort finden sich die Wiler in einer 2:1-Situation - und spielen diese äusserst souverän zu Ende. Nach Stojilkovics Vorlage steht Valon Fazliu alleine vor FCZ-Goalie Yanick Brecher. Und trifft ohne Mühe.
  • 1:1, 36. Minute, Torschütze Mario Schönbächler. Schönbächler sieht, dass Zivko Kostadinovic zu weit vor dem Tor steht - und trifft aus gut 20 Metern per Schlenzer. Ein vermeintlich ungefährlicher Angriff der Zürcher führt damit fast aus dem Nichts zum Ausgleich.
  • 1:2, 52. Minute, Torschütze Pa Modou. Der ehemalige Wiler und St.Galler, der zwischenzeitlich im FC Zürich keine Rolle mehr gespielt hatte, trifft nach einem Corner per Kopf. Goalie Kostadinovic unterläuft den Eckball, hinter ihm kommt der Ball wieder in die gefährliche Zone - wo Pa Modou im Gewühl die Übersicht behält.
Enttäuschte Wiler: Links Torschütze Valon Fazliu. (Gian Ehrenzeller/KEY)

Enttäuschte Wiler: Links Torschütze Valon Fazliu. (Gian Ehrenzeller/KEY)

Die Spiel-Analyse

Challenge League und Super League, wo liegt die Differenz? Wie in anderen Spielen der 1/16-Finals des Schweizer Cups ist in der Partie zwischen Wil und Zürich kaum ein Klassenunterschied zu spüren.
Der FC Wil beginnt selbstbewusst, ist in den ersten Minuten mehrheitlich in Ballbesitz und kommt durch Fabian Rohner zur ersten Chance der Partie. Nach zehn Minuten scheint Zürich das Spiel langsam in den Griff zu kriegen - aber nicht für lange. Ein Gegenstoss, von Bledian Krasniqi im Mittelfeld sehenswert ausgelöst und von Valon Fazliu vollendet, bringt den Aussenseiter in Führung.

Auf den Rückstand können die Zürcher zunächst nicht reagieren, Wil ist weiter die frischere und zielstrebigere Mannschaft. Rohner vergibt das 0:2 - und muss danach mit ansehen, wie Mario Schönbächler seine Klasse aufblitzen lässt. Sein Schlenzer von der Strafraumgrenze aus ist für den zu weit vor dem Tor stehenden Kostadinovic nicht mehr zu erreichen. Nach dem Tor fangen sich die Zürcher und kommen zu Chancen. Die Pause beendet eine kleine Druckphase des Teams von Ludovic Magnin.

Die zweite Hälfte beginnt mit einem sehr schnellen Vorstoss von Rohner über die linke Seite - und einer Riesenchance von Stojilkovic. Alleine vor Brecher müsste er zum 2:1 treffen. Es wird die grösste Chance der Wiler in der zweiten Halbzeit bleiben. Auf der anderen Seite macht es Pa Modou besser. Sein Führungstreffer aber stecken die Wiler gut weg. Nach einer Stunde nimmt die Partie noch einmal richtig Fahrt auf. Wil riskiert nun mehr, kommt einige Male vielversprechend vors Tor der Zürcher. Ein Weitschuss von Rohner kann Brecher nur mit Mühe in den Corner lenken. Auf der anderen Seite trifft der Zürcher Denis Popovic nur die Latte. Immer mehr zeichnet sich aber ab, dass die Zürcher den knappen Sieg nach Hause schaukeln. In der Verteidigung lässt der Super-League-Club nichts mehr anbrennen. Nur in der Nachspielzeit kommt noch einmal Hektik auf: Wurde ein Weitschuss der Wiler von Brecher erst hinter der Linie geklärt? Der Schiedsrichter entscheidet auf Corner. Und beendet kurz darauf die Partie. Die jungen Wiler haben einmal mehr eine reife Leistung gezeigt in dieser Saison. Für den Coup aber, da hätte es etwas mehr Wettkampfglück und Effizienz gebraucht.

Aufgefallen

Fabian Rohner. Sehr schnell, ideenreich und mit einem guten Schuss. Unter anderem dem FCZ-Leihspieler ist es zu verdanken, dass Wil auch nach dem Rückstand immer wieder in Abschlussposition kommt.

Abgefallen

Bei beiden Gegentoren sieht Zivko Kostadinovic unglücklich aus. Dem 1,96 Meter grossen Goalie fehlen zweimal einige Zentimeter, um den Ball in Sicherheit zu spedieren.

Das gab zu reden

Ja, die fünf Zürcher in Wiler Diensten waren in den Tagen vor dem Spiel oft Thema - und tatsächlich gehörten sie zu den besten Wilern. FCZ-Sportchef Thomas Bickel dürfte die Leistungen von Rohner, Krasniqi, Stojilkovic und Kamberi wahrgenommen haben und sie hoch einschätzen.

Die Geschichte des Spiels aber schrieb ein Zürcher Torschütze, der einst bei Wil und dem FC St. Gallen unter Vertrag stand. Pa Modou gehörte eigentlich nicht mehr zur ersten Mannschaft der Zürcher, wegen chronischen Rückenschmerzen war seine Zukunft ungewiss. Erst vergangene Woche erhielt er wieder einen Vertrag - und traf bei seinem ersten Spiel seit langem gleich zum entscheidenden 2:1.

Die Fans

3084 Personen sind in der IGP Arena anwesend. Der Stadionrekord von 4440 Zuschauern, aufgestellt gegen den selben Gegner vor drei Jahren in der Meisterschaft, wird damit deutlich verpasst. Trotz herrlichem Herbstabend.

Auf der Tribüne machen - anders wie auf dem Feld - die Zürcher von Beginn weg viel Dampf. Etwa 800 Blau-Weisse sind im Stadion, Pyros werden vor Anpfiff gezündet, FCZ-Sprechchöre verklingen während der ganzen Partie nur selten.

Die mitgereisten Zürcher Fans vor dem Anpfiff. (Bilder: Ralf Streule)

Die mitgereisten Zürcher Fans vor dem Anpfiff. (Bilder: Ralf Streule)

Auf der anderen Seite, auf der Wiler Fan-Tribüne, ist etwas weniger Betrieb. Beim Jubel im Stadion nach dem Wiler Tor aber wird dennoch deutlich, dass das Team von Ciriaco Sforza im Heimstadion das grössere Lager auf seiner Seite hat. Und am Ende erhalten die Wiler warmen Applaus.

Die Reaktionen

Ciriaco Sforza, Trainer FC Wil: «Klar sind die Spieler sehr enttäuscht, wir hätten einen Sieg genauso verdient wie die Zürcher. Aber wir sollten uns darüber freuen, dass wir stark aufgetreten sind. Gefreut hat mich vor allem, dass wir nach dem 1:2 noch einmal reagiert haben. Heute machte weder das Spielerische noch das Taktische den Unterschied. Sondern nur die Effizienz. Wir sind nicht weit weg vom FC Zürich.»

Fabian Rohner, Aussenverteidiger FC Wil: «Ich fühle mich sehr wohl in Wil, komme immer besser ins Spiel. Ich glaube, heute zeigte ich meine beste Partie für den FC Wil bisher. Am Ende war Zürich schlicht etwas kaltschnäuziger als Wil.»

Ludovic Magnin, Trainer FC Zürich: «Ich habe genau dieses Spiel erwartet. Man hat in dieser Cup-Runde gesehen, dass man es als Super-League-Club gegen Teams aus der Challenge League nicht einfach hat. Mit der ersten Halbzeit kann ich nicht zufrieden sein. Wir haben Fehler gemacht, einer führte zum 0:1. Positiv ist, dass meine Mannschaft mit viel Herz ins Spiel ging, unsere Mentalität war gut. Aber jetzt muss es so weiter gehen in der Meisterschaft.»

Telegramm:

Wil - Zürich 1:2 (1:1)
IGP Arena - 3084 Zuschauer - Sr. Jaccottet.
Tore: 15. Fazliu 1:0. 30. Schönbächler 1:1. 52. Pa Modou 1:2.
Wil: Kostadinovic; Rohner (83. von Niederhäusern), Schmied, Kamberi, Schmid; Brahimi, Muntwiler, Abedini, Krasniqi (67. Duah); Fazliu; Stojilkovic (78. Silvio).
Zürich: Brecher; Britto, Bangura, Kryeziu, Pa Modou. Domgjoni (57. Sohm), Popovic (88. Janjicic); Schönbächler, Marchesano, Kololli; Ceesay (31. Kasai).
Bemerkungen: 63. Lattenschuss Popovic. - Verwarnungen: 42. Muntwiler (Foul). 62. Marchesano (Schwalbe)

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